Fazit beim Regio-Guggetreff: "So macht es uns Spaß und euch auch"

Sabine Model

Von Sabine Model

Mo, 11. Februar 2019

Heitersheim

Zum 30. Mal trafen sich sechs angesagte Guggemusiken aus Deutschland und der Schweiz in Heitersheim / Allein 2 500 Fans rockten beim Apéro den Lindenplatz.

HEITERSHEIM. "S hoch 3" stand am Samstagabend in der Malteserstadt nicht nur für die gastgebende Guggemusik "StrauSchoehSchlurbi", sondern auch für eine Stimmung "super hoch 3". Was beim 30. Regio-Guggemusiktreff abging, brach alle bisherigen Rekorde. Das neue Veranstaltungskonzept beim eintrittsfreien Gugge-Apéro auf dem Lindenplatz und bei der Gugge-Party in der Malteserhalle ging mehr als auf. Vor gigantischer Kulisse gingen die Fans mit, die zahlreicher und ausgelassener nicht hätten sein können.

Ab 17 Uhr füllte sich der Lindenplatz mit Jugendlichen, Älteren und Familien, die sich an den Versorgungsständen für zwei Stunden Gugge vom Feinsten stärkten und die besten Plätze vor der mobilen Bühne sicherten. Nur kurzzeitig bildeten sie eine Gasse, um "The Gentlemen" von "S hoch 3" einziehen zu lassen.

Für ihr neues Motto-Kostüm hatten die Schlurbis keine Kosten gescheut. Im feinen grauen Zwirn – direkt aus England importiert – mit schwarzem Hut, weißem Hemd und roter Fliege marschieren sie die nächsten zwei Jahre auf. Das Motto dezent als Label auf den eleganten Übermantel genäht. Grellbunt und Airbrush war gestern. "Jetzt erkennt man uns wieder", freute sich Moderator Kai Ullwer. "Das passt zu uns", fand er. Denn ein Grundsatz der StrauSchoehSchlurbis ist es erklärtermaßen, sich gut zu benehmen. Die offizielle Verlautbarung: Wir wollen Werte wie Respekt, Moral, Teamplay und Gemeinschaftsgefühl weitergeben und vorleben. Einziger Ausreißer in dem perfekten Styling ist das unverzichtbare Markenzeichen: Die Strauschoeh.

Dem hin- und mitreißenden Gugge-Sound tat der seriöse Auftritt jedoch keinen Abbruch. Spätestens der Beatles-Song "Hey Jude" zum Mitsingen brachte den Platz in Wallung. Annähernd 2 500 Menschen schwangen im Rhythmus. "So viel wie noch nie", freute sich Kai Ullwer. Das Publikum ging begeistert mit. Die "Los Chrachos" aus Todtnau ließen es im zünftigen Skifahrer-Dress von 1892 richtig krachen. Doch nicht nur sie rockten zum ersten Mal die Heitersheimer Gugge-Bühne. Auch die "Hölledüüfel" aus Degernau gaben ihr Debüt und richtig Gas, dass es qualmte. Eine feurige Truppe, entstanden aus einem Fußballverein. Premiere hatten ebenfalls die "Eichlefääger" aus dem schweizerischen Würenlingen. Ihrem Motto "Shot(t) sei Dank" war das schottisch angehauchte Outfit zuzuschreiben. Sparsam in der Lautstärke waren sie allerdings nicht. Ihr "Halleluja" löste Chorgesang aus und auch sonst hatte das Programm Animationspotenzial.

Silbrige Kostüme, aber Gold wert waren die "Shorebord-Kraechzer" aus Höchenschwand. Der Schlachtruf "Heitersheim – seid ihr bereit?" bewies, dass da noch mehr ging. Die Stimmungstests fielen überdurchschnittlich aus und trotz dicht gedrängt stehender Fans waren Hocke und Hochsprung Teil der Mitmach-Showelemente. Mit 71 "Rotsee-Husaren" aus Ebikon wurde es eng auf der Bühne. Die überdimensionalen Masken zeigten alte, aber absolut fröhliche Gesichter. Als gut gelaunt erwies sich auch das, was sich darunter verbarg. Mit einem Udo-Jürgens-Potpourri trafen die Schweizer den Nerv, bekamen Superapplaus und ließen Konfetti regnen. "So macht es uns Spaß und euch auch", so der Guggemajor euphorisch. Mehr Gugge-Superlative gab es anschließend in der Halle.