Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. November 2017

Einsatz für die Sahel-Zone

Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt am Internat Birklehof laufen auf Hochtouren.

HINTERZARTEN/BREITNAU. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Gut drei Wochen vor dem traditionellen Weihnachtsmarkt des Internats Birklehof sind schon viele Hände tätig, damit die Aktion am ersten Adventssonntag, 3. Dezember, wieder ein Erfolg wird. Getreu der Devise "Schüler helfen Schülern" kommt der Erlös dem Sahelprojekt zugute. Kräftig mit anpacken werden erneut Mädchen und Jungen der Georg-Thoma-Grundschule.

"Bald ist unser Weihnachtsmarkt", eröffnete Silvia Booz-Ebert, Vorsitzende des Schülerprojekts Sahel e. V., die erste Schulversammlung nach den Herbstferien: "Das bedeutet viel Arbeit und Einsatz für uns alle." Damit auch die neu hinzugekommenen Schüler verstehen, wofür sie sich engagieren sollen, stellte die Vorsitzende ihnen das seit mehr als 40 Jahren aus dem Hochschwarzwald unterstützte Sahelprojekt vor.

Es war in den 1970er Jahren. Schüler in Hinterzarten wollten im Rahmen eines überschaubaren Projekts in ausgewählten Dörfern in Niger konkrete Aufgaben übernehmen und der Bevölkerung bei der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse helfen. Das Land in der afrikanischen Sahelzone zählte zu den ärmsten der Welt. Etwa 80 Prozent der Einwohner waren Analphabeten. Dürre und Hunger bildeten bleibende Bedrohungen. Mit ihrer Hilfe zur Selbsthilfe wollten die Schüler der Abwanderung der Landbevölkerung in die städtischen Slums entgegen wirken.

Werbung


Konkret begann die Umsetzung 1973. Der ehemalige Birklehof-Lehrer Klaus Boersch gründete 1974 mit einigen Gleichgesinnten das Sahel-Projekt. Zu den Unterstützern zählten auch der damalige Schulleiter Götz Plessing sowie der aus Saarbrücken stammende und in Hinterzarten wohnende Heinrich Braun. Der Diplom-Ingenieur war für ein in Mannheim ansässiges Unternehmen in über 40 Ländern mit Fragen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung befasst. Der erste Tiefbrunnen konnte 1976 im Saheldorf Rouafi-Maichilmi finanziert werden. Das Trinkwasser aus einer Tiefe von 58 Metern versorgte 1800 Einwohner. Die Kosten beliefen sich damals auf 5000 Mark. Es folgten weitere Projekte in Niger und Burkina Faso.

Von 1997 bis 2010 übernahm Ingeborg von Schrötter den Vorsitz des gemeinnützigen Vereins. Ihr folgte Silvia Booz-Ebert. Mit Passam Tiendrebeogo, Ingenieur aus der Nähe von Villingen-Schwenningen, hatte sie in diesem Jahr einen gebürtigen Burkiner eingeladen. Er berichtete, wie es ihm mit Hilfe des Vereins "Hilfsfonds für Burkina Faso Westafrika" gelungen ist, zahlreiche Schule, Brunnen und Solaranlagen zu bauen sowie Aufforstungsprojekte zu finanzieren. Seine Idee: Mangos für Bildung. Die Landwirte aus Burkina Faso verkauften Mangos nach Deutschland. Mit dem Erlös konnten Schulen für inzwischen 6000 Kinder finanziert werden. Ebenso wichtig für die Bevölkerung sei die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, erläuterte Tiendrebeogo.

Die Birklehof-Schüler zeigten sich schon vor Jahresfrist von der Initiative Tiendrebeogos beeindruckt. Den Erlös des Weihnachtsmarkts 2016 spendeten sie deshalb für den Hilfsfonds. Seit August 2017 verfügt die Schule im Dorf Nouna über einen Brunnen, aus dem frisches Wasser aus 45 Meter Tiefe fließt. Silvia Booz-Ebert ist sicher: "Dieser eindrucksvolle Bericht und die besondere Begegnung wird viele Schüler motivieren, sich beim Weihnachtsmarkt am 3. Dezember nach besten Kräften einzubringen."

Autor: Dieter Maurer