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07. November 2014

Breite Palette von Kunstobjekten

Seit 25 Jahren zeigt der Gundelfinger Kunstverein eigene Werke.

  1. Zur Ausstellung erst fertig geworden: Das Bild, die „Tür“ von Elke Brutzer Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Der Gundelfinger Kunstverein zeigt alljährlich einmal das Beste, was er hat: die Kunst der eigenen Mitglieder. Nun ist es wieder soweit: 27 Künstlerinnen und Künstler stellen zurzeit im Foyer des Rathauses ihre Bilder, Stoffwerke und plastische Arbeiten bis zum 3. Dezember aus.

"Das ist ein Jubiläum – seit 25 Jahren findet die Jahresausstellung hier im Rathausfoyer statt", freute sich Bürgermeister Reinhard Bentler: "Und es ist immer wieder ein Höhepunkt." In seiner Einführung zollte er neben seiner Freude zum 25-jährigen Bestehen in erster Linie dem Kunstverein, den Künstlern und den Vorsitzenden Respekt und Anerkennung für die Arbeit. Jetzt sind wieder die aktuellen Arbeiten der Gundelfinger Künstler zu sehen. Bentler: "Eine tolle Vielfalt – die einen lieben Abstraktes, die anderen Reales." Mit Landschaften, Porträts, abstrakter Kunst und Skulpturen locken die Aussteller in die neue Schau.

Die Französin Isabell Wiessler stellt Träume aus Stoff her. Ihr "Dans le miroir de l’océan" erinnern an Meereswellen, durchzogen von Sonnenstrahlen. Erst kürzlich konnten sie ihre Kunstwerke aus Stoff in Mexiko zeigen. "Mutterliebe" gibt es auch unter den Tieren – das zeigt Sylvie Meixner mit ihrem Affenbild. Wie die Erde entstand, als roter sich drehender Ball, malte Heidelore Hartmann. Das zweite Bild von ihr: Der Sog. Eines der teuersten Werke dürfte das Ölgemälde von Nora Schütz-Minorovics sein: ein stimmiges Herbstbild.

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Die nächste Ausstellung im Januar wird Franziska Reisen-Veith bestücken. Bei der Mitgliederausstellung präsentiert sie nun vorab eine Rost-Impression, die einem Ausschnitt einer Schiffsaußenwand mit Rissen und Algen gleicht. Wie ein Märchenschloss sieht das schmucke, verschnörkelte Haus von Reinhard Framke aus. Die grafischen Formen aus der Hand von Gisela Findel-Tölke gehen der Frage der Seele nach. Zarte, sanfte Töne benutzte Wolfgang Peter Woseipka für sein Gemälde "Venedig". Dass sie die Natur liebt, zeigt Ingeborg Pether in ihren Bildern. Die Erdtöne erinnern an frisch gefallenes Laub.

Die Werke von Rita Bausch leuchten – doch ihre Farben sind eisig und kalt. Dagegen sind die, mit denen Wilma Bühler den Bregenzer Wald und die Toskanalandschaft malte, harmonisch warm und freundlich. Kunst ist schließlich für jeden etwas anderes.

Hans-Peter Friedrich lässt sein Pegasus-Pferdchen auf einer Fingerspitze balancieren. Und Marianne Eickelpasch liebt gestapelte Steine, die sie mit Kreide auf Acrylhintergrund auf die Leinwand bannt. In der Ausstellung können die Besucher den "Gitarrist" von Hans-Werner Drawin und zwei eindrucksvolle Werke von Erika Gothe van der Zwaag bestaunen.

Erst zur Ausstellung fertig geworden ist das beeindruckende Bild "Tür" von Elke Brutzer. Sie malte den Südeingang des Freiburger Münsters. Stefan Bohl stellt ein überdimensionales Gemälde aus – der Titel: "Am Meer". Dunkle unheilverkündende Wolken ziehen durchs Bild. Aus kräftigen leuchtenden Ölfarben besteht Wilfried Klausmanns Bild "Rheingold", das den Betrachter sofort in Beschlag nimmt. Die "Lichthorizonte" von Franz Quitter stellen das Gundelfinger Rathaus zusammen mit den Kirchentürmen in den Mittelpunkt. Aus der Formenwelt des Mikrokosmos präsentiert Roderich Brandsch ein Kunstwerk, und Doris Wollandt malte herzige Bärengesichter. "Leben über dem Wasser" betitelt Dieter Dörle sein Werk, und Barbara Ostwalds "Spinnwebe" ist aus Stoff hergestellt. Ihre Technik ist der Quillt. Ein ebenfalls wunderschönes, luftiges Blumenbild ist von Hilde Zimmermann zu sehen. Skulpturen aus Alabaster und Stealit präsentiert die Künstlerin Christine Lotz. Fast alle der 52 Kunstwerke können erworben werden.

Ulrike Bach, Vorsitzende des Kunstvereins, verabschiedete Bürgermeister Bentler – es war seine letzte Jahresausstellung. "Das finden wir eigentlich gar nicht lustig – Sie haben uns all die Jahre unterstützt, wir haben Ihnen viel zu verdanken", sagte Bach und überreichte Bentler ein Abschiedsgeschenk.

"Im Laufe der Jahre konnten wir uns mit Ausstellungen, Konzerten und Literaturveranstaltungen einen Namen machen, weil wir mit dem Rathausfoyer geeignete Ausstellungsräume besitzen und die Gemeinde immer hinter uns wussten." Selbst beim Bau des Rathauses hatte der Kunstverein damals die Möglichkeit mitzureden, so dass ein lichtdurchflutetes Foyer entstand. Dafür dankte sie Bürgermeister Reinhard Bentler, der sofort versprach, künftig als Privatperson zu den Vernissagen zu kommen.

Info: Das Gundelfinger Rathaus ist geöffnet Montag bis Donnerstag, 8 bis 12 Uhr, außerdem Montag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 14 bis 18 Uhr und Freitag 8 bis 12.30 Uhr.

Autor: Andrea Steinhart