Krimiserie

"Die Nonne und der Kommissar": Dreharbeiten in Diersburg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 03. März 2012

Hohberg

Die Nonne und der Kommissar arbeiten im Weingut: Dreharbeiten zur Krimireihe im Weingut von Roeder. Auch die Schlepperfreunde Diersburg sind im Einsatz.

HOHBERG-DIERSBURG (BZ). Im Herbst vergangenes Jahr stand im Weingut Freiherr Roeder v. Diersburg die Welt Kopf: Für die Serie "Die Nonne und der Kommissar" ist dort die Episode "Verflucht" gedreht worden, die am Mittwoch, 7. März, in der ARD ausgestrahlt wird. Im Film heißt das Weingut "Schloss Feuerbach".

Im Frühsommer war die Filmausstatterin Bärbel Menzel auf der Suche nach einem optisch nicht modernisierten Weingut gekommen. Das Diersburger erschien ihr ideal. "Grundsätzlich konnten wir uns mit dem Gedanken einer Fernsehproduktion in Haus und Hof schnell anfreunden, doch was es letztendlich bedeutet, das begriffen wir erst im Oktober in vollem Umfang", erzählt die Familie von Roeder in ihrem Bericht.

Nachdem auch der Regisseur Berno Kürten Arm das Weingut für geeignet befunden hatte, folgten unzählige Besuche der zahlreichen Abteilungen, angefangen von den Technikern bis hin zu Ausstattern und Logistikteams, die Alle zudem zahlreiche Fragen zum Thema Weinbau stellten. Bald zeigte sich, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste, da die Autorin Martina Brand nicht wirklich Kenntnis darüber besaß, in welcher Form Sabotage in einem Weingut betrieben werden kann – dies aber ist wesentlicher Teil der Kriminalkomödie.

Nun suchten die Filmausstatter mehrere Oldtimertraktoren – die Schlepperfreunde Diersburg konnten helfen. Deren Prachtstücke kamen beim Dreh in Diersburg und auch bei den Weinbergszenen bei Baden-Baden zum Einsatz. Kaum hatten die von Roeders ihre Weinlese im Oktober beendet, rückten einen Tag später sämtliche Filmleute an und begannen das Haus umzuwandeln: Andere Vorhänge, andere Betten und Sessel, Bänke wurden aufgestellt, Lichtschalterattrappen aufgeklebt, Knoblauchzöpfe in der Küche aufgehängt und Weinflaschen mit dem Etikett "Weingut Schloss Feuerbach" im Haus verteilt. Auch der Innenhof wurde umdekoriert, und so fand sich die Familie von Roeder unerwartet umgeben von Strohballen (welches Weingut lagert solche in seinem Hof?), alten Holzfässern und anderen Utensilien mehr. "Das normale Leben unserer Familie sollte wie gewohnt weiterlaufen. Das war vom Filmteam gut gemeint, aber nicht wirklich möglich. Wir hatten ausgehandelt, dass die Zimmer der vier Kinder unangetastet bleiben – doch die hätten sich für die Dauer des Filmdrehs gerne Strickleitern an ihren Fenstern gewünscht, weil sie bei den Worten ’Achtung wir drehen’ ihre Zimmer nicht mehr verlassen konnten", lacht im Nachhinein die Familie. Oder bei einem nächtlichen Dreh an der Haustüre: diese musste für eine Dialogszene (20 mal aus der einen und 20 aus der anderen Richtung gedreht) jedes Mal lautstark geschlossen werden, während drüber die Tochter zu schlafen versuchte.

Am ersten Drehtag rückten Lkw an und wurde das Dorf mit unzähligen Kleinbussen des SWR zugeparkt. Und auf der Schlosswiese neben dem Weingut fanden die zwei Wohnmobile für die Hauptdarsteller Ann-Kathrin Kramer und Günther Maria Halmer ihren Stellplatz. Die Weinprobierstube war zu Garderobe, Maske und Aufenthaltsraum der Schauspieler umfunktioniert worden, die per Funksprechgeräten zum Dreh beordert wurden – im Falle der Hauptdarsteller gefolgt von Maskenbildner und Garderobiere. Die Kinderdarstellerin Louise Allin zog meist die Gesellschaft der Roederschen Kinder vor und musste mehrfach im Haus gesucht werden.

Taube aus Oberschopfheim kommt mit Schrecken davon

Spannend war auch die Zusammenarbeit mit Tieren im Film: "Unvergessen die Szene mit einer Taube, die aus dem Weinkeller herausfliegen sollte und dabei gegen einen Scheinwerfer prallte – sie überlebte", und sie kam mit einem Schrecken davon, wie auch ihr Besitzer aus Oberschopfheim. Eine der schwierigsten Aufgaben des Ausstatterteams war es, Weintrauben in großer Menge zu organisieren. Da aber das Gebot "Optik vor Logik" lautete, wurden kurzerhand 500 Kilogramm italienische Tafeltrauben besorgt, die sogar in den Reben aufgehängt wurden. Und das Gasthaus Linde in Diersburg schließlich sorgte täglich für ein warmes Buffet für die Fernsehleute.
Info: "Die Nonne und der Kommissar", Mittwoch, 7. März, 20.15 Uhr, in der ARD; Wiederholungen: 8. März, 10.30 Uhr, ARD sowie in Eins-festival im März 11. (12.30 Uhr), 14. (18.30 Uhr), 15. (7.30 und 12.30 Uhr)