Hinreißende Salonmusik

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 11. September 2018

Herrischried

Das Ensemble "Fracklos" hat in Herrischried für den schwungvollen Ausklang der Glockenweihe gesorgt.

HERRISCHRIED. Zum schwungvollen Ausklang der Glockenweihe in Herrischried hat sich die Kirche in einen Salon der Goldenen 1920er-Jahre verwandelt. Das Ensemble "Fracklos" verzauberte sein Publikum mit hinreißend gespielter Salonmusik, vom eleganten Walzer bis zur feurigen Pusztamelodie.

Geiger Walter Töws entlockte seinem Instrument graziöse Linien, Klarinettist Thomas Reil sorgte für Schwung und Virtuosität, Cellistin Ewa Staszewska ergänzte die Geigenstimme mit schmeichlerischen Kommentaren. Pianistin Elena Wackenhut füllte gekonnt den musikalischen Satz und Günter Holz gab mit dem Kontrabass dieser ganzen Vielfalt das entsprechende Fundament. Christoph Schimeczek schließlich führte galant durchs Programm und setzte passgenau zu den ausgezeichneten Arrangements seine weiche, unaufdringliche, in der Mittellage kraftvolle Stimme in Szene.

Neben romantisch getragenen Stücken wie Edward Elgars anmutigem "Salut d’amour" oder Hans Zanders beinahe noch biedermeierlich verspieltem "Minuet for Clarinet" interpretierte das Quintett Emil Waldteufels leicht melancholisch angehauchten und dennoch federleicht schwebenden Walzer "Amour et Printemps". Zudem den swingenden und mit neckischen Klaviereinsprengseln angereicherten Titel "Komm mit nach Varasdin!" aus Emmerich Kálmáns Operette "Gräfin Mariza" sowie Gerhard Winklers feurigen "Andalusischen Tanz". Zudem auch Karl Zimmers unter dem Pseudonym Yoshitomo veröffentlichten "Japanischen Laternentanz". Den instrumentalen Abschluss machte echt ungarischer "Paprika".

Mit Gesang erklangen allseits bekannte und beliebte Melodien wie "Ein Freund" aus dem Film "Die Drei von der Tankstelle" oder der Evergreen "Regentropfen" von Emil Palm, aber auch ein "Ave Maria" des österreichischen Operettenkomponisten Robert Stolz.

Weitere schwungvolle Melodien, die das Quintett zusammen mit Christoph Schimeczek kredenzte, waren der Titel "Ich fahre so gerne hinaus" oder das ebenso berühmte wie zum Mitsingen anregende "Das gibt’s nur einmal" von Werner Heymann aus dem Film "Der Kongress tanzt". Bei der vehement geforderten Zugabe, dem Ohrwurm der berühmten Comedian Harmonists "Mein kleiner grüner Kaktus", bewies der Sänger des großartig aufspielenden Ensembles "Fracklos" zudem sein mimisches Talent. Das zauberte dem Publikum zuerst ein schelmisches Schmunzeln ins Gesicht und entlockte nochmals einen rauschenden Applaus.