Musikalische Unterhaltung als hohe Kunst

preu

Von preu

Di, 26. Januar 2016

Gundelfingen

Die Gareth-Reaks-Combo gastiert im Rathausfoyer Gundelfingen mit Liedern aus dem Great American Songbook.

GUNDELFINGEN (preu). "We got a world that swings", so der Titel des Konzerts, das Gareth Reaks mit seiner Combo auf Einladung des Kunstvereins präsentierte. Die Zuhörer konnten durch die musikalische Welt amerikanischer Jazzclubs der 1940er und 1950er Jahre streifen und Songs des Great American Songbook genießen. Gareth Reaks (Vibraphon und Gesang), Olga Krasotova (Klavier), Andres Buchholz (Kontrabass) und Eric Karle (Schlagzeug) rissen die Zuhörer mit, entlockten ihnen spontane Beifallsstürme. "You’d be so nice to come home to" von Cole Porter eröffnete den Abend, ein "swinging welcome", so Gareth Reaks, der das Publikum mit seinen Erläuterungen der Musikstücke und launigen Kommentaren durch den Abend führte.

Mit "We got a world that swings" erklang danach der Song, dessen Titel das Motto des Abends bildete. "If we are together forever...we´ve got a world that swings" – eine glückliche Zweisamkeit, die Reaks´ sonore Stimme geradezu heraufbeschwor.

Viele Balladen, feinsinnig und gefühlvoll vorgetragen, handelten von Liebe, so "I'm through with love" aus "Manche mögen’s heiß". Ein Hauch von Wehmut, gepaart mit Sehnsucht, durchzog das Foyer. Im Gegensatz dazu "A night in Tunisia", hier glänzte Eric Karle am Schlagzeug mit einem herausragenden Solo. Ebenso in "Worksong", unterstützt durch einen längeren Klavierpart, mitreißend vorgetragen von Olga Krasotova.

Von Gareth Reaks angekündigt, bekommen die Damen im folgenden Song einen "Rat" für den Umgang mit Männern: "All you have to do is..." Es folgt lediglich eine Lautmalerei. "Making whoopee" , ein reines Instrumentalstück, gab Andres Buchholz am Kontrabass die Gelegenheit, sein großes Können zu zeigen.

Impressionistisch wirkendes Klangbild

Das Great American Songbook ist eine "Schatzkiste klassischer populärer Songs". Die Gareth-Reaks-Combo hat sich zum Ziel gesetzt, dessen Popularität zu erhalten. Auch "Someone in love" von Jimmy van Heusen entstammt dem Songbook und arbeitet mit musikalischer Farbe an einem impressionistisch wirkenden Klangbild.

"East of the sun and west of the moon", in diese Sphären versetzte das Vibraphon mit seinem weichen, filigranen Klang wohl alle Jazzliebhaber. Die Konzertbesucher konnten eingängige Melodien, gelungene Arrangements und spritzige Darstellung genießen, durchweg auf hohem Niveau.

Stürmischer Beifall brandete auf und Dankesworte gingen auch an Ulrike Bach, die Vorsitzende des Kunstvereins. Mit "I’m coming home, baby" wurden die dankbaren Zuhörer flott in den Abend verabschiedet.