Sicherheit

Höllentalbahn: Retter kommen im Notfall nicht ans Gleis

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mo, 01. Mai 2017 um 20:40 Uhr

Freiburg

Zäune sind im Weg, Pfade zugewachsen: Die Zusage der Bahn, den Rettungsdiensten die Hindernisse beim Zugang zu den Gleisen zu beseitigen, ist immer noch nicht erfüllt. Dabei hatte die Bahn vor Monaten Abhilfe versprochen.

Die Unterlagen zum Ausbau der Höllentalbahn liegen beim Eisenbahnbundesamt. Als die Pläne im September erörtert wurden, hatte der Vizechef der Freiburger Feuerwehr auf den Tisch geschlagen, das Sicherheitsproblem und ein jahrelanges Vertrösten seitens der Bahn kritisiert: "So können wir keinen retten", sagte Philipp Golecki. Das Problem: Feuerwehr und Rettungsdienst können selten an Gleise fahren, sondern müssen ein Stück laufen – mit Gerät und Verletzten. Doch Abschnitte sind zugewachsen, Dämme steil und Zäune im Weg. Der Zaun am Sternwaldtunnelportal hatte lange ein Loch, da konnten die Retter durch.

Zum Glück ist der Zaun wieder kaputt

Die Bahn sagte Sofortmaßnahmen zu: ein Tor im Zaun, Schneisen im Dschungel und einen Ortstermin im November. Der lief gut. Die Feuerwehr machte Vorschläge und hörte auf Nachhaken: "Schweigen im Walde", sagt Golecki auf BZ-Anfrage. Geschehen ist nichts, nur der Zaun am Tunnel ist wieder hin.

Gestrüpp weg, Tor hin – das würde das Problem zum Beispiel auch an der Strecke am Deicheleweiher und an der Galerie des B-31-Tunnels lösen.



Woanders müsste die Bahn eine Treppe bauen, damit die Retter innerhalb eines Kilometers ans Gleis kommen, wie es heute Pflicht ist. Oder leichter ans Gleis gelangen wie zwischen Merzhauser und Schlierbergstraße, was den Weg zum Lorettotunnel verkürzte. Weil der mehr als 500 Meter lang ist, muss laut Golecki eine sinnvolle Möglichkeit zum Löschen und Retten sichergestellt sein. "Die kann ich nicht garantieren", so der Vizeleiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz. Natürlich gebe es für die alten Anlagen keine modernen Standards: "Aber wir wollen gescheiten Zugang." Zwischen den Tunnels gibt’s eine Treppe, aber die ist zu schmal für Helfer mit Tragen und Hydraulikaggregat. "Das krieg ich da nie runter", sagt Golecki an der Hans-Thoma-Straße. Die war auch Station beim Ortstermin.

Ausbau der Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt soll 2018 starten

Nach der BZ-Anfrage bei der Bahn meldete sich deren Mitarbeiter bei der Feuerwehr. Die Maßnahmen würden diese oder nächste Woche ausgeführt, erklärt Bahnsprecher Roland Kortz: der Rückschnitt und das Tor im Sternwald-Zaun. Warum erst jetzt? Das Team sei womöglich woanders im Land, der Arbeitsplan werde stets schnellstmöglich angepasst. Die Hans-Thoma-Treppe wird wie abgemacht mit dem Ausbau der Höllentalbahn so umgebaut, dass die Einsatzkräfte sie gut nutzen können, sagt Kortz. Was mit den anderen Vorschlägen wird, ist offen. Wege und Tunnel in Freiburg seien trotz allem relativ kurz, merkt er an.

Der Ausbau der Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt soll 2018 starten. Das Eisenbahnbundesamt prüft nun die Pläne. Im Vorfeld hatte die Stadt Freiburg 13 Punkte bemängelt, meist gab es eine Einigung, bei manchen konnte die Bahn erklären, warum nicht. So wird nichts aus einem formalen Zwangsstopp für Züge in Littenweiler, den das Tiefbauamt für kürzere Schrankenschließzeit forderte. Immerhin: Länger wird’s nicht. Und ein Technikgebäude beim Littenweiler Bahnhof kann die Bahn nur da bauen, wo dem Rathaus ein Eingangssolitär zum Stadtteil vorschwebte. Der städtebauliche Entwurf muss umgearbeitet werden.

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