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04. Januar 2017

Auch ohne Jubiläum gab’s jede Menge Neues

BZ-JAHRESRÜCKBLICK: Von falschen Urkunden, bewegten Bürgern und orangefarbenen Mitfahrgelegenheiten: ein ereignisreiches Jahr 2016 in Heuweiler.

  1. Foto: Andrea Steinhart

  2. Ein fast verpenntes Jubiläum, der „Orangene Punkt“, eine Petition gegen die geplante Erdaushubdeponie, der neue Verein „Bürgerrunde“ und ein neues Zollplätzle: das Jahr 2016 in Heuweiler Foto: Steinhart/Gallien

  3. Foto: Andrea Steinhart

  4. Foto: Andrea Steinhart

  5. Foto: Andrea Gallien

HEUWEILER. Das Jahr 2016 ist Geschichte. Was bleibt in Erinnerung, was war in den zwölf Monaten in Heuweiler wichtig, spannend und kurios? Es hätte viel zu feiern gegeben – aber längst nicht allen war danach zumute.

Keine 750-Jahr-Feier
Heuweiler, der kleinste Ort im Landkreis, sorgte im Frühjahr 2016 für Schlagzeilen. Entsetzt stellten Bürgermeister und Gemeinderäte im März fest, dass der Ort 750 Jahre alt ist. In allen Ortsbroschüren stand gedruckt, dass Heuweiler im Jahr 1266 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Man rief kurzerhand das Jubiläumsjahr aus und beauftragte den Historiker Dargleff Jahnke damit, mehr über die Geschichte Heuweilers im Karlsruher Generallandesarchiv herauszufinden.

Und der Archivar wurde fündig. Er fand heraus, dass sich ein Fehler im Oberbadischen Geschlechterbuch eingeschlichen hatte und sich dieser Irrtum viele Jahre lang fortgepflanzt hatte, sogar bis in die Amtliche Kreisbeschreibung des Landkreises Freiburg von 1972. Einen eindeutigen Beleg für die Existenz Heuweilers konnte Jahnke hingegen im Jahr 1275 ausmachen. Sein 750-jähriges Bestehen feiert Heuweiler demnach erst 2025.

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Keine Erdaushubdeponie
Vor den Toren Heuweilers plante der Landkreis Emmendingen eine Erdaushubdeponie. Die Deponie war auf einer Fläche von bis zu zwölf Hektar vorgesehen, das entspricht der Größe von 17 Fußballfeldern. In Heuweiler wurde eine Petition dagegen gestartet. Mehr als 1000 Unterschriften gegen die Errichtung der Deponie lagen kurz danach vor, ein klares Signal an den Landkreis. Der Protest hatte Erfolg: Der Landkreis Emmendingen gab die Pläne für eine Erdaushubdeponie an der Grenze zu Heuweiler wieder auf.

Neues Zollplätzle
An der ehemaligen Grenze zwischen dem katholischen Vorderösterreich und der evangelischen Markgrafschaft Baden am Holzweg wurde ein alter Grenzstein ins rechte Licht gerückt und das Zollplätzle eingerichtet. Neben einer Ruhebank steht dort nun auch ein restauriertes, historisches Bildstöckle.

Rohrbrüche
Einen dicken Brocken von rund 35 000 Euro musste die Gemeinde für die Schadensbehebung nach mehreren Wasserrohrbrüchen im Sommer aufbringen. Anfang Juli gab es einen Rohrbruch in der Bergstraße, ein weiterer folgte in der Gundelfinger Straße und ein dritter in der Dorfstraße. Ein vierter Rohrbruch kam im Herbst in der Heldenackerstraße hinzu.

Neuer Verein, Jubiläen und Wechsel
Aus einer Bürgerinitiative formierte sich der Verein "Bürgerrunde Heuweiler". Erklärtes Ziel des Vereins ist es, das Dorfleben in Heuweiler weiter zu bereichern und die Gemeinschaft zu unterstützen. Für die alteingesessenen Malteser in Heuweiler war 2016 unterdessen ein Jubiläumsjahr: Der Ortsverein feierte sein 50-jähriges Bestehen.

Beim DJK konnte hingegen für den Posten des Vorsitzenden zunächst niemand gefunden werden. Erst mit der Aussicht, den Posten des Vorsitzenden auf drei gleichberechtigte Personen zu verteilen, konnte man ein neues Vorstandsteam gewinnen: Frank Heitzmann, Clemens Dilger und Andreas Berthold teilen sich nun die Arbeit. Neu eingeführt wurde das Amt des Präsidenten, Otmar Maas ist der erste. Bei der Trachtenkapelle Heuweiler dagegen legte Martin Weiner nach 16 Jahren das Präsidentenamt nieder. Sein Nachfolger ist Hans Georg Schwörer.

Orangener Punkt
Die neu gegründete Bürgerrunde initiierte die Aktion "Orangener Punkt" mit fünf Haltestellen im Ort. Wer an diesen Punkten steht, signalisiert, dass er (oder sie) mitgenommen werden möchte – wahlweise in Richtung Gundelfingen, Denzlingen oder Glottertal. Auch für die Fahrt zurück wurden Haltestellen in den jeweiligen Orten eingerichtet.

Autor: Andrea Steinhart