Hinterzarten

Granate im Schanzenauslauf in Hinterzarten gefunden

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mi, 22. August 2018 um 12:25 Uhr

Hinterzarten

Eine falsche Berührung hätte eine Explosion auslösen können, die im Umkreis von etwa 15 Metern eine verheerende Wirkung gehabt hätte. Experten aus Stuttgart haben die Granate beseitigt.

"Eine Granate zünden" ist ein gängiger Spruch unter Skispringern. Im Adler-Skistadion in Hinterzarten hätte dies zur Realität werden können, allerdings nicht im Sinne der Weitenjäger.

Bei Mäharbeiten im Auslauf zwischen der K 30 und der K 70 fand unlängst ein Mitglied des Skiclubs Hinterzarten ein fremdes Metallstück. Der Mann handelte sehr umsichtig, berührte den Gegenstand nicht, informierte stattdessen sofort die Polizei. Diese sperrte das Areal ab und verständigte den Kampfmittelbeseitigungstrupp.

Nach Feststellung der Experten aus Stuttgart handelte es sich um eine US-Wurfgranate, deren Zünder wohl noch intakt war. Eine falsche Berührung hätte eine Explosion auslösen können, die im Umkreis von etwa 15 Metern eine verheerende Wirkung gehabt hätte.

Massenweise Wurfgranaten in Hochmoor und Adlerwald

Nach Erzählungen älterer Hinterzartener Bürger haben Franzosen zum Kriegsende hin beim Durchzug durch den Hochschwarzwald von der B 31 aus massenweise US-Wurfgranaten in Richtung Hochmoor und Adlerwald abgefeuert. Dort vermuteten sie versteckte Partisanen und Soldaten der feindlichen Hitler-Armee.

Wie ein solches Geschoss über 70 Jahre später in den Auslaufbereich der Schanzen gelangte, bleibt für die Polizei allerdings ein Rätsel. Immerhin besteht die Sprunganlage in der jetzigen Form seit vielen Jahren, wird dort regelmäßig der Rasen gemäht. Erst im Mai hatte eine Handgranate Schlagzeilengemacht, die von Wanderern im Raimartihof am Feldsee abgegeben worden war.
Der Rat der Polizei:

Beim Fund waffenähnlicher Gegenstände Abstand halten, auf keinen Fall berühren und sofort das nächste Polizeirevier verständigen. Wer am Fundort nicht auf die Beamten warten kann, sollte die Stelle zumindest deutlich markieren. Bei vielen der alten Kriegswaffen seien die Zünder noch intakt und könnten eine Explosion auslösen.