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18. August 2012

Hitzige Tage voraus

Der Sonntag wird laut Deutschem Wetterdienst mit 38 Grad der heißeste Tag des Jahres / Erhöhte Ozonwerte erwartet.

FREIBURG. Die Hitzewelle in Deutschland rollt auf ihren Höhepunkt zu. Hoch "Achim" im Osten schaufelt Heißluft aus Afrika ins Land und lässt die Temperaturen auf über 35 Grad steigen. Am Oberrhein soll es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am Sonntag bis 38 heiß werden, stellenweise auch knapp darüber. Mit einem Hitzerekord rechnet der Dienst aber nicht. Der liegt für Deutschland bei 40,2 Grad – die 2003 in Freiburg und Karlsruhe gemessen wurden.

Achim heizt ein
Noch mal so richtig Sommer – Schulkinder und Urlauber wird’s ebenso freuen wie die Betreiber von Biergärten- und Schwimmbädern. Am Samstag liegen die Höchstwerte an der Küste bei 26 Grad und im Südwesten bei 35 Grad. Am Sonntag, dem voraussichtlich heißesten Tag des Jahres, klettert das Thermometer bis 38 Grad. Sogar an der Küste wird die 30-Grad-Marke geknackt. Zur Abkühlung empfiehlt der DWD-Meteorologe Martin Jonas die griechische Ägäis. Dort blieben die Höchstwerte bei knapp unter 30 Grad. "Das ist schon ungewöhnlich", sagt Jonas.

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Wie lange bleibt es heiß?
Am Sonntag soll der Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland erreicht sein. Dann rückt Tief "Xenja" von Westen näher. Wer sich nach einem Ende der Gluttemperaturen sehnt, muss sich in Südbaden aber gedulden. Bis Mitte nächster Woche soll es sehr heiß bleiben. Auch am Montag und Dienstag klettern die Temperaturen verbreitet über 35 Grad. Erst zum Donnerstag geht die Hitzwelle zu Ende, eine Gewitterfront vertreibt die Wüstenluft – bis dahin kann es natürlich schon lokale Hitzegewitter gegeben haben. Eine erneute Hitzewelle ist vorerst nicht in Sicht. Dafür mäßig-warmes Spätsommerwetter.

Achtung, Ozon!
Mit der Hitze steigt die Ozonbelastung: Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz rechnet ab Sonntag mit erhöhten Ozonwerten in Baden-Württemberg. "Der Schwellenwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft dürfte ab Sonntag überschritten werden", sagte ein Behördensprecher. Empfindliche Menschen sollten dann auf Anstrengungen im Freien verzichten. Die erhöhten Werte seien vor allem im nördlichen und südlichen Rheintal zu erwarten.

Verhalten bei Hitze
Eigentlich ist es bekannt, trotzdem wird es immer wieder gerne vergessen: Bei Hitze viel trinken, sich gut eincremen und bei längerem Aufenthalt in der Sonne eine Kopfbedeckung aufsetzen. Sport sollte eher in den Abend- oder Morgenstunden getrieben werden. Wer das übertrieben findet: Selbst zahlreiche südbadische Bezirksliga- und Kreisligaspiele sind am Sonntag in den Abend verlegt worden. Wem in der Hitze der Kopf schwirrt, der steht vielleicht vor einem Hitzekollaps. Der äußert sich durch schwammige Beine, Schwindel und Übelkeit. Dann besser schnell in den Schatten, trinken und sanft mit Wasser die Temperatur senken. Bei Ohnmachten den Notdienst rufen. Alte und Pflegebedürftige brauchen bei Hitze besondere Aufmerksamkeit. Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) hat an die Pfleger appelliert: "Im Alter nimmt das Durstgefühl ab. Ältere Menschen trinken deswegen oft weniger", sagte sie.

Was sind Hundstage?
Als Hundstage werden heute meist alle sommerlichen Hitzeperioden bezeichnet. Ihren Namen verdanken sie dem Sternbild Großer Hund mit Sirius als hellstem Stern. Bis das komplette Sternbild am Himmel zu sehen ist, vergeht ein Monat. Im Römischen Reich wurden die Tage vom 23. Juli bis zum 23. August deshalb "Hundstage" getauft. Der Aufgang von Sirius hält sich allerdings nicht an den römischen Zeitplan: In Deutschland kann der Stern frühestens ab dem 30. August beobachtet werden. Hundstage, wie wir sie heute verstehen, haben mit dem himmlischen Phänomen also nicht mehr viel zu tun.

Kleiner Hitze-Schocker
Während alle schwitzen, stehen in Nürnberg die Zeichen schon auf Winter: Dort ist die Lebkuchenproduktion bereits angelaufen, Anfang September kommt die Ware in die Läden.

Autor: dpa/AFP/kam/frey