"Das Team ist eine Wundertüte"

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 11. Januar 2019

Handball Allgemein

BZ-UMFRAGE zur WM unter Handballern aus der Region.

HANDBALL. Der Weltmeisterschaft, die am Donnerstag begann, soll alle Aufmerksamkeit gelten. Sie zwingt die Handballer aus der Region zu einer Pause. An den beiden kommenden Wochenenden haben sie spielfrei – abgesehen von ein paar kleinen Ausnahmen. Uwe Schwerer hat sechs Handballer aus Südbaden- und Landesliga unter anderem danach befragt, wie sie die Pause wahrnehmen und was sie der deutschen Mannschaft zutrauen.

BZ: Begrüßen Sie diese Pause in Südbaden während des Turniers?

Christoph Baumann (30), TuS Schutterwald: Ich glaube nicht, dass das Eine dem Anderen die Zuschauer wegnimmt. Viele WM-Spiele finden unter Woche statt. Eigentlich wäre es zu begrüßen, wenn das nebeneinander her laufen könnte, zumal wir am Finalwochenende der WM selbst wieder am Punkte spielen müssen. Das finde ich inkonsequent. Entweder ganz oder gar nicht.

Gabriel Kaufmann (25), TuS Ringsheim: Ich finde diese Pause nach der Weihnachtszeit gar nicht schlecht. Die kann man nutzen, um sich gezielt vorzubereiten. Was ich allerdings lustig finde, ist, dass ausgerechnet am Finaltag der WM in der Region wieder gespielt werden muss.
Philipp Kugler (21), TuS Altenheim: Es ist schön, noch Pause zu haben und sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Allerdings stehen jetzt noch einige Trainingsspiele auf dem Programm.
Wito Göpper (30), HSG Ortenau Süd:
Ich finde es gut, dass eine Pause gemacht wird. Somit hat man die Chance, selbst zu einem Spiel in die Halle zu gehen. Mich freut es, dass die WM in Deutschland stattfindet. Im Übrigen kann man sich in der Pause nochmal auf die weiteren Punktespiele vorbereiten.
Chris Berchtenbreiter (25), TuS Ottenheim: Ich finde es grundsätzlich sehr gut, dass man das Turnier, gerade wenn es im eigenen Land stattfindet, intensiv verfolgen kann.
Steffen Gambert (28), TuS Schuttern: Die Pause ist in Ordnung, so haben wir mehr Zeit, uns die WM-Spiele anzuschauen. Wir müssen halt schauen, dass wir selbst nicht aus dem Rhythmus kommen.

BZ: Wie und wo werden Sie die WM verfolgen?
Baumann:
So wie es aussieht, haben wir Training, wenn die deutsche Mannschaft spielt. Vielleicht kann man da auch mal etwas verlegen. Ansonsten gucke ich mit Freunden im kleinen Kreis. Eventuell fahre ich noch zu einem Spiel nach Köln.
Kaufmann: Während des Trainings werden wir immer mal den Ticker verfolgen. Ansonsten, wenn möglich, mit Freunden und Familie vor dem Fernseher. Vielleicht setzen wir das Training auch mal früher an, um danach gemeinsam irgendwo in einer Wirtschaft zu gucken.

Kugler: Im Foyer der Altenheimer Halle ist ein Public Viewing geplant. Die deutschen Spiele werden dort zu sehen sein.
Göpper: Im TV-Heim in Sulz werden die Spiele übertragen. Wenn es zeitlich passt, werde ich mir Spiele dort mit Mannschaftskollegen anschauen. WM-Karten habe ich keine bekommen, aber aus regionaler Sicht liegen die Spielorte nicht gerade optimal.

Berchtenbreiter: Ich bin durch Prüfungen stark beansprucht, sonst wäre ich bestimmt auch mal nach Köln zu einem Spiel gefahren. Aber ich sitze wohl eher zu Hause oder bei Kollegen vor dem Fernseher.
Gambert: Vielleicht schauen wir uns vor einem Training in der Halle mal eine Begegnung an. Direkt zu einem Spiel nach Köln zu fahren, habe ich bisher noch nicht geplant. Ich werde wohl zu Hause oder irgendwo mit Handballkollegen vor dem Fernseher setzen.

BZ: Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Baumann: Es gibt andere Mannschaften, die von den einzelnen Spielern her besser aufgestellt sind. Der Heimvorteil kann eine Rolle spielen. Die Vorrunde sollte kein Problem sein, aber in der Zwischenrunde kommen ein paar richtig starke Gegner. Es wird schwer, das Halbfinale zu erreichen. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Kaufmann: Ich bin guter Dinge, dass sie relativ weit kommt. Das gesetzte Ziel Halbfinale ist mit dieser Mannschaft auf jeden Fall drin. Wir haben zwar nicht die Überspieler, aber wenn das Team geschlossen auftritt, kann das funktionieren.
Kugler: Durch die Euphorie im eigenen Land ist der Halbfinaleinzug möglich. Allerdings muss dann auch alles passen, da andere Nationen wie Spanien, Frankreich und Dänemark von der individuellen Klasse her besser besetzt sind.

Göpper: Ich bin gespannt. Das Team ist eine Wundertüte. Wenn wir gut ins Turnier kommen, ist alles möglich. Die Vorrunde wird knackig. Aber wir haben ein bombastisch starkes Torhüterduo.

Berchtenbreiter: Das deutsche Team verfügt über einen sehr guten Kader, der es durchaus ins Halbfinale schaffen kann. Mit dem heimischen Publikum ist einiges möglich.

Gambert: Ich hoffe, dass sie besser abschneidet als letztes Mal. Ich rechne damit, dass sie unter die ersten Drei kommt. Mit der Euphorie im Rücken müsste das eigentlich zu schaffen sein.