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25. Juni 2014 11:55 Uhr

Stade-Auktionen hat etwa 10 000 registrierte Kunden

Von Grenzach aus in die ganze Welt

Eines der weltweit führenden Auktionshäuser für Postkarten, Briefmarken und Münzen hat seinen Sitz in der Doppelgemeinde.

  1. Hat sich Postkarten, Briefmarken und Münzen verschrieben: Daniel Stade beim Sichten von Postkarten des Auktionshauses Stade. Foto: Martin Eckert

GRENZACH-WYHLEN. Mit einem Lagerbestand von etwa drei bis vier Millionen Postkarten und etwa 100 000 registrierten Kunden aus aller Welt gehört das Auktionshaus Stade aus Grenzach-Wyhlen zu einem der weltweit führenden Auktionshäusern für alte Postkarten, Briefmarken und Münzen. Wobei das Hauptaugenmerk eindeutig bei historischen Postkarten liegt.

Geschäftsführer Daniel Stade hatte vor gut zehn Jahren sein Hobby und seine Leidenschaft für alte Postkarten zum Beruf gemacht und das 1991 von Walter Dienger gegründete Unternehmen übernommen. Seither ist er ständig in ganz Europa unterwegs und auf der Suche nach Sammlungen und interessanten Einzelstücken für seine weltweit beachteten Auktionen.

Vergangenes Jahr verlegte man dann den Firmensitz von Weil am Rhein nach Grenzach-Wyhlen, da man hier über der Volksbank in Grenzach entsprechende Räumlichkeiten erwarb. 14 Festangestellte, davon zwei Auszubildende, und etwa acht Aushilfen und Teilzeitkräfte sind seither bei Stade-Auktionen damit beschäftigt, die eingehenden Postkarten zu sortieren, zu katalogisieren, zu bewerten, einzuscannen und schließlich in alle Welt zu verkaufen. Und nahezu jeder Artikel geht einmal durch die Hände des Chefs, so der stellvertretende Geschäftsführer Jochen Schwenk.

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Drei Mal pro Jahr werden die international beachteten Auktionen veranstaltet. Die Vorbereitungen dauern jeweils etwa vier Monate und beginnen sofort nach Abschluss der letzten, denn nach der Auktion ist vor der Auktion. Und für jede einzelne Auktion wird in unzähligen Arbeitsstunden ein gewaltiger Katalog mit etwa 20 000 Einzelstücken auf 1400 Seiten erstellt sowie ein zweiter Katalog, in dem etwa 20 000 komplette Lose und Sammlungen angeboten werden, hauptsächlich an Händler.

Bauhaus-Postkarte von Paul Klee
Der bisherige Höhepunkt der Firmengeschichte war eine Bauhaus-Postkarte von Paul Klee, die vor einigen Jahren einen Auktionserlös von 22 000 Euro erbrachte, erinnert sich Schwenk. Die letzte Auktion fand erst vor wenigen Tagen, am 14. Juni statt. An dieser hatten sich etwa 12 000 Interessierte online beteiligt. Zusätzlich hatten sich etwa 20 Händler und Sammler in den Geschäftsräumen eingefunden und etwa dieselbe Zahl bot am Telefon mit. Im Schnitt können etwa 90 Prozent der angebotenen Artikel verkauft werden.

Die Höhepunkte dieser Auktion waren sicherlich eine Sammlung mit 38 000 historischen Postkarten, die für 78 000 Euro von einem Händler ersteigert wurde sowie Briefe des Jagdfliegers Max Immelmann aus dem Ersten Weltkrieg an dessen Freundin. Diese konnten für etwa 6000 Euro an einen Privatmann veräußert werden.

Zusätzlich werden auch permanent Einzeltstücke auf dem weltweit größten Internetauktionshaus Ebay zum Verkauf angeboten, wo die beeindruckende Zahl von mehr als 52 000 laufenden Festpreis-Angeboten für sich spricht. Doch wer hofft, seine Urlaubspostkarten vom Kühlschrank oder der Pinnwand zu schnellem Geld machen zu können, muss enttäuscht werden: Denn für Stade sind nur Karten interessant, die älter als aus dem Jahr 1970 sind, und die Sammlung muss auch mindestens 100 Karten enthalten.

Weitere Informationen zum Auktionshaus finden Sie im Internet unter der Adresse http://www.stade-auktionen.de

Autor: Martin Eckert