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07. August 2015

Gutshof soll gut werden

Nun gibt es Pläne für das denkmalgeschützte Gebäude und das Gelände dahinter.

  1. Wie die Sanierung des denkmalgeschützten Gutshofs und der Ausbau des Anwesens sowie die dahinter liegende Neubauten geplant sind, erklärte vielen interessierten Bürgern Architekt Klaus Wehrle. Foto: K. heiss

GUTACH. Der Gutshof in Gutach ist ein markantes Gebäude. Vor rund fünf Jahren wurde es vom ortsansässigen Nähfadenhersteller Gütermann verkauft. Seitdem kursierten immer mal Berichte über potenzielle Umbauplanungen und diverse Verwendungszwecke, die sich letztlich zerschlugen. Jetzt gibt es aber konkrete Ansätze für "eine behutsame und richtige Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks".

Dies betonte Christof Burger von der Breisgau Grund & Boden GmbH & Co. OHG mit Sitz in Bleibach. Diese Firma habe sich mit der Unternehmerfamilie Ganter, die das Grundstück erworben hat, laut Burger offen ausgetauscht und Ideen für ein Projekt entwickelt, das verhelfe, die Sanierung unter erschwerten Rahmenbedingungen – wie Einhaltung der Denkmalschutzrichtlinien – wirtschaftlich verträglich realisieren zu können.

"Denn auf dem großen Grundstück ist gutes Bauland", sagte Burger und ergänzte, angesichts der vielen Bürger im Pferdestall des Gutshofs, wo die Infoveranstaltung stattfand: "Und heute zeigt sich, dass es richtig war, mit unseren Plänen gleich an die Öffentlichkeit zu gehen."

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Burger ist Geschäftsführer der Karl Burger GmbH Waldkirch, die zusammen mit der Regiowerk GmbH und deren Geschäftsführer Architekt Klaus Wehrle das genannte Bauträger-Unternehmen "Breisgau Grund & Boden" bildet.

Wehrle stellte die Sanierungs- und Umbaupläne für das historische Gebäude vor und anhand von Bauzeichnungen und Modellen das Neubaugebiet, das auf dem dahinter liegenden Gutshofgelände entstehen soll. Die anwesenden Bürger sollten nach dem Kurzvortrag mit ihm und Burger ins Gespräch kommen, wovon sie auch rege Gebrauch machten. Wehrle betonte: "Anregungen sind erwünscht", die Veranstaltung diene explizit dem Zweck, frühzeitig die Bevölkerung in den Planungsprozess einzubeziehen.

Der Mitteltrakt des Gebäudes wird saniert, alle drei Geschosse und das Dach. In dem Gebäude könnte eine Art Mehrgenerationenhaus entstehen, fand Klaus Werhrle. Man sei momentan im Gespräch mit sozialen Einrichtungen. Im linken Gebäudeflügel über den Stallungen werde das Ober- und das Dachgeschoss für Mietwohnungen und eventuell eine Seniorentagespflege ausgebaut. Der Pferdestall könne unter Beibehaltung seiner "baulich einzigartigen Besonderheiten" nach Ansicht des Architekts "gegebenfalls als Café oder Bürgertreff hergerichtet werden". Vor der Stallung ist eine große Terasse geplant. Das Anliegen der Bauträger sei es, den Platz zu beleben. Der Südflügel sei in den 1920er Jahren einmal abgebrannt und danach nicht originalgetreu wiedererrichtet worden. "Wir wollen ihn nun historisch wieder aufbauen".

Gutshof soll bestimmendes Gebäude bleiben

Zur Parksituation gab er im Hinblick auf die Wohneinheiten, die entstehen, bekannt, dass zwei Tiefgaragen mit 61 Stellplätzen und weitere Stellplätze, auch für Besucher, unter anderem auf dem Hof und rückwärtig hinterm Gutshof entstehen sollen. Die Tiefgarage werde von der Elzstraße angefahren. "Wenn wir fertig sind haben wir 120 Stellplätze, die öffentlichen eingerechnet, am Gutshof."

Auf dem Gelände hinter dem Gutshof sollen fünf Punkthäuser mit jeweils mehreren Wohneinheiten entstehen und zwei Tiefgaragen für die Bewohner, mit Zufahrten rechts und links von der Kirchstraße aus. "Wir hätten gern, dass die Kirchstraße dann als Spielstraße ausgezeichnet wird und einen Wendehammer bekommt", sagte der Architekt. Man möchte beim Bauvorhaben mit Gutachern im Gespräch sein und die Bauarbeiten möglichst erträglich für die Nachbarschaft gestalten.

"Es ist eine riesige Herausforderung, den Gutshof zu sanieren", gab Klaus Wehrle zu. Es würden in das ganze Projekt rund zehn Millionen Euro investiert. Bis alles fertig sei, "gehen gut fünf Jahre ins Land", sagte er.

Bei der Innenplanung sei gerade das Dach des Gutshofs und sein Aufbau im Denkmalschutz ein großes Thema. "Da planen wir mit verschiebbaren Glasflächen an den Wohnungen, dass jeder Licht hat und raus kann." Das Projekt solle auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen, unterstrich der Architekt. Die Neubauten werden niedriger als der Gutshof und so konzipiert, dass der Gutshof das bestimmende Gebäude in diesem Areal bleibt, versicherte er. Die Gäste konnten am Modell vom Neubaugebiet die unterschiedlichen Dachkonstruktionen ausprobieren, um zu entscheiden, welche ihnen am harmonischsten erscheinen.

Zum Abschluss sagte der Bleibacher Architekt: "Für mich als Gemeindemitglied ist das eine besondere Herausforderung. Wir fühlen uns verpflichtet, das Beste zu geben."

Autor: Karin Heiß