Südlicher Breisgau

Hat ein Landwirt den Tod eines Erntehelfers verursacht?

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Do, 08. September 2016 um 17:32 Uhr

Südwest

Feldarbeit bei brütender Hitze, ohne Pause, ohne Wasser: Dies soll zum Tod eines Erntehelfers im südlichen Breisgau geführt haben. Der Fall kommt womöglich vor Gericht, weil der Arbeitgeber gegen einen Strafbefehl vorgeht.

Schwere Vorwürfe gegen einen 47-jährigen Landwirt aus dem südlichen Breisgau: Der Mann soll den Tod eines 32 Jahre alten rumänischen Erntehelfers verschuldet haben, als er ihn bei brütender Hitze ohne Pause und Wasser zur Arbeit gezwungen haben soll.

Gegen den Mann erging ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung, dagegen hat der Mann Einspruch eingelegt – zunächst aus formalen Gründen. Den kann er jederzeit wieder zurückziehen, um eine öffentliche Verhandlung zu vermeiden. Wenn er dies nicht tut, kommt der Fall vor Gericht.

Hitzeschlag mit tödlichen Folgen im Juni 2014

Der Vorfall, über den die Staatsanwaltschaft Freiburg nun in einer Pressemitteilung berichtet, soll sich bereits im Juni 2014 ereignet haben. Demzufolge saß der Landwirt am Steuer des Traktors, als zwei Erntehelfer rund 20 Kilo schwere Heuballen auf einen Anhänger aufstapelten – im Akkord und unter direkter Sonneneinstrahlung. Einer der Helfer sagte dem Landwirt, dass er sich nicht wohl fühle. Der soll trotzdem darauf bestanden haben, dass die beiden Männer weiterarbeiten – obwohl ihre Wasservorräte aufgebraucht waren.

Gegen Abend erlitt der 32-Jährige einen Hitzeschlag, brach zusammen, fiel ins Koma und starb zweieinhalb Wochen später. Unklar ist, ob es andere Vorerkrankungen gab.

Die Freiburger Staatsanwälte beantragten einen Strafbefehl. "Es war eine mehrmonatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung", sagt Behördensprecher Michael Mächtel gegenüber der Badischen Zeitung – nähere Angaben zur Höhe der Strafe oder zum Ort macht er nicht. Wenn der Landwirt seinen Einspruch nicht wieder zurückzieht, kommt es zum Strafprozess.

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