Schnell bequemes Polster für den TuS

Nils Müller

Von Nils Müller

Di, 13. März 2018

Landesliga Süd

HANDBALLSPIEL DER WOCHE: Ersatzgeschwächte Herbolzheimer können Oberhausen im Landesliga-Derby nicht Paroli bieten.

HANDBALL. Landesliga Männer: TuS Oberhausen – TV Herbolzheim 31:22 (18:12). Der TuS Oberhausen gewinnt in einem weitgehend fair geführten Derby deutlich gegen ersatzgeschwächte Herbolzheimer. Dadurch bleiben die Hüsemer dem Zweitplatzierten SG Gutach/Wolfach dicht auf den Fersen – und können ihn kommende Woche im direkten Duell überholen.

Das Hinrundenspiel, bei dem sich der TVH in der Schlussminute ein 22:22-Remis sicherte, hatte alles, was ein Derby verspricht: Emotionen, Leidenschaft und Spannung. Emotional war es auch dieses Mal, die Spannung blieb allerdings aus. "Es war eine klare Angelegenheit, damit hatten wir nicht gerechnet", sagte Wendelin Ansel, Teammanager beim TuS Oberhausen. TVH-Trainer Mario Reif sagte: "Ich bin wirklich angefressen. Dass das Spiel nach zehn Minuten entschieden war, tut weh und ärgert mich."

Von Beginn an diktierte der TuS vor rund 500 Zuschauern das Spielgeschehen. Immer wieder kamen die Gastgeber gleichermaßen über Rückraum und Kreis zu einfachen Treffern, die Herbolzheimer Defensive fand ohne den erkrankten Routinier Frank Reymann einfach keinen Zugriff. Offensiv machte sich bei den Gästen das Fehlen von Top-Torjäger David Knezovic bemerkbar. Während die ob der Personalsituation stark veränderte TVH-Truppe im Angriff die nötige Präzision vermissen ließ, konnte sich Oberhausen bis zur 15. Minute ein bequemes Polster von acht Toren herausspielen. Die Gäste kamen im weiteren Spielverlauf zwar immer wieder auf vier Treffer an den Tabellendritten heran, mehr sprang allerdings nicht heraus.

Trotz der deutlichen Niederlage wollte Reif seinen Spielern keinen Vorwurf machen: "Viele von ihnen hatten zuletzt wenig Spielpraxis, jetzt mussten sie direkt beim Derby funktionieren." Unter diesen Umständen habe man nicht mit einem Punktgewinn gerechnet, dennoch hätte Reif gern "ein spannendes Derby gehabt, das in den letzten Minuten entschieden wird." Obwohl der TVH als Fünfter fernab jeglicher Abstiegssorgen zu sein scheint, wollte der Herbolzheimer Coach noch nicht das Ende des Abstiegskampfes ausrufen: "Nach unten sind es nur vier Punkte. Zu sagen, wir seien da raus, ist unrealistisch."

Auf der Gegenseite richtet sich der Blick auf höhere Tabellengefilde: Mit sechs Siegen in sieben Spielen hat sich Oberhausen unter den Top Drei etabliert – und spielt kommende Woche in Gutach zumindest um Platz zwei. Dabei werde die TuS-Truppe auch vom Derbysieg zehren können, glaubt Ansel: "Der gibt uns nochmal ein gutes Gefühl und festigt das Vertrauen in die eigene Stärke."

Tore TuS: Köbele 11, Freppel 7/2, Stoeffler 5, Stern 2, Zamolo 2, Martinez 2/1, Kölblin 1, Metzger 1. Tore TVH: N. Pommeranz 11, J. Pommeranz 4, Klausmann 3, Michael Brandt 2, Mokosch 1, B. Pommeranz 1.