Sanierung der Kesslergrube

Riehen stellt sich gegen die Einkapselung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 20. August 2014 um 12:40 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Der Riehener Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom Dienstagabend für eine "nachhaltige Sanierung der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen" ausgesprochen.

GRENZACH-WYHLEN/RIEHEN (BZ/dor). Der Riehener Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom Dienstagabend für eine "nachhaltige Sanierung der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen" ausgesprochen. Zwar spricht man in der verabschiedeten Stellungnahme nicht von der Bezeichnung Totalaushub, die Eidgenössischen Nachbarn der Gemeinde sprechen aber davon, dass sie die gewählte Sanierungmethode der Einkapselung als nicht nachhaltig empfinden, da die Altlasten im Boden bleiben.

In seiner Sitzung hat der Gemeinderat Riehen seine Stellungnahme zur Sanierung der Kesslergrube verabschiedet. Darin fordern die Gemeindevertreter das Landratsamt Lörrach auf, die vorgesehene Sicherung des Perimeters 2 zu überdenken und von der zuständigen Firma BASF eine langfristige Lösung zu verlangen.

"Die Gemeinde Riehen bezieht ihr Trinkwasser hauptsächlich über die Grundwasseranreicherung der IWB in den Langen Erlen, welche mit Flusswasser aus dem Rhein gespiesen wird", heißt es in der Stellungnahme. Die Rohwasserfassung befinde sich rund 2,5 Kilometer unterhalb des Auslaufbauwerks der ARA BASF, bei welchem sich die Kesslergrube befindet, die saniert werden muss. Die Gemeinde Riehen sei somit von der Sanierung der Kesslergrube unmittelbar betroffen, begründet man, warum man sich mit der Thematik ausführlich befasst hat.

"Die Gemeinde Riehen begrüßt es grundsätzlich, dass die Altlast saniert werden soll", macht der Gemeinderat klar. Im Perimeter 1 der Kesslergrube, für den Roche verantwortlich ist, werde "mit der Entfernung des belasteten Bodenmaterials den Erwartungen an eine Sanierung entsprochen."

Das Problem werde durch Einkapselung nicht gelöst

Die vorgesehene Einkapselung des Perimeters 2 sei "aber keine Sanierung im eigentlichen Sinne, sondern eine Sicherung der vorhandenen Altlast. Damit wird das Problem nicht gelöst, sondern seine Lösung späteren Generationen überlassen." Der Gemeinderat beurteilt aufgrund des Wissensstandes "das gewählte Sanierungsverfahren als nicht nachhaltig", da die Altlast nicht entfernt werde. In der Stellungnahme heißt es: "Zu diesem Schluss kommt auch das von der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, vom Landratsamt Lörrach und von der BASF in Auftrag gegebene Nachhaltigkeitsgutachten."

Die im Boden verbleibende Altlast stelle somit weiterhin eine potenzielle Gefährdung des Grundwassers, des Rheinwassers und somit auch des Trinkwassers in der Region Basel dar.

Der Gemeinderat hat dies alles in seiner Stellungnahme an das Landratsamt Lörrach festgehalten und fordert die Behörde auf, die Einkapselung neu zu bewerten und "auch für den Perimeter 2 von der verantwortlichen Firma eine Sanierung zu verlangen, welche das Problem langfristig und somit nachhaltig zu lösen vermag." Riehen unterstütze damit das Anliegen der Nachbargemeinde Grenzach-Wyhlen, welche ebenfalls eine nochmalige Überprüfung der Sanierungsmethode fordert.