Ökologische Sanierung für den Mathisleweiher

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Sa, 25. August 2018

Hinterzarten

Erhaltung als Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten steht im Vordergrund / Umweltminister kommt zur Vorstellung.

HINTERZARTEN. Der Mathisleweiher zählt zu den beliebten Ausflugszielen in Hinterzarten. Der zwischen Feldberg im Westen und Titisee im Osten gelegene Moorsee lädt Wanderer zum Verweilen ein. Das zwei Hektar große Gewässer auf 999 Metern über Normalnull zählt zum Naturschutzgebiet Eschengrundmoos. Das Regierungspräsidium Freiburg plant dort eine ökologische Sanierung.

Zur Vorstellung des Projekts Anfang September wird auch der baden-württembergische Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, erwartet. Mit dem "Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt" der Landesregierung können nach einer Mitteilung des Regierungspräsidiums in Baden-Württemberg "wichtige Impulse gesetzt werden, um die Arten- und Lebensraumvielfalt zu erhalten und zu fördern".

Moorschutz sei ein Schwerpunkt der Naturschutzstrategie im Lande und wichtiger Baustein des Sonderprogramms. Die Höhere Naturschutzbehörde bezeichnet den Eschengrundmoos als "ein vorbildliches Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren umgesetzt werden soll". Das Naturschutzgebiet liegt rund zwei Kilometer südwestlich des Hauptorts Hinterzarten in einer durch die Eiszeit geformten Talmulde. Es gehört zum Naturpark Südschwarzwald und wird vollständig umschlossen vom Landschaftsschutzgebiet Breitnau-Hinterzarten. Wesentlicher Schutzzweck sei die Erhaltung als Lebensraum für eine Vielzahl vom Aussterben und Rückgang bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Das Gebiet ist eine charakteristische Landschaft im Hochschwarzwald von außerordentlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit.

Bereits in den 1980er Jahren wurden die ersten Wiedervernässungsmaßnahmen durch Sperrenbau eingeleitet, welche zum Teil heute noch wirksam sind. Mit Verordnung vom 4. Dezember 1984 hat das Regierungspräsidium den Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Mit Finanzmitteln der Stiftung Naturschutzfonds erstellten Fachleute 2016 eine umfassende Gebietsanalyse.

Daraus resultierende Pflege- und Wiedervernässungsmaßnahmen wurden teilweise begonnen. Mit dem Landes-Sonderprogramm können nun weitere Schutzmaßnahmen realisiert werden. Ziel ist die ökologische Funktion sowie den Erhalt dieses hochwertigen Lebensraums nachhaltig zu sichern.

Das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) "Hochschwarzwald Hinterzarten" besteht aus mehreren Teilbereichen, die sich mit einer Gesamtfläche von 1 828 Hektar über das Höllental, Zastler Tal, Seebachtal bis hin zum Urseetal und Windgfällweiher erstrecken. Mit Buchenbach, Breitnau, Feldberg, Lenzkirch, Oberried, Titisee-Neustadt und Hinterzarten haben sieben Kommunen Anteil an dem Habitat im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Der Mathisleweiher liegt am Rande des Eschengrundmooses. Er ist nach dem nahegelegenen Mathislehof (erbaut 1708) benannt. In unmittelbarer Nähe des Moorsees gibt es keine Parkplätze. Er ist nur zu Fuß erreichbar.

Bei der Begehung mit Umweltminister Franz Untersteller sollen die früher errichteten Sperren besichtigt werden, um deren Wirkung auf den Wasserhaushalt sowie die Tier- und Pflanzenwelt festzustellen. Zudem stellt das Regierungspräsidium die weiteren Schutzmaßnahmen vor.