Effizient und ansprechend

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. Dezember 2018

Gutach im Breisgau

Architekt und Eigentümer Klaus Wehrle wird für Sanierung des Gutshof-Nordflügels ausgezeichnet.

GUTACH/STUTTGART (BZ). Landesumweltminister Franz Untersteller verlieh in Stuttgart erstmals den "Effizienzpreis Bauen und Modernisieren", der mit einem Preisgeld von insgesamt 100 000 Euro verbunden ist.

"Wohngebäude können energieeffizient und zugleich kostengünstig gebaut und modernisiert werden. Die Gewinner unseres neuen Preises belegen dies eindrücklich", betonte Untersteller. "Unser neuer Wettbewerb belegt damit, dass auch der Gebäudesektor den dringend erforderlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann." Jetzt gelte es, die Erfahrungen des Wettbewerbs zu nutzen und insbesondere die Möglichkeiten, ältere Gebäude kostengünstig energetisch zu sanieren, im ganzen Land bekannt zu machen. "Für das nächste Jahr planen wir daher eine Wanderausstellung, die viele gute Projekte des Wettbewerbs vorstellt und möglichst viele weitere Bauherren dazu anregen soll, diese Beispiele nachzuahmen." Unter anderem werde auf der Bundesgartenschau in Heilbronn die Ausstellung zu sehen sein.

Preisträger gibt es in fünf verschiedenen Kategorien, jeweils in Gold und Silber: Neubau Ein-/Zweifamilienhaus und Mehrfamilienhaus/Geschosswohnungsbau, Modernisierung Ein-/Zweifamilienhaus und Mehrfamilienhaus/Geschosswohnungsbau sowie Modernisierung im Denkmalschutz. In der letzten Kategorie gibt es zwei Gold-Gewinner, den Nordflügel des Gutshofs in Gutach und den Farrenstall in Staufen-Grunern.

Folgende Kennwerte beim Gutshof führten zur Gold-Prämierung: Primärenergiebedarf: 28,50 kWh/(m2a), Endenergiebedarf: 113,40 kWh/(m2a), Transmissionswärmeverlust: 0,447 W/m2 und Baukosten 1569 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche.

Die Umnutzung eines historischen Hofguts aus dem Jahre 1908 zu einem Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsräumen im EG (Pferdestall als Bürgertreff, BZ berichtete) habe sowohl energetisch als auch gestalterisch sehr überzeugen können. Insbesondere die dadurch entstehende Werterhaltung des Denkmals wurde als besonders positiv gesehen. Eine weitere Besonderheit stellt die gemeinschaftliche Kraftwärmekopplung-Biomasseanlage dar, welche, über dieses Objekt hinaus, weitere Wohngebäude mitversorgt. Das Objekt kann einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf sowie eine sehr effiziente Gebäudehülle für Gebäude dieser Art vorweisen. Unter Berücksichtigung der schwierigen Ausgangslage sowie den Denkmalschutzbestimmungen sei bei diesem Objekt die Umnutzung besonders gut gelungen.

Die Preisträger der Stufe Gold erhalten ein Preisgeld in Höhe von 12 000 Euro.