Hort für alte Kirschsorten

ouk

Von ouk

Do, 26. November 2015

Efringen-Kirchen

Auf der Nabu-Wiese hat der Pomologenverein einen Sortenerhaltungsgarten / Kinder helfen mit.

BLANSINGEN (ouk). Der Kindergarten Blansingen und der Naturschutzbund (Nabu) Lörrach pflanzten jüngst zwei Kirschbäume auf einer Streuobstwiese am Rand von Blansingen. Es handelte sich um Bäume von zwei alten Kirschsorten. Die "Ritterkirsche" war früher in Süddeutschland verbreitet und die Sorte "Kohopkrakasna" kommt ursprünglich aus Russland.

Auf der Nabu-Wiese bei Blansingen betreibt der Pomologenverein einen Sortenerhaltungsgarten für alte Kirschsorten. Der Verein widmet sich dem Erhalt der Obstsortenvielfalt. Bei strahlendem Sonnenschein marschierten die Kinder mit ihren Erzieherinnen los und wurden auf der Wiese von Barbara Stecher und Rolf Dietrich vom Nabu empfangen. "Lecker", rief ein Junge begeistert, als Rolf Dietrich erklärte, dass man nun zwei Kirschbäume pflanzen werde. Dann gingen die Kinder den beiden Naturschützern tatkräftig zur Hand. Sie halfen dabei, Erde in die Pflanzlöcher zu schaufeln und gossen die Bäume an. Außerdem erfuhren sie, was ein junger Baum alles braucht, um gut zu wachsen. So legten die beiden Naturschützer jedem Baum noch eine weiße Plastikhülle um. Diese solle verhindern, dass Tiere die junge Rinde anknabbern oder sich daran scheuern und so die Bäume beschädigen, erklärte Rolf Dietrich.

Die Pflanzaktion gehört zu einem Naturpädagogischen Projekt von Nabu und Kindergarten, das die Sparkasse Markgräflerland fördert. Bereits im Frühjahr erkundeten die Kinder mit dem Nabu die Vielfalt der Blumen, Käfer und Kleintiere auf der Wiese, im Herbst stellten sie ein Bienenhaus beim Kindergarten auf. Im kommenden Jahr werde man die Bäume mit den Kindern immer wieder besuchen und schauen, wie sie wachsen, sagte Kindergartenleiterin Sylvia Riemer. Auf der Wiese, auf der die Kinder die Bäume setzten, wachsen bereits 20 Kirschbäume alter Sorten. 15 Bäume hat der Nabu zusammen mit Corinna und Eckard Hengsberger vom Pomologenverein erst am vergangenen Wochenende auf dieser und einer anderen Wiese bei Blansingen neu gepflanzt. Unter anderem habe man alte Kirschsorten aus Süddeutschland gesetzt wie die "Bitteren Müllheimer" aus Wiechs, berichtete Corinna Hengsberger. Die Erhaltungspflanzung diene dazu, die alten Kirschsorten wieder zu vermehren, erklärte sie. Wenn die Bäume größer seien, könne man davon Reiser zur Veredlung neuer Bäume gewinnen.

In der Erhaltungspflanzung wachsen ganz unterschiedliche Kirschsorten, die zum Gleich-Essen oder auch zum Brennen und zur Weiterverarbeitung geeignet sind. Besonders selten und wohlschmeckend sind laut Annette Braun-Lüllemann, Kirschexpertin beim Pomologenverein, die Bastardkirschen, die aus Süß- und Sauerkirschen gezüchtet wurden.