Kampfsportler bringen Frauen Selbstverteidigung bei

Martin Eckert

Von Martin Eckert

Fr, 02. Februar 2018

Grenzach-Wyhlen

In einem Kurs des Turnerbunds Wyhlen lernen Teilnehmerinnen Tricks und Tipps zur Abwehr – ohne sich in Gefahr zu bringen.

GRENZACH-WYHLEN. Einen Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen hat die Abteilung Shaolin Kempo vom Turnerbund Wyhlen angeboten. Organisiert hatte den Kurs der erfahrene Kampfsportler und mehrfache Schweizer Meister Andreas Trefzer, gemeinsam mit fünf Übungsleitern des Vereins.

Bereits im Sommer hatten die Shaolin Kämpfer einen derartigen Kurs angeboten, der auf großes Interesse gestoßen war. Jetzt wurde das Konzept nochmals verfeinert. "Wir haben unsere Techniken so weit vereinfacht und angepasst, dass sie leicht und effektiv anzuwenden sind", erklärte Trefzer sein Konzept.

Aufgrund von einigen kurzfristigen Erkrankungen erschienen zwar nur sechs Teilnehmerinnen, dafür konnte mit diesen aber umso intensiver trainiert werden, da quasi jede einen eigenen Trainer hatte. Zu Beginn gab es allerdings erst einmal eine Theorieeinheit. "Die meisten Konflikte kann man durch das richtige Verhalten und Auftreten schon im Vorfeld vermeiden", sagte Trefzer, der bereits seit 17 Jahren Kampfsport betreibt, auf zehn Jahre Berufserfahrung als Security und Personenschützer zurückblicken kann und somit weiß, wovon er spricht. Es ist wichtig, Selbstbewusstsein auszustrahlen, da sich viele Täter augenscheinlich leichte Opfer aussuchen, bei denen sie mit wenig Gegenwehr rechnen. Wichtig ist es auch, den Gegner zu überraschen und die erste Möglichkeit zur Flucht zu nutzen. Und dabei sollte man immer belebte Orte aufsuchen und Umstehende um Hilfe bitten. Niemals sollte man in dunkle Gassen, Parks oder Ähnliches fliehen, so Trefzer.

Nach etwa einer Stunde wurde dann in den Dojo gewechselt, bei dem das in der Theorie besprochene Wissen in die Praxis umgesetzt wurde. Hier konnten einige nützliche Tricks und Techniken erlernt werden, um sich gegen einen oder zwei Gegner verteidigen zu können. Trefzer warnte aber auch vor den Grenzen: "Sobald ein Messer im Spiel ist, geht kein Risiko ein. Ihr habt bei so einem Kampf keine Chance, ohne Verletzung rauszukommen".

Zum Schluss der Trainingseinheit gab es dann für jede Teilnehmerin noch einen Stresstest, bei dem eine Situation in einer Bar nachgespielt wurde, in der die Frauen von zwei Männern bedrängt wurden. Hier galt es, unter hohem Druck richtig zu reagieren, Außenstehende um Hilfe zu bitten und unbeschadet aus der Situation zu entkommen. Alle bestanden den Test und zeigten, wie unterschiedlich und vielfältig das Erlernte umgesetzt werden konnte.