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30. Oktober 2010 12:25 Uhr

Bahnchef informiert sich in Lahr

Grube-Besuch ein Signal der Hoffnung

Nach dem Besuch des Bahnchefs Rüdiger Grube am heutigen Samstag in Lahr sind die Hoffnungen der Befürworter einer Autobahnparallele gewachsen, dass sie ihrem Ziel ein gutes Stück näher gekommen sind.

  1. Protest der Abatra-Initiative auf der Bahnbrücke Foto: Christoph Breithaupt

  2. Rüdiger Grube im Gespräch mit Betroffenen Foto: Christoph Breithaupt

  3. Grube informiert sich über die Probleme der Bahnplanung auf der Bahnbrücke. Foto: Christoph Breithaupt

  4. Acht Argumente für die autobahnparallele hat die Stadt aufgelistet: OB Müller und Grube Foto: Christoph Breithaupt

  5. Grube informiert sich über die Probleme der Bahnplanung auf der Bahnbrücke. Foto: Christoph Breithaupt

  6. Acht Argumente für die autobahnparallele hat die Stadt aufgelistet: OB Müller und Grube Foto: Christoph Breithaupt

  7. Acht Argumente für die autobahnparallele hat die Stadt aufgelistet: OB Müller und Grube Foto: Christoph Breithaupt

  8. Acht Argumente für die autobahnparallele hat die Stadt aufgelistet: OB Müller und Grube Foto: Christoph Breithaupt

  9. Acht Argumente für die autobahnparallele hat die Stadt aufgelistet: OB Müller und Grube Foto: Christoph Breithaupt

LAHR. Grube signalisierte Bereitschaft, mit dem Bund über Verbesserungsmöglichkeiten der Trassenplanung zu sprechen. Und er machte deutlich, dass er den Dialog mit den Bürgern anders zu führen gedenkt, als dies in Stuttgart der Fall war.

Trotz des dicht gedrängten Programms hatte Bahnchef Rüdiger Grube bei seinem Besuch in Lahr am Samstagvormittag Zeit gefunden, mit Bürgern zu sprechen, die schon jetzt als Anlieger unter dem Bahnlärm leiden.

Marga Heitz etwa, die seit 25 Jahren an der Bahnstrecke lebt, beklagte, dass sie im Sommer schon jetzt nie bei offenem Fenster schlafen kann. Sollte die Bündelungstrasse kommen und alle Güterzüge durch die Stadt fahren, werde das zum Dauerzustand. Unterstützung kam von Martin Seiler, der seit 39 Jahren an der Bahn lebt. "Die ICE und die Regionalbahnen sind nicht das Problem, die vielen Güterzüge sorgen für unerträglichen Lärm." Susanne Zetting aus Orschweier wohnt 30 Meter von den Gleisen weg. Sie zeigte sich befriedigt, dass die A5-Trasse endlich gleich berechtigt geprüft wird: "Ich bin froh, weil die Frequenz im Güterverkehr so stark angestiegen ist."

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Bürgerinitiative Abatra: "Der Lärm macht uns krank"

"Der Lärm macht uns krank", sagten Vertreter der Abatra-Bürgerinitiative an der ersten Station Grubes auf der Bahnbrücke in der Rheinstraße. Die Stadt hatte den Punkt bewusst ausgewählt, weil hier ein besonders neuralgischer Punkt ist. Zwei Hochhäuser stehen dicht gedrängt an der bestehenden Trasse. Sollte die Antragstrasse realisiert werden, würde sie noch näher an eines der beiden Häuser rücken. Trotz der 5,50 Meter hohen Schallschutzwände, die in diesem Bereich vorgesehen wären, gibt es für die Bewohner der oberen Stockwerke beim Schallschutz keine Optimierungsmöglichkeiten, bekannte ein Mitarbeiter der Bahn auf einen entsprechende Frage Grubes. Ganz offensichtlich war dem Bahnchef die prekäre Situation vor Ort so nicht bekannt. Eben darauf hatte die Verwaltung bei der Gestaltung des halbstündigen Besuchsprogramms gesetzt: die Überzeugungskraft des optischen (und akustischen) Eindrucks.

Grube, der von einem Pulk von politischen Vertretern der Region und Journalisten begleitet wurde, zeigte sich interessiert, hakte nach und machte sich Notizen. Nachdem er kurz durch ein vom passiven Lärmschutz bedrohtes Viertel gefahren war, erläuterte ihm vor dem Bahnhof von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller Müller anhand von Schautafeln die Argumente für eine Autobahnparallele, die gegenüber der Bündelung viele Vorteile aufweise, bevor es weiter Richtung Süden nach Ringsheim und Kappel-Grafenhausen ging.

In einer ersten Bilanz zeigte sich Müller erfreut über den anderen Stil, der mit Grube Einzug gehalten habe. "Ich nehme ihm ab, dass er ehrlich Interesse an einer echten Problemlösung hat und dass er nach rationalen Kriterien entscheidet." Nach dem Vergleich der beiden Varianten dürfe die Entscheidung nicht in der Schwebe gelassen werden: "Das darf jetzt nicht mehr lange rumdümpeln". Bürgermeister Langensteiner-Schönborn hatte den Eindruck gewonnen, dass Bahnchef Grube den Finger in die Wunden der alten Planung gelegt habe.

"Ich denke, dass er etwas bewegen will. Dem Dialog müssen aber Taten folgen. Ohne Taten, ohne erkennbare Zeichen wird er keinen Frieden in die Region bringen." Grubes Fragestellungen hätten gezeigt, dass ihm die Mängel der alten Bahnplanung nicht bewusst gewesen seien. "Das kann", so Langensteiner-Schönborn, "ein Manko der internen Informationspolitik der Bahn sein." Längst schon hätten die Verantwortlichen dort dem Bund signalisieren müssen, dass auf der bestehenden Planung nicht weiter gearbeitet werden könne. Sein Fazit: "Der Besuch war auf jeden Fall ein Riesenerfolg für die Region."

Skeptisch gab sich Peter Ackermann von der Abatra: "Grube ist im Wort. In Bad Krozingen hat er gesagt, dass es keine Neubaustrecken durch Wohngebiete gibt." Noch skeptischer äußerte sich ein Bewohner der Husarenstraße: "Ich glaube den Politikern gar nichts mehr, und der Bahn auch nicht."

Autor: dü