Handgemachtes und Erzähltes

Stefanie Huschle

Von Stefanie Huschle

Mo, 10. Dezember 2018

Freiburg

Mit seinem vielfältigen und ungewöhnlichen Angebot lockte der Stijlmarkt am Samstag 5500 Besucher in die Mensa Rempartstraße.

In die Mensa Rempartstraße war am Wochenende der "Stijl-Markt" eingezogen, auf dem junge Unternehmer Kleidung, Deko und Delikatessen verkaufen. Diese Vielfalt – von veganem Hanf-Pesto über fair produzierte Stirnbänder aus Baby-Alpaka-Wolle bis hin zu Schmuck aus Beton – lockte rund 5500 Besucher an, die sich auf den beiden Etagen der Mensa vor den Verkaufsständen drängten. 80 Aussteller fanden auf 1200 Quadratmetern Platz, ein Dutzend davon kam aus Freiburg und Umgebung.

Fünf Euro kostet der Eintritt in den Konsumhimmel "abseits des Mainstreams", um es mit den Worten des Veranstalters auszudrücken. "Die haben sich gelohnt", findet Ellen Schnell. Die Inhaberin eines Stoffgeschäfts ist extra aus Lindau angereist und sie ist bereits fündig geworden: "Brotaufstriche, Schmuck und einen Kunstdruck habe ich schon gekauft", sagt sie und lobt die Atmosphäre: "Die Verkäufer sind sehr zugewandt."

"Wir sind hier gesegnet mit vielen netten, interessierten Leuten. Das ist ganz toll", schwärmt auf der anderen Seite des Verkaufstisches Anna Gorka. Die Freiburgerin hat das Modelabel "Kinfolkz" gegründet und verkauft fair produzierte Mode aus Alpaka-Wolle, hergestellt von Kunsthandwerkerinnen aus Peru.

Ein Stockwerk über den weichen Pullovern aus Alpaka-Fell gibt es harte Faszien-Rollen aus Holz, die helfen sollen, Muskelverspannungen zu lösen. Wem die Übungen damit zu anstrengend sind, könnte sich die Holz-Rollen auch einfach so ins Wohnzimmer stellen, sie sehen fast aus wie moderne Kunst. "Das Holz kommt aus dem Schwarzwald", sagt Frieder Kellmann. Er lebt in Freiburg, hat hier Sport studiert und gemeinsam mit Freunden "Rollholz" gegründet.

Nebenan legt ein DJ Musik auf. Ella Hausner aus Nürnberg freut sich: "Die Musik ist entspannend, die Atmosphäre ist ruhig, obwohl so viele Leute hier sind." Die Büchereiassistentin aus Nürnberg hat sich ein bedrucktes Geschirrhandtuch aus Leinen gekauft.

Michael Schlengermann, Medizinstudent aus Freiburg, fühlt sich ebenfalls wohl: "Es ist trocken, es ist warm. Auf jeden Fall angenehmer als auf dem Weihnachtsmarkt", sagt er. Ein paar Stände weiter verkauft Stephanie Reisner Holzdeko, Keramik und Textilien. "Das Design stammt aus Südafrika und dem Schwarzwald", sagt die Freiburgerin. "Unser Name "guste hand*werk" setzt sich zusammen aus meinem Vornamen und dem meines Vaters, Gunter", erklärt Reisner. "Als mein Vater Krebs bekommen hat, wollte ich ihm eine schöne Beschäftigung ermöglichen. Er liebt es, mit Holz zu arbeiten. Darum habe ich ,guste’ gegründet", sagt sie.

Das ist der "Stijl-Markt": Wer hinhört, bekommt zu jedem Design-Objekt die persönliche Geschichte des Herstellers dazu. Das ist tatsächlich abseits des Mainstreams.