Im Gleitflug über den Hotzenwald

Kirsten Lux

Von Kirsten Lux

Mo, 02. August 2010

Hotzenwald

Gutes Flugwetter und gut gelaunte Piloten am ersten Tag des 47. Internationalen Hotzenwald-Segelflugwettbewerbs in Hütten.

RICKENBACH. Zum Auftakt des 47. Hotzenwald-Segelflugwettbewerbs hoben am Samstagmittag 20 Segelflieger aus Deutschland und der Schweiz vom Gelände der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald in Hütten ab. Zuvor hatte das Wettbewerbsteam um Wettbewerbsleiter Karl Enggist die Piloten in einem ausführlichen Eröffnungs- briefing auf ihre erste Tagesaufgabe vorbereitet.

Die Piloten bekamen von der Wettbewerbsleitung auch aktuelle Informationen zur Wetterlage und eine Einschätzung der Flugbedingungen. Wettermäßig war die Welt für die Segelflieger am Samstag weitgehend in Ordnung.

Vor dem Start betankten die Piloten ihre Maschinen noch mit Wasser als Ballast. Sie brachten letzte Klebestreifen an, um gesteckte Bauteile zu sichern, und bereiteten sich mit einem Imbiss und einem letzten Gang zur Toilette auf die geschätzte Flugzeit von vier bis fünf Stunden in ihren engen Cockpits vor.

Gut gelaunt und voller Vorfreude wurde da über die Wolkenentwicklung gefachsimpelt. Manches Cockpit-Duo musste sich markige Sprüche anhören. Dann gab Flugleiter Detlef Barth die Startfreigabe und gegen 12.30 Uhr zogen fünf Schleppflugzeuge binnen einer halben Stunde 18 Segler in den Hüttener Himmel. Zwei weitere Segelflugzeuge starteten mit eigenen Motoren.

Nach dem Ausklinken der Schleppleine galt es für die Piloten zunächst, die "guten bis sehr guten Steigwerte" der Thermik auszunutzen, um in den nach oben steigenden Warmluftmassen an Höhe zu gewinnen. In eleganten Kreisen schraubten sich die Segelflieger in die Höhe. Bei mäßigen Ostwind genossen die Piloten eine tolle Alpensicht.

Im Gleitflug ging es zum ersten Wendepunkt nach Zwiefalten und von dort weiter nach Kirnberg und Freudenstadt oder nach Winzeln (je nach Starterklasse) und schließlich zurück nach Hütten. Die Maschinen legten dabei zwischen 360 und 400 Kilometer zurück. Sie hatten GPS an Bord. Vor dem Start hatten die Piloten ihre GPS-Systeme mit den richtigen Koordinaten gefüttert.

"Wir haben ganz unterschiedliche Segelflugzeuge am Start, die in zwei Klassen starten", erklärte Simon Lorenz vom Wettbewerbsteam. Die leistungsmäßig unterschiedlichen Segelflugzeuge würden mittels eines so genannten Index durch eine Formel auf ein Niveau gebracht, führte Lorenz aus. "Ein VW-Käfer wird somit mit einem Porsche vergleichbar", sagte er und lachte.

Lorenz ist der Mann der Zahlen. Bei ihm laufen am Ende eines Flugtags sämtliche Daten aus den Bordcomputern der Segelflugzeuge zusammen und werden ausgewertet.