Leserbriefe

Martin Hauser, Rheinfelden

Von Martin Hauser & Rheinfelden

Do, 07. März 2013

Grenzach-Wyhlen

ZIMMERMANN/BASF
Die Guten und die Bösen
Zu: "Diskussion sorgt für Unruhe", BZ vom 5. März
Nachdem Bürgermeister Jörg Lutz verkündet hatte, die Veränderungssperre würde immer wahrscheinlicher, sind jetzt verständlicherweise auch in Grenzach bereits ansässige Firmen, die Expansionspläne haben, verunsichert. Aber Herr Lutz gibt, um mit diesem Vorhaben (Veränderungssperre) nicht zu viel Unheil anzurichten, sogleich Entwarnung, denn man könne ja Ausnahmen zulassen. Folglich stellt sich das für mich so dar: die Veränderungssperre gilt also nur für die "Bösen", die "Guten" sind davon nicht betroffen. Und wer entscheidet zwischen "Gut" und "Böse"?

Noch ein abschließender Gedanke: Die Zimmermann-Gegner haben ja gleich anfangs die Bedenken geäußert, die Zimmermann-Ansiedlung könne dem Image der Gemeinde Grenzach-Wyhlen schaden. Ich bin mittlerweile der Auffassung, dass das Image durch die Art und Weise, wie hier mit dem Thema "Zimmermann-Ansiedlung" umgegangen wird, bereits beschädigt ist. Martin Hauser, Rheinfelden

Lebenswerte Zukunft erhalten
Zu: "Roche spricht sich für den Entsorger aus", BZ vom 5. März
Die Firmen Roche und Geigy siedelten sich bei uns in Grenzach vor rund 100 Jahren an. Das war gut für die Bewohner der Gemeinde, wurden doch nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern gute Löhne bezahlt und gute Renten.

So selbstlos waren aber diese Firmeninhaber von den bereits in Basel existierenden Firmen nicht. Es entstanden dadurch für viele Länder keine Zölle, die Löhne waren in deutscher Währung – die Schweizer Franken waren zur damaligen Zeit sehr hoch – und den entstehenden, bereits giftigen Müll, konnte man auch gleich entsorgen. Der Müll aus der Schweiz wurde auch noch gleich in Grenzach entsorgt. Grenzach hatte sehr hohe Gewerbesteuereinnahmen und für das Anliefern von Abfällen aus Basel gab es auch noch was in den Gemeindesäckel.

Nach weiteren 100 Jahren weiß man über solchen giftigen Müll sehr viel mehr. Die Industrien klären die giftigen Abwässer, die zu verbrennenden giftigen Abfälle, Giftgruben werden ausgehoben und so weiter. Nun gibt es neuere Industriezweige, wie die Firma Zimmermann, die überall, gegen gutes Geld, diese giftigen Abfälle aufkaufen, Anlagen zum Entsorgen bauen und dieses Entsorgen der teilweise hochgiftigen Abfälle für die Industrien erledigen.

Dass die Firma Roche durch Ansiedlung dieser Firma Zimmermann auf einmal nahe Wege hätte und wahrscheinlich viel Geld einsparen könnte, wäre natürlich hervorragend. Wir Bürger dieser Gemeinde haben aber auch in diesen 100 Jahren dazugelernt und wünschen keine Firma Zimmermann und haben ebenso den Wunsch, dass Roche weiterhin dort entsorgt,wo sie es bis jetzt tut.

Wir sehen auch, wie diese chemischen Industrien ruckzuck schließen, verkleinern, verkaufen, Stellen abbauen und so weiter und wir hier in Grenzach würden dann mit dieser nicht lebenswerten Firma Zimmermann dastehen und keine zukunftsorientierten Gewerbe würden hier ansiedeln wollen. Lasst uns doch eine lebenswerte Zukunft erhalten und aufbauen.Grunhilde Merkle, Grenzach-Wyhlen

KRÖTENWANDERUNG
Bettinger Straße wird zum Friedhof
Es kommt der Frühling und es kommt die Zeit, in der die Frösche und Kröten wandern. In dieser Zeit wird die Bettinger Straße vom Ende der Hauptstraße bis zur Einmündung der Talstraße zum Friedhof. Letztes Jahr zählte ich auf diesem Straßenabschnitt 79 überfahrene Frösche und Kröten. Die tatsächliche Zahl an toten Tieren liegt deutlich höher, da Krähen die toten Tiere fressen und ich nicht jeden Tag gezählt habe.

Ein Hinweisschild auf die Krötenwanderung wird aufgestellt. Da es kurz hinter der Aufhebung der 30 km Zone steht, wird einfach Gas gegeben. Von Seiten der Gemeinde wurde mir mitgeteilt, dass man nicht mehr machen könne; kein Geld, kein Personal. Andere Städte sperren während der Wanderzeit abends die Straßen. Man könnte beispielsweise in der Zeit die 30 km Zone verlängern.

Der Bau vom Neufeld-Süd mit gesteigertem Verkehr dürfte zum Aussterben der Population führen. Bei der Anhörung zum Neufeld Süd wurde die Meinung vertreten: Seit 40 Jahren ist das so, man braucht nichts ändern.

Der BUND erhielt Auszeichnungen für den Schutz der Krötenwanderung, indem man in der kritischen Zeit Krötenzäune aufstellte. Der BUND Grenzach-Wyhlen ignoriert das Problem einfach, obwohl er darauf hingewiesen wurde, durch Schweigen. Im Augenblick kann ich das Problem nur öffentlich machen. Ich hoffe, dass durch diesen Brief die Autofahrer in den nächsten zwei Monaten die Geschwindigkeit drosseln, die Straße genau beobachten und somit den Tieren eine Chance geben.

Dr. Wolfgang Scharf, Grenzach-Wyhlen