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03. November 2009

Heimat in der alten Scheune

Jugendsozialprojekt "Time out" übergibt neuen Saal seiner Bestimmung / Jugendliche helfen mit

  1. Mit Blumen gratulierte Bürgermeister Josef Haberstroh (links) dem Geschäftsführer von Timeout, Daniel Götte, zu dem neuen Raum der Begegnung. Foto: DIETER MAURER

BREITNAU. Wo einst Heu lagerte und landwirtschaftliche Maschinen abgestellt wurden, entstand in Eigenarbeit ein großer Saal für Theater-, Musik- und Tanzprojekte aber auch ein Raum für Begegnungen. Am Wochenende konnte das Jugendsozialprojekt "Time out" in Breitnau-Nessellache die ehemalige Scheune ihrer neuen Bestimmung übergeben.

Zahlreiche geladene Gäste füllten den Saal im ehemaligen Rösslehof, erfreuten sich an dem gekonnten Spiel der Pianistin Juliane Klein, Schwester eines Mitarbeiters des gemeinnützigen Vereins. "Für uns alle geht es im Leben um Beheimatung auf der Welt," sagte Geschäftsführer Daniel Götte. Viele könnten sich nicht vorstellen, keine Heimat zu haben. Andere machten Erfahrungen, die sie vom Weg der Suche nach ihrer Heimat abhält oder ablenkt. Es gehe dabei nicht nur um das Gefühl, an einer gewissen Stelle gebraucht zu werden, nützlich zu sein oder für das spätere Arbeitsleben sich allerlei Sinnvolles anzueignen: "Es geht um die Beheimatung in der menschlichen Gemeinschaft." Jeder suche nach dem Ort, an dem er "in Übereinstimmung mit sich selbst wirksam werden kann." Der neue Saal soll es ermöglichen eine geistige, innere Heimat zu begründen. Götte: "Hier stellen sich keine Wertfragen, gelten andere Gesetze als diejenigen, an denen heute wie früher viele Menschen scheiterten und scheitern, weil sie Normen nicht gerecht werden."

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Der Time-out-Geschäftsführer hob die Eigenleistung der Jugendlichen hervor: "Sie haben gehämmert, geschraubt, geschleppt und geputzt." Sein Dank galt Radio Regenbogen: "Der Sender hat mit seiner Aktion den finanziellen Grundstein gelegt." Aber auch die Robert-Mahle-Stiftung, die Software-AG-Stiftung, die Volksbank Titisee-Neustadt, die GLS-Bank, die Zimmerei Rombach aus Vöhrenbach sowie Bürgermeister a. D. Kiefer aus Freiburg "haben viel zum Gelingen beigetragen." Seit 2002 fördert die Gemeinde Breitnau das Projekt im Hofgut Rössle, wo schulmüde und schulverweigernde Kinder in einer Auszeit neue Kraft schöpfen und neue Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung aufnehmen. Götte: "Der frühere Bürgermeister Wolfgang Schlachter hat uns in all den Jahren stets unterstützt." Mit seinem Nachfolger Josef Haberstroh wurden bereits neue Pläne besprochen. Der Geschäftsführer fuhr fort: "Inzwischen wächst auch so etwas wie Freundschaft zwischen Breitnauer Bürgern und unserer Einrichtung an diesem etwas entlegenen Ort."

Bürgermeister Haberstroh erinnerte an die Aufnahme der ersten Jugendlichen, die Einweihung der kleinen Johannes-Hofkapelle und das Fest zum fünfjährigen Bestehen: "Hier wird eine einzige Erfolgsgeschichte geschrieben. Alles was hier steht, wurde von Jugendlichen für Jugendliche geschaffen." Die Kinder benötigten für eine gute Entwicklung diesen Ort der Geborgenheit, "den manche Familien leider nicht mehr bieten können." Breitnau dürfe stolz sein auf diese Einrichtung. Zur wachsenden Freundschaft zwischen Bürgern und dem Sozialprojekt meinte er: "Jedes Feuer beginnt mit einem kleinen Funken." Sein Vorgänger Wolfgang Schlachter habe ein solides Fundament geschaffen: "Auf dem will ich gerne aufbauen."

Beim Mittagessen blieb Zeit für Begegnungen und Gespräche. Am Nachmittag gab es "Meik rocks the Guitar", verblüffte der Zauberkünstler Gako Dschori (Roland Jenne aus Kirchzarten) mit seinen Tricks, tanzten Tamara Menner und Denis Wintermantel gekonnt Flamenco. Zum Ausklang spielte das Cello-Trio Lukas Götte, Pascal Unger und Mathis Merkle.



Autor: Dieter Maurer