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10. Juli 2015

Drei Künstler, eine Ausstellung

Margrit Molt-Symalla, Gisela Trüller und Peter Lüthi stellen derzeit im Gundelfinger Rathausfoyer ihre Werke aus.

  1. Margrit Molt-Symalla (von links), Peter Lüthi und Gisela Trüller stellen derzeit im Gundelfinger Rathausfoyer ihre Werke aus. Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Drei Künstler – eine Ausstellung. Seit Mittwochabend zeigen Margrit Molt-Symalla, Gisela Trüller und Peter Lüthi ihre Werke im Gundelfinger Rathausfoyer. Eingeladen wurden die Freiburger Künstler vom Gundelfingen Kunstverein.

"Diese Bilder verdienen es, nicht nur angeschaut zu werden, sondern auch, dass das ein oder andere Werk gekauft wird", sagte Bürgermeister Raphael Walz, der in seiner Begrüßung bei der Vernissage am Mittwochabend seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, so viele Gäste begrüßen zu können. Die Vorsitzende des Kunstvereins, Ulrike Bach, überließ es den drei Kunstschaffenden, sich selbst und ihre Impressionen vorzustellen. Seit acht Jahren trifft sich das Trio alle drei Wochen zum Malen.

"Dabei inspirieren und kritisieren wir uns – ohne dass der andere gekränkt wäre, vielmehr bereichert es uns", erzählte Gisela Trüller. Ihre Bilder entstehen nicht von gesehenen Eindrücken, sondern jedes Mal aus ihre Stimmung und Seelenlage. "Ich habe die Bilder nicht im Kopf – sie wachsen beim Malen." Steuern lässt sie sich von den Farben, von Strukturen und Muster. "Aber auch durchaus vom Zufall." Manchmal erscheinen unter ihren Händen auf der Leinwand abstrakte Werke, die sie so nie beabsichtigt hätte malen können. Mit ihrer Kunst verarbeitet die Künstlerin ihren Alltag und die Themen, die sie belasten oder erfreut: "Das Malen spricht dabei meine fünf Sinne an." Ein Richtig oder Falsch gibt es dabei nicht, gesteht sie: "Denn alles sind meine Wahrnehmungen."

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Ganz anders die Bilder von Margrit Molt-Symalla. Ihre Bilder sind gegenständlich und zeigen unterschiedliche Motive. "Mich faszinieren Formen und das Arbeiten mit Farben", brachte die Malerin ihre Motivation auf den Punkt. In ihren Bildern stehen Licht und Schatten, Hell und Dunkel, ruhigen und dynamischen Formen gegenüber. Eigentlich sollte sie Architektin werden – jetzt malt die Ärztin Stadtmotive und Stadtlandschaften nach Fotos, die sie zuvor gemacht hat – zum Beispiel das Freiburger Konzerthaus mit Blick auf die Blaue Brücke. Eine weitere Leidenschaft der Künstlerin ist das Malen von Wasserspiegelungen, die sich an Ufern von Seen und Tümpeln zeigen. Beim Bild "Eisweiher" ist das gut zu sehen, aber auch die Kälte, die vom eisbedeckten See ausgeht.

"Schon früh habe ich, beeindruckt von einer Landschaft, einem Gesicht oder einer Situation, das Gesehene zeichnerisch festgehalten", erzählt der Dritte im Bund, Peter Lüthi.

Mit der Außenwelt in tiefem Dialog

So sind über die Jahre viele Skizzen entstanden. Nach seinem Umzug von Zürich nach Freiburg besuchte er Kurse bei Künstlern und machte eine Entwicklung durch, die, so sagt er, ihn zutiefst erfreute. "Es ist, als sei ich mit der Außenwelt in einen tieferen, intensiveren Kontakt, in einen erweiterten Dialog gekommen", erzählt er bei der Vernissage. Zuvor war der Himmel für ihn blau, ein Baum grün und der Stamm braun. Heute ist er fasziniert von dem unendlichen Wechselspiel des Lichts und Schatten, von den feinen Unterschieden und gleitenden Übergängen, den Abstufungen und den krassen Gegensätzen. "Immer wieder bannt mich heute die Farbe Grün in seiner unendlichen Palette." Und er ist fasziniert von Kakteen und Sukkulenten – wie in der Ausstellung anhand seiner ausgestellten Bilder zu sehen ist. Musikalisch umrahmt wurde die abendliche Eröffnung von Lusine Arakeljan (Cello) und von der Künstlerin Margrit Molt-Symalla am Klavier.

Info: Die Ausstellung im Gundelfinger Rathausfoyer ist von montags bis donnerstags, freitags von 8 bis 16 Uhr zu sehen.

Autor: Andrea Steinhart