Leserbriefe

Udo Männer, Grenzach-Wyhlen

Von Udo Männer & Grenzach-Wyhlen

Mi, 10. April 2013

Grenzach-Wyhlen

SANIERUNG KESSLERGRUBE
"Packen wir’s an!"
Zur Sanierung der Kesslergrube erreichte uns dieser Leserbrief:
Herzlichen Dank an die 13 Entscheidungsträger, die am 19. März für eine saubere Zukunft unsere Nachkommen gestimmt haben, der restliche Teil wird es hoffentlich auch bald kapieren, um was es geht.

Mit immensen Kostenaufwand und noch größerer optischen Zurschaustellung wurde in derzeit vom 2008 bis 2009 eine Hotspot-Sanierung der Hirschackergrube durchgeführt. Der Bevölkerung von Grenzach-Wyhlen wird suggeriert, dass diese Grube weitgehend Schadstoffarm ist, beziehungsweise amtliche Grenzwerte einhält. Dem ist bei weitem nicht so.

Ich habe das Buch "Falsches Spiel" von Dr. Martin Forter gelesen und vertraue ihm. Jedem der glaubt, dass in der Hirschackergrube damals "etwas ging" empfehle ich, das Buch zu lesen. Er wird mit Sicherheit eines anderen belehrt. Es ist geringfügig Chemiemüll entsorgt worden. Ergebnisse extern durchgeführten Screenings ergab "die Vielfalt der Stoffe sei riesig groß". Meines Wissens kann bei Beprobungen nur das gefunden werden oder nicht, nach was auch gesucht wird, Screenings hingegen decken einen weit größeren Teil ab, sind deswegen aber auch wesentlich teurer. Bei der Hotspot- Sanierung wurde lediglich nach leicht flüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffe gesucht und zwar nur nach 11 bis 14 Arten. Was ist zum Beispiel mit dem Hexachlorethan, das krebserregend ist und unter gewissen Umständen zu Tetrachlorethen (PER) und/oder zu Trichlorethen (TRI) abgebaut wird. Diese Litanei ließe sich noch weiter fortsetzen.

Was interessiert jetzt, was in 50 oder 100 Jahren passiert, wenn die verbliebenen Chemiemüllfässer gänzlich verrostet sind, sich der Inhalt mit der Erde vermischt und dann teilweise über unser Trinkwasser wieder zum Vorschein kommt? Die Hirschackergrube liegt ja "nur" im Wasserschutzgebiet. Es wurden dort Grabarbeiten von Projektverantwortlichen gestoppt, nach dem Motto, nichts mehr hören, nichts mehr riechen, nichts mehr sehen und erst recht nichts mehr messen, nur schnell zuschütten. Was da 2009 zugeschüttet wurde, weiß man nicht, weil kein Screening durchgeführt wurde.

Nun, da eine Sanierung des BASF Geländes anstehen wird, hoffe ich doch, dass gewisse zuständige Behörden und Gremien aus den alten Fehlern gelernt haben, und die bevorstehenden Sanierungen umweltverträglich und nachhaltig durchgeführt werden. Das Zitat des ehemaligen Bürgermeisters Könsler aus dem Jahr 1979, "Es geht nicht an, dass wir die Zivilisationsschäden der kommenden Generation generös überlassen", hat auch heute noch Gültigkeit. Mehr denn je.

Denken wir nicht nur an das Geld und an uns, denken wir an die Zukunft unserer Kinder und Enkel und investieren unser Geld in unsere Kinder und in die Zukunft unserer Nachkommen. Packen wir’s an!!!
Udo Männer, Grenzach-Wyhlen