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15. Juni 2012

Hafencity

Hamburg: Bummeln auf der Baustelle

Hamburg zieht immer mehr Touristen an, auch dank der neuen Hafencity.

  1. Ewige Baustelle: Die Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity ist ein beeindruckendes Bauwerk, Fertigstellung wohl nicht vor 2014. Foto: dpa

  2. Besucherandrang im Hafen: Hamburg wird bei Touristen immer beliebter. Foto: Verwendung weltweit, usage worldwide

Spaziergänge an der Elbe gehören für viele Hamburg-Touristen zu den Klassikern. Ein noch vergleichsweise neues Terrain ist die Hafencity – mit immer mehr Möglichkeiten zum Bummeln am Fluss entlang. Zu sehen gibt es einiges, auch wenn die Hafencity noch eine Baustelle ist. Manche kommen auch nur, um zu gucken, wie weit die Bauarbeiten am umstrittensten Gebäude sind: der Elbphilharmonie. Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich kostenlosen Führungen anschließen.

Zu den touristischen Höhepunkten gehörte die Umgebung der Hafencity schon lange: Das Deutsche Zollmuseum ist hier, das Gewürzmuseum, das Miniatur Wunderland mit der "größten Modelleisenbahn der Welt" (so die Eigenwerbung), der Hamburg Dungeon und natürlich die Speicherstadt mit ihren vielen ansehnlichen Speicherhäusern aus Backstein, erbaut zu Kaisers Zeiten und seitdem der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt.

Die Hafencity liegt zentral – bis zu den Landungsbrücken in St. Pauli ist es nur ein Katzensprung. Dort starten die traditionellen Hafenrundfahrten genauso wie die Fleettouren, bei denen Touristen die Speicherstadt vom Wasser aus erkunden können.

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Mit der Hafencity ist ein weiterer Anziehungspunkt hinzugekommen, von dem die Touristiker der Stadt glauben, dass er den Höhenflug der Besucherzahlen noch ankurbeln wird. Schon in den vergangenen Jahren ist Hamburg als Reiseziel immer beliebter geworden. Rund zehn Millionen Gästeübernachtungen werden für dieses Jahr erwartet – 2020 werden es konservativen Schätzungen zufolge 13,5 Millionen sein. Aber auch 18 Millionen seien möglich, glaubt Dietrich von Albedyll, der Chef von Hamburg Tourismus.

Das neue Stadtviertel hat daran seinen Anteil: "Wir rechnen damit, dass 2025 täglich rund 80 000 Touristen in die Hafencity kommen", sagt Susanne Bühler von der Hafencity GmbH. Einige sollen in dem neuen Quartier auch gleich übernachten. Denn weil es Hamburg insgesamt an Hotelzimmern fehlt, sind mehrere Neubauten geplant. Das Design-Hotel "25hours" hat bereits im Vorjahr eröffnet.

Bühler steht vor dem Internationalen Maritimen Museum, das in den alten Kaispeicher B eingezogen ist, ein Speicherhaus aus dem Jahr 1878. "Es widmet sich 3000 Jahren Schifffahrtsgeschichte und ist schon jetzt eine Touristenattraktion." Das Museumsgebäude liegt direkt am Magdeburger Hafen, in den früher die Schiffe von der Elbe kommend einliefen und ihre Ladung löschten. Bis ins Überseequartier ist es nicht weit – Besucher können vom Museum aus zu Fuß dorthin schlendern, ohne privaten Grund zu betreten: 37 Prozent der Flächen in der Hafencity sind öffentlich zugänglich.

Das Überseequartier ist ein Stück fast fertige Hafencity mit grünen Rasenflächen und Parkbänken, mit Restaurants und einer Grundschule in einem fünfstöckigen Gebäude mit Pausenhof auf dem Dach inklusive Sonnensegel für heiße Sommertage. Die Architektur ist zeitgenössisch, nimmt aber Anleihen an den Backsteinbauten der Kaiserzeit.

Die Gebäude des Quartiers haben klangvolle Namen wie Sumatra-Kontor, Bürohäuser stehen neben Wohnungen. Das ist typisch für das neue Stadtviertel, das die Hamburger unermüdlich als das größte Städtebauprojekt Europas feiern, und war von Anfang an so geplant: Das Ungewöhnliche an der Hafencity sei die Nutzungsmischung, sagt Bühler. Wohnen und Arbeiten ist hier Tür an Tür möglich. "Es sind schon 300 Unternehmen hier."

Ein Ziel des Projekts sei, das Wohnen in die Innenstadt zurückzuholen. "Geplant sind 5800 Wohnungen für 12 000 Bewohner – heute leben in der Innenstadt 14 000 Menschen." Die Hafencity sei ein klassisches Waterfront-Projekt, erklärt Bühler, aber mitten in der Stadt, nur 900 Meter vom Rathaus entfernt. "Das ist schon etwas Besonderes."

Das ist auch die Elbphilharmonie: Der Bau hat sich immer wieder verzögert, die Kosten explodieren. Eigentlich war die Eröffnung für 2010 vorgesehen. Wann das Konzerthaus fertig wird, ist ungewiss, sicher nicht vor dem Jahr 2014. Der Konzertsaal in 50 Metern Höhe soll dann 2150 Plätze bieten. In den 26 Stockwerken soll es auch Wohnungen, Hotelzimmer und Restaurants geben. Die Plaza im achten Stock soll so groß werden wie der Rathausmarkt – in 37 Metern Höhe lässt sie sich komplett umrunden.

Sonntags gibt es öffentliche Baustellenführungen, bei denen die Besucher mit Helm und Gummistiefeln durch Hamburgs künftiges Wahrzeichen schlendern können. Der Blick über Hamburg und die neue Hafencity ist schon jetzt eindrucksvoll.

Info: Hafencity Infocenter im Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg,

Tel. 040/36901799. Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen durch die Hafencity beginnen dort samstags um 15 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos.


Weitere Infos unter http://www.Hafencity.com

Autor: Andreas Heimann (dpa)


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