Ein Schandfleck wird durch Wohnraum ersetzt

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Di, 15. Dezember 2015

Heitersheim

Ein Heitersheimer Haus sorgt für Gesprächsstoff im Gemeinderat / Baugenossenschaft plant Bau von zwölf Wohneinheiten.

HEITERSHEIM. "Für viele ist das Gebäude der städtebauliche Schandfleck", sagte Bürgermeister Martin Löffler. Die Rede ist vom Gebäude in der Eisenbahnstraße 30. In dem heruntergekommenen Haus leben derzeit noch Flüchtlinge und Obdachlose. Er sei dennoch dankbar, dass die Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland der Stadt das Gebäude vermietet habe.

Deren Geschäftsführer Klaus Schulte stellte klar, was an die Stelle des abbruchreifen Hauses und auf das benachbarte Grundstück Eisenbahnstraße 28 soll: "Wir wollen den bezahlbaren Wohnraum", sagte er. Zwölf barrierefreie Wohnungen, verbunden mit einem Laubengang, sollen entstehen. Dazu kommen 18 Stellplätze. "Wir ersetzen den Schandfleck durch hochwertigen Wohnraum", sagte Schulte.

Der leitende Architekt der Familienheim, Rainer Gärtner, führte aus, dass das Grundstück, was die Fläche betrifft, maximal ausgenutzt werde – nicht aber, was das Volumen des Baukörpers entspricht. Denn man wolle das zweigeteilte Gebäude harmonisch in die Umgebung einfügen. Die Mietpreise, so Schulte, sollen bei acht Euro pro Quadratmeter im Mittel liegen. Es wird von der Erzdiözese geförderte Wohnungen geben, deren Quadratmetermiete bei 6,20 bis 6,50 Euro liegen soll. Die Baukosten pro Kubikmeter umbauten Raum sollen bei 2000 Euro liegen, kalkuliert Schulte.

"Das ist genau das, was wir brauchen – bezahlbarer Wohnraum", drückte Bürgermeister Löffler seine Freude aus. Und auch die Stadträte waren voll des Lobes für das Bauvorhaben. "Mir imponiert die Unternehmensphilosophie und die Architektur", sagte Harald Höfler (SPD). Er freute sich auch darüber, dass die Kirche ins Boot geholt werde. Dirk Suttner und Edmund Weiß (beide BLHG) schlossen sich an. "Ich bin schwer beeindruckt", sagte Weiß.

Gerhard Klein (CDU) fragte nach, warum lediglich zwölf Wohneinheiten gebaut würden, wo es doch laut Familienheim Platz für 18 gäbe. "Weil es hässlich wäre", antwortete Schulte. Es gehe nicht darum, mit der Brechstange Wohnraum zu schaffen.

Der Gemeinderat erteilte einstimmig sein Einvernehmen mit den beantragten Befreiungen: Zahl der Wohneinheiten, Dachneigung und Dacheinschnitt.