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17. September 2010
Helfen, wo sonst niemand hilft
Schüler und Lehrer der Nikolaus-Rombach-Schule engagieren sich für eine Schule in Burkina Faso.
HERRISCHRIED. Seit fast drei Jahren engagieren sich Nikolaus-Rombach-Schüler, deren Eltern und Lehrer für eine Schule in Bavila/Burkina Faso. Damit ihre Kameraden in Afrika eine Schule bekommen, die den Namen tatsächlich verdient, organisierten die Kinder ein Schulfest, suchten nach Sponsoren und spendeten sogar einen Teil ihrer Taschengelder. Inzwischen konnte in der ländlichen afrikanischen Gemeinde mit dem Bau des Schulhauses begonnen werden.
Die Eltern der burkinischen Schüler haben das Fundament für das Gebäude, das Raum für drei Klassenzimmer bieten soll, selbst ausgehoben, auch vom Bau ist schon etwas zu sehen. Von dem Baufortschritt berichtet die Todtmooserin Tanja Wandruszka, die Ende Juli nach Burkina Faso gereist war, um ihren Schützling Zoul Bagui Nignan zu besuchen, der im vergangenen Jahr mehrere Monate lang in Todtmoos lebte und dessen fehlgestellte Füße während dieser Zeit mehrmals in Freiburg operiert wurden. Während ihres jüngsten Afrika-Besuchs, ihrem zweiten, handelte sie aber auch als Botschafterin der Rombach-Schule und überbrachte der Schulleitung in Bavila eine Fußballausrüstung mit allem, was dazugehört, und Schulmaterial.
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Die Rombachschüler samt Eltern und Lehrern haben das Dorf mittlerweile regelrecht adoptiert. Schon bald, nachdem sie den Kontakt geknüpft hatten, wurde klar: "Das ist unser Projekt für die nächsten Jahre", berichtet Ursula Volkmer, die den Anstoß zu dem Hilfsprojekt gegeben hatte, nachdem sie über einen persönlichen Kontakt von dem Elend in dem burkinischen Dorf gehört hatte. "In diesem Dorf mit seinen etwa 3000 Einwohnern wollten wir helfen, weil sich da bestimmt noch niemals eine Organisation um die Menschen gekümmert hat", sagt sie. Das Thema Bavila kam auch in der Lehrerkonferenz zur Sprache – mit dem Erfolg, dass die ganze Schule aktiv wurde. Das Hilfsprojekt bekam den Namen: "Wir für Bavila", das erste Paket mit 200 Heften, vielen Kugelschreibern, Stiften und Bleistiftspitzern ging im Januar 2008 nach Bavila.
Tanja Wandruszka hatte nach ihrem ersten Besuch in Afrika vor Schülern und Eltern der Rombach-Schule von ihrem Besuch in Bavila berichtet. An der Schule herrschten unsägliche Verhältnisse: 80 Schüler in einem einzigen Klassenraum, jeweils drei von ihnen in einer Bank. Schulmaterial nicht vorhanden. Von Strom und fließendem Wasser konnte keine Rede sein. Am schlimmsten fanden die Herrischrieder Schüler, dass viele Kinde unter teils großen infizierten Wunden leiden, die schlichtweg unbehandelt bleiben. Eines der am schwersten erkrankten Kinder wurde inzwischen erfolgreich in einem Krankenhaus behandelt – von Spendengeldern der Rombach-Schule und mit privaten Mitteln. Auf dieses Spendenkonto hatten auch Betriebe aus Herrischried und Bad Säckingen sowie Privatpersonen eingezahlt. Insgesamt waren rund 3000 Euro zusammengekommen. Für das im Bau befindliche Schulgebäude wird der Fundus allerdings nicht reichen. 7000, 8000 Euro wird man brauchen, sagt Ursula Volkmer. Fürs neue Schuljahr planen Schüler und Lehrer neue Hilfsaktionen. An Heften und Stiften jedenfalls wird es in Bavila vorerst keinen Mangel geben, denn die Lieferungen aus Herrischried gehen weiter.
Autor: Susanne Filz
