Kunst genügend Raum verschaffen

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Do, 30. Juli 2009

Gundelfingen

Kunstverein in Gundelfingen: Mit wenig Geld und viel Zuversicht 25 Jahre überlebt / Kleine Feier im Rathausfoyer

GUNDELFINGEN. Es war ein mutiger Schritt, den vor 25 Jahren kunstsinnige Menschen beherzt umsetzten: Die Gründung des Gundelfinger Kunstvereins. Mit einem "silbernen Schnitt" wurde am Sonntag das silberne Jubiläum gefeiert im Rathausfoyer und 58 Plakate zu den verschiedensten Veranstaltungen gezeigt. Sie gaben den vielen Besuchern zum Festakt einen deutlichen Einblick in die Schaffenskraft des Vereins.

Kunst und Kultur aus aller Welt Bürgern in Gundelfingen näher zu bringen hat sich der Kunstverein auf die Fahnen geschrieben. "In den 25 Jahren haben wir zahlreiche Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Matineen organisiert, sogar mit Künstlern aus Japan, Indien, Iran oder Russland", zählte Ulrike Bach die Betriebsamkeiten des Gundelfinger Kunstvereins auf. Groß war das Interesse von Anfang an.

Vor allem auch sei es die hohe Qualität der Kunstausstellungen gewesen, mit der sich der Kunstverein über die Gemeindegrenzen einen Namen gemacht hatte. "Wir hatten immer sehr viele Anfragen von Künstlern, die hier gerne ausgestellt hätten", blickt die Vorsitzende – seit 22 Jahren im Verein aktiv – auf die rege Tätigkeit zurück. Für sie ist das zugleich auch ein Beweis für den hervorragenden Ausstellungsrahmen im Gundelfinger Rathausfoyer, an dessen Planung der Kunstverein damals mitwirken konnte.

Immer wieder ist es dem Kunstverein gelungen, qualitativ hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern, ein Podium zu bieten. Unerwähnt darf jedoch nicht bleiben, dass der Verein sich intensiv um Nachwuchs engagiert. Ausstellungen in Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Hauptschule fanden schon statt, und im August steht der erste "Kinder-Kreativ-Tag" an, bei dem die Mädchen und Jungen lernen sollen, mit Farben und Pinsel umzugehen. Die zahlreichen Ausstellungen seit Vereinsgründung wurden auch begleitet von didaktischen Veranstaltungen wie Vortragsreihen, Museumsbesuchen und Reisen zu anderen Galerien. An das mit Abstand eindrucksvollste Ereignis in der Vereinsgeschichte erinnerte Hans-Werner Drawin beim Festakt: der Kauf des Flügels, um Ausstellungen und Matineen musikalisch zu umrahmen.

Mit viel Optimismus gingen die Vereinsmitglieder 1996 auf Betteltour, nachdem der damalige Gundelfinger Gemeinderat jeglicher Zuschuss untersagt hatte. "Wir bekamen dort Spenden, wo wir es nie erwartet hätten und von denen, wo wir es erhofften, gingen wir mit leeren Händen nach Hause", resümierte Drawin. Nachdem der Kunstverein ein Großteil des benötigten Geldes zusammen hatte, startete Helmut Barth, Professor an der Freiburger Musikhochschule, hochrangig besetzte Konzerte, die den Rest für ein gutes, gebrauchtes Instrument einspielten. In die Vereinsgeschichte blickte auch Michael Bach in seiner Rede. Gegründet, um den in Gundelfingen lebenden Künstlern, Professionelle und Autodidakten eine Plattform für die künstlerischen Aktivitäten zu geben, dehnten sich die Aufgaben des Vereins stets aus. Heute, so Bach, lebe nur ein Drittel der Mitglieder in Gundelfingen. Durch diese Originalität sei der Verein weit über die Grenzen Gundelfingen bekannt.

Der stellvertretende Bürgermeister Bernd Bauer lobte das Engagement des Vereins beim diesjährigen Ferienprogramm und hob die einzigartig gute Zusammenarbeit des Vereins mit der Schule hervor. Der Kunstverein sei ein zentraler Kulturträger der Gemeinde und trage besonders zur Förderung der Kunst bei. Zudem reihe sich der Verein hervorragend in die breite Vereinslandschaft Gundelfingens ein. Zum Dank erhielt der Verein von der Gemeinde ein Geldgeschenk.

Nach dem Schlusswort Bachs und einem weiteren heiteren musikalischen Vortrag am Flügel von Berthold Metz lud der Verein zu einem Stehempfang mit Imbiss und musikalischer Begleitung ein.