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01. Januar 2010 17:06 Uhr

Silvesternacht

Unbekannte schänden 30 Gräber

Einen unglaublichen Akt von Zestörungswut hat es in der Silvesternacht auf dem Friedhof in Grenzach gegeben. Unbekannte verwüsteten mehr als 30 Grabsstellen.

  1. Polizeibeamte des Polizeireviers Rheinfelden nahmen vor Ort Finger – und Fußabdrücke, um die Täter überführen zu können. Foto: Vollmar

  2. Ganze Grabsteine und Grabplatten wurden in der Silvesternacht im oberen Teil des Grenzacher Friedhofs zerstört. Foto: Vollmar

GRENZACH-WYHLEN. Im oberen Teil unterhalb der Rebgasse wurden über 30 Urnen,-Einzel-und Familiengräber geschändet. Auf den Gräbern wurden nicht nur Kreuze, Grabschmuck und Grablichter zerstört, sondern es wurden sogar mit roher Gewalt ganze Grabsteine aus ihren Verankerungen gerissen, umgeworfen und beschädigt. Nach vorläufigen Schätzungen beläuft sich der Schaden an allen Gräbern auf mindestens 15 000 Euro, Vermutungen gehen jedoch davon aus, dass die Schadenssumme noch weitaus höher sein wird.

Die bisher noch unbekannten Täter müssen mit massiver Gewalt vorgegangen sein, so die ersten Eindrücke von Friedhofsbesuchern am Neujahrsmorgen. Sie verständigten umgehend die Polizei sowie Vertreter der Gemeindeverwaltung. Bürgermeisterstellvertreterin Ulrike Ebi-Kuhn, Hauptamtsleiter Carsten Edinger und Jutta Ibert, zuständig für die Friedhofsverwaltung, waren bei einer Besichtigung vor Ort schockiert über die massiven Sachbeschädigungen.

Weitere Sachbeschädigungen

Die Polizei macht sich umgehend auf Spurensuche an den umgeworfenen Grabsteinen, nahm Finger- und Fußabdrücke und zog eine erste Schadensbilanz. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen ist es in der Umgebung des Friedhofs auch zu weiteren Sachbeschädigungen gekommen: In der Hebelstraße wurden an mehreren Autos Außenspiegel abgerissen, außerdem wurde die Scheibe eines Mercedes eingeschlagen. Außerdem wurde eine Nikolausdekoration an einem Haus nahe des Friedhofs beschädigt, während im unteren Bereich der Friedhofsanlage Bänke umgeworfen wurden.

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Hinweise auf grölende Männer und Frauen

Die Polizei geht auch Hinweisen nach, wonach in der Silvesternacht eine grölende Horde von jungen Männern und Frauen gesehen worden ist, die sich mehrfach auffällig verhalten haben soll. Anwohner in der Hebelstraße berichteten darüber hinaus, dass vor ihren Häusern nur an Autos mit schweizerischen Kennzeichen die Außenspiegel abgerissen wurden, während ganz offensichtlich Autos mit deutschen Kennzeichen verschont wurden.

Sammelklage?

Nach Angaben von Bürgermeisterstellvertreterin Ulrike Ebi-Kuhn erwägt die Gemeinde, eine Sammelklage gegen Unbekannt einzureichen. Außerdem wurde eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgelobt. Zeugen können sachdienliche Hinweise an die Gemeindeverwaltung Grenzach-Wyhlen oder das Polizeirevier in Rheinfelden richten. Die Bevölkerung wird außerdem gebeten, alle ungewöhnlichen Beobachtungen in der Silvesternacht zu melden. Entsprechende Schilder stellte am Neujahrsmorgen auch der Leiter des Gemeindewerkhofes Martin Dockhorn auf dem Friedhof in Grenzach auf.

Schäden sollen gemeldet werden

Stellvertretend für die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner wird Gärtnermeister Ralf Blubacher allen geschädigten Grabbesitzern einen Brief schreiben, während die Gemeinde nach Angaben von Hauptamtsleiter Carsten Edinger die versicherungsrechtlichen Aspekte prüfen lässt. Die Gemeinde fordert alle Grabbesitzer auf, ihre Gräber und Grabausstattung auf Schäden zu überprüfen und diese zu melden. In wieweit die zuständige Versicherung für Schäden aufkommt ist ungewiss und nach ersten Informationen eher unwahrscheinlich.

Die Nachricht von dem Vandalenakt auf dem Grenzacher Friedhof verbreitete sich am Neujahrstag wie ein Lauffeuer.

Entsprechende Hinweise sind an das Polizeirevier Rheinfelden, Tel. 07623/74040 oder an die Gemeindeverwaltung, Tel. 07624/320 zu richten.

Autor: Heinz Vollmar