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11. November 2011

Kostenlos und für alle

Heitersheimer Rat stimmt Neukonzeption des Amtsblattes zu / Auftrag bleibt beim Primo Verlag.

HEITERSHEIM. Es ist beschlossen: Im neuen Jahr wird in Heitersheim das Amtsblatt kostenlos an alle Haushalte verteilt. Die dazu notwendigen Beschlüsse fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Er löse damit ein Wahlversprechen ein, so Bürgermeister Martin Löffler.

Für zehn Euro im Jahr haben bisher 1500 der rund 2500 Haushalte in Heitersheim das Amtsblatt abboniert. Das bedeute, so Löffler, dass 1000 Haushalte keines bekommen. Es sei aber wichtig, dass alle eines erhalten. Zunächst sei er davon ausgegangen, dass die Stadt für den kostenlosen Service Geld in die Hand nehmen müsse, so Löffler weiter. Die Vertragsverhandlungen hätten aber gezeigt, dass das Gegenteil der Fall sei.

Bisher hatte der Primo Verlag Stockach den Auftrag, den redaktionellen Teil der Gemeinde und den Anzeigenanteil zu erstellen. Und das soll, so das mehrheitliche Votum der Ratsrunde, auch künftig so bleiben. Der Gemeinderat entschied sich damit gegen ein in zwei Varianten vorliegendes Angebot eines Mitbewerbers. Die Verwaltung wird nun mit dem Primo Verlag einen neuen Dienstleistungsvertrag schließen und sich, so der weitergehende Beschluss, an die Neugestaltung des Mitteilungsblattes machen.

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Die Konditionen des Mitbewerbers sahen ein kostenloses, komplett farbig gedrucktes Mitteilungsblatt vor, mit einer nicht begrenzten Seitenanzahl. Es sollte wöchentlich am Donnerstag erscheinen, die mit einem nicht unerheblichen Arbeitsaufwand verbundene Koordination der Austräger dem Verlag und nicht mehr der Verwaltung obliegen. Das Amtsblatt hätte kostenlos auf Standard-Zeitungspapier gedruckt werden können oder für 100 Euro mehr pro Woche (5000 Euro im Jahr) auf etwas teurerem, eleganter anmutendem Papier.

Beim Primo Verlag gibt es nun die ersten vier Seiten farbig gedruckt, auf chlorfrei gebleichtem Altpapier. Der Druck von bis zu 600 Seiten im Jahr ist kostenfrei. Eine zwar begrenzte, doch ausreichende Seitenzahl, befand Löffler, zumal das dem Durchschnitt der Jahre 2009 und 2010 entspreche. Bei eventueller Überschreitung des Jahreskontingents will der Primo Verlag, gemäß dem der Stadt unterbreiteten Angebot, je halber Seite 19 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer in Rechnung stellen. Die Kosten für die Verteilung an die Haushalte übernimmt der Verlag, für die Koordination des Austragens bleibt die Stadt zuständig.

Die Verwaltung gehe ergebnisoffen in die Diskussion, schickte Martin Löffler der Diskussion voraus und befand, dass der Gemeinderat die Wahl zwischen zwei guten Angeboten habe. Dem pflichtete Bernd Mohr (SPD) bei und betonte: "Gut, dass es nun alle kriegen sollen, und dass es nichts kostet". Er sah beim Primo Verlag den Vorteil einer zuverlässigen Verteilung durch die Stadt. "Wir tendieren eindeutig zu Primo", meinte auch Martin Zotz im Namen der Freien Wähler. Wichtig sei, auch künftig wie gewohnt Inserate und Anzeigen bis Dienstag aufgeben zu können. Von einer Tendenz "eindeutig zu Primo" sprach auch Thomas Keller (CDU), wohl auch vor dem Hintergrund einer bereits seit vielen Jahren währenden Zusammenarbeit. Er merkte indes an, dass bisher nur 40 Prozent der Haushalte das Mitteilungsblatt abonniert haben, obwohl dabei zehn Euro im Jahr sicherlich kein Hindernisgrund sein dürften. Und so gesehen sei es zwar schön, dass nun alle Haushalte das Amtsblatt bekommen, ob es aber auch tatsächlich genutzt werde, sei eine andere Frage.

Als Nachteil beim Primo Verlag machte Edmund Weiß (BLHG) die limitierte Seitenzahl aus: "Wer weiß, was da noch kommt". Und auch der Aufwand für die Koordination der Verteilung sei zu groß, da die Verwaltung mit Arbeit ohnehin bereits am Anschlag sei. Der Mitbewerber habe die ansprechendere Aufmachung, befand Harald Höfler (SPD) und meinte damit die mit 100 Euro im Monat zu Buche schlagende Variante. Der Stadt stünde es gut an, sich solch ein Produkt zu leisten. Mit diesem Vorschlag stand er bei der Abstimmung allerdings allein.

Peter Kaltenbach (Freie Wähler) wollte von der Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen noch gerne einen Entwurf für die Gestaltung sehen. "Geschäft der laufenden Verwaltung", meinte Bürgermeister Löffler, auch mit Hinweis auf die bis zum ersten Erscheinungstermin drängende Zeit.

Autor: Heike Lemm