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16. November 2016

Kunst im Dialog mit der Natur

Wilfried Klausmann zeigt seine Werke im Gemeindehaus in Heuweiler / Erste von der Bürgerrunde organisierte Ausstellung.

  1. Wilfried Klausmann zeigt der Öffentlichkeit seine Seerosen – und viele andere Werke. Foto: Gabriele Fässler

HEUWEILER. Zur Vernissage ihrer ersten Ausstellung lädt am kommenden Sonntag die Bürgerrunde Heuweiler ins Gemeindehaus ein. Unter der Überschrift "Im Widerschein – Malerei und Grafik" zeigt Wilfried Klausmann aus Heuweiler einen Überblick über sein Schaffen.

"Mein Schaffen ist periodisch. Ich habe immer ein Thema, um das sich ein Werkzyklus gruppiert", sagt Wilfried Klausmann, dessen Signum WilKlausman ist. Wie auch an diesem Tag ist der 67-Jährige jeden Vormittag in seinem Atelier anzutreffen. Das befindet sich in der ehemaligen Kollnauer Spinnerei und Weberei (KSW). Im Ambiente gründerzeitlicher Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts entsteht ein Großteil seiner Werke. Offen und ungezwungen gewährt der freischaffende Künstler detaillierte Einblicke in den Entstehungsprozess seiner Werke, von der Skizze bis zum Ölgemälde oder zur Druckgrafik.

Bei aller Periodizität bildet die Begegnung mit Landschaften ein zentrales und beliebtes Motiv in Klausmanns Arbeiten: "Eine Landschaft ergreift mich emotional. Meine Malereien entstehen im Dialog mit der Natur", sagt der pensionierte Kunsterzieher. Dabei fasziniere ihn, wie man mit Farbe eine Analogie zum Gesehenen – gleichsam eine neue Wirklichkeit zu den strukturellen Gegebenheiten der Natur – schaffen kann. Zum Ausdruck kommt dies etwa in Arbeiten der Jahre 2014 und 2015, die der Ausstellung ihren Titel "Im Widerschein" geben. Zu sehen sind außerdem Aquarelle, Gemälde und Druckgrafiken aus den Werkgruppen Heimat Land, Aue Land, Rhein Gold, Rügen oder der neuen Serie Seerosen.

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Früh entdeckte Klausmann seine Liebe zur Bildenden Kunst. "Meine Mutter hatte einen Hang zur Ästhetik. Schon als Kind habe ich immer gerne mit ihr zusammen gemalt, gebastelt und gestaltet", erzählt der gebürtige Freiburger. Darüber hinaus hätten ihn die Gemälde in der Heuweiler Kirche beeinflusst. Klausmann ist in Heuweiler aufgewachsen und wohnt noch heute in dem Ort. Wenn er verreist, hält Klausmann sich am liebsten in den südlichen Landschaften der Bretagne, der Toskana oder in Umbrien auf.

Künstlerisches Schaffen als Lebenssinn

Um den Broterwerb zu sichern, schlug er die Schullaufbahn ein. Dafür studierte er in Freiburg Kunst und Kunsterziehung. Später folgten ein Studium der Kunstgeschichte sowie verschiedene Weiterbildungen, um methodische Fertigkeiten zu erlangen. Entscheidend geprägt hat ihn dabei unter anderem sein Hochschulprofessor Peter Staechelin, der ihn zu Goethes Farblehre gebracht habe. Ein ganz früher Impuls kam vom Denzlinger Künstler Theodor Zeller. Von ihm erlernte Klausmann das Tiefdruckverfahren der Radierung. Weitere wichtige Stationen in Klausmanns künstlerischem Werdegang bildeten Meisterkurse in Malerei in Hamburg sowie gemeinsames Arbeiten mit der Künstlerin Eva Pietzcker, bei der Klausmann seine jetzige Technik für Radierungen erlernte. Zuletzt unterrichtete der Vater dreier erwachsener Kinder bis zu seiner Pensionierung vor vier Jahren an der Realschule in Kollnau Bildende Kunst und Geschichte.

Inzwischen kann er sich ausschließlich der Bildenden Kunst widmen. Den Rückhalt und Freiraum dafür bekommt er von seiner Ehefrau, denn für Klausmann stellt das künstlerische Schaffen Lebenssinn und Hauptantriebskraft dar. Klausmann drückt dies mit den Worten des Schriftstellers Martin Walser aus: "Die Kunst ist auch ein Lebensmittel."

Info: WilKlausmann "Im Widerschein – Malerei und Grafik", Vernissage am Sonntag, 20. November, um 15 Uhr im Gemeindehaus Heuweiler. Nähere Infos zum Künstler unter http://www.wilklausmann.de

Autor: Gabriele Fässler