Schule sammelt für Internat in Burundi

Gabriele Fässler

Von Gabriele Fässler

Do, 22. März 2018

Gundelfingen

Gundelfinger Schüler unterstützen ein Projekt in Afrika / Offizieller Start des Engagements beim Frühjahrsbasar.

GUNDELFINGEN. Alle zwei Jahre feiert das Albert-Schweitzer-Schulzentrum sein größtes Fest: den Frühjahrsbasar. Dieses Mal stand er unter der Überschrift "Unterwegs nach Afrika". Mit dem Basar verabschiedete der Arbeitskreis (AK) Eine Welt sein erfolgreich abgeschlossenes Projekt in Lateinamerika und startete offiziell sein Engagement für Burundi in Zusammenarbeit mit Project Human Aid (PHA). Deren Mitbegründer Thomas Fischer war zu Gast und berichtete über die Arbeit seiner Organisation.

Singend und begleitet vom rhythmischen Aufeinanderschlagen ihrer Trommelstäbe schreiten die burundischen Trommler bei der Eröffnungsveranstaltung in die Sporthalle am Albert-Schweitzer-Schulzentrum. Gekleidet sind die Trommler, die sogenannten Batimbo, in den Nationalfarben Burundis, in rot, grün und weiß. Ganz still wird es auf den Zuschauerrängen, als sie die im Halbkreis aufgestellten etwa hüfthohen Trommeln schlagen. Der Applaus nach der virtuosen Vorführung kann in puncto Lautstärke mit den Trommeln durchaus mithalten.

Seit diesem Schuljahr engagiert sich der AK Eine Welt am Schulzentrum mit den Lehrern Elisabeth Walk-Birigimana, Roland Wolf und Manuel van der Meijden für Burundi, das Partnerland Baden-Württembergs. Das ostafrikanische Land zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt und leidet unter den Folgen eines Jahrzehnte dauernden Bürgerkriegs. Nach wie vor ist die innenpolitische Lage in dem Land instabil.

Bei seinem Einsatz für Burundi kooperiert der AK mit der Organisation Project Human Aid. Deren Mitbegründer Thomas Fischer war eigens von Berlin angereist, um über die Organisation und ihre Projekte zu informieren. Anhand von Bildern und Filmsequenzen gab er Einblicke in das äußerst einfache Leben der dortigen Bevölkerung, die zu 95 Prozent von der Landwirtschaft lebt. "Kinder und Jugendliche liegen Project Human Aid besonders am Herzen", sagte Thomas Fischer. Anstatt zur Schule zu gehen, müssten sie oft arbeiten. So investiert PHA in die Bereiche Bildung, Gesundheit und Infrastruktur. Im Bereich Bildung etwa betreibt PHA in dem Ort Kivoga ein Internat für Oberstufenschüler, die die dortige weiterführende Schule besuchen. "Stellt euch vor, ihr hättet jeden Tag einen einfachen Schulweg von 15 Kilometern zu Fuß, kein Essen und müsstet euer Abitur schaffen", veranschaulichte Thomas Fischer die Lebensverhältnisse der burundischen Jugendlichen. Zudem gebe es in den Behausungen der Familien keine Elektrizität, was das Lernen praktisch unmöglich mache. Seit 2005 gibt es das Internat. Gestartet war es mit 15 Bewohnern. Aktuell wohnen rund 80 Schülerinnen und Schüler im Internat, das mittlerweile aus allen Nähten platzt. "Die Jugendlichen müssen sich zu zweit eine Matratze teilen", so Fischer.

Die Gundelfinger Schulgemeinschaft unterstützt mit dem Frühjahrsbasar den Ausbau des Oberstufen-Internats. Konkret werden Betten, Schränke und Matratzen für den Erweiterungsbau finanziert. Dieser soll noch in diesem Jahr beginnen. Um dafür Geld einzuspielen, packten unzählige Hände am Albert-Schweitzer-Schulzentrum mit an. In wochenlanger Vorbereitung planten, bastelten und organisierten die Schüler und ihre Lehrer die Angebote für den Basar, unterstützt von Eltern, Hausmeistern und weiteren Helfern. Heraus kam ein originelles und reichhaltiges Angebot, bei dem jeder der zahlreichen Besucher auf seine Kosten kommen konnte.

Die Kreativen konnten sich etwa beim Recycling- oder Schmuckbasteln austoben, andere bei Sinnesspielen, Bobbycar-Rennen, im Casino oder, indem sie auf einem Hometrainer strampelten, um den Strom für ihren Milchshake zu erzeugen. Für Grusel sorgte eine Geisterbahn und für Staunen die Zirkusaufführung einer Klasse. Temperamentvolle Trommelrhythmen und eine akrobatische Choreographie boten nochmals die Batimbo unter der Leitung von Boris Nzeyimana. Am AK-Stand gab es fair gehandelte Waren und Informationen über Burundi. Stärken konnten die Besucher sich etwa im Café Afrika, beim Dschungel-Imbiss oder in der Burundi-Bar.

Mit dem Frühjahrsbasar verließ der AK den südamerikanischen Kontinent, wo er sich rund ein Jahrzehnt in Kooperation mit der Stiftung Cristo Vive in Bolivien engagierte. Mit Spenden aus Gundelfingen konnten unter anderem ein Elektroniklabor in Bella Vista, eine Kindergartengruppe, eine Hausaufgabenbetreuung und ein Spielplatz in dem Andendorf Chocaya finanziert und eingerichtet werden. Das Fazit der beiden berichtenden Schüler lautete: "Das Projekt wird weitergeführt, wir können es bedenkenlos abgeben".

Spendenkonto: IBAN: DE43 6806 4222 0000 9155 05, Stichwort: Burundi, Kontakt: ak.einewelt@web.de

Weitere Infos gibt es unter http://www.project-human-aid.de