Hüfinger Bürger finden ihre Stadt gut

skk

Von skk

Mi, 24. Oktober 2018

Hüfingen

Rund 120 Besucher beim Bürgerdialog zu den Schlagworten Bildung, Verkehr, Finanzen, Bauen und Wohnen.

HÜFINGEN (guy). Was sagen die Hüfinger eigentlich zu ihrer Stadt, wie bewerten sie das Bildungsangebot, gibt es ausreichend Baugebiete, arbeitet die Stadtkasse effektiv? Zu all diesen und weiteren Punkten hatten Hüfinger am Montagabend die Gelegenheit, sich konstruktiv einzubringen. Dann fand der erste Bürgerdialog unter dem Titel "Wie lebst du morgen?" in der Festhalle statt.

Rund 120 Besucher waren gekommen, um sich an den 13 Ständen in der Halle über die aktuellen Entwicklungen in der Stadt zu informieren und auch selbst ihre Meinung zu äußern: "Wir wollen Ideen, die von der Bürgerschaft getragen sind und bei denen sich alle Teile der Stadt beteiligen", sagte Bürgermeister Michael Kollmeier, der auch einen Überblick über aktuelle Projekte der Stadt gab. Alles unter den vier Oberbegriffen Bildung, Verkehr, Finanzen, Bauen und Wohnen. Sie wurden vorab von einer sogenannten Spurgruppe ermittelt.

Straßenbau: Besonders reges Interesse herrscht am Stand des Regierungspräsidiums. Dort stellen Michael Waidele und Peter Spiegelhalter aktuelle Planungen zu großen Projekten vor: die Umfahrung Behla, der Knoten bei Allmendshofen und der vierspurige Ausbau der B 27. "Schwerpunkt der Bürgerfragen ist die Verkehrsfreigabe in Behla. Da sind wir im Bauzeitenplan drin. Ende Oktober wird darüber entschieden, ob wir das noch dieses Jahr beenden. Ich hatte allerdings das Gefühl, es herrscht viel Verständnis für unser Vorgehen", erklärte Waidele. Egal wann in Behla gesperrt werde, komme es zu Behinderungen.

Kindergärten: Ein kleiner Wermutstropfen des Abends wurde von Manuel Schneider, dem Leiter des St-Verena-Kindergartens, offenbart: "Wir hätten uns ein etwas anderes Klientel gewünscht. Eben mehr Familien mit Kindern." Dennoch habe es interessante Anregungen gegeben. Etwa, dass die Natur bei den Kindergärten eine noch größere Rolle spielen soll. "Die Wohnortnähe scheint den Leuten auch wichtiger zu sein als unser pädagogisches Konzept. Und natürlich ist auch die gebührenfreie Kita ein Thema", so Schneider.

Ordnungsamt: Auf den Plänen der Stadt und den Ortsteilen hatten die Besucher die Möglichkeit, mit Klebepunkten Gefahrenstellen zu markieren. "Wir bekommen hier eher keine Fragen gestellt, sondern viele Anregungen zu Problemen", erklärt Svenja Freitag vom Ordnungsamt. Punkt 10 liegt etwa im vorderen Bereich der Schaffhauser Straße. Hier plädiert ein Bürger für eine Fußgängerüberquerung.

Bauen: "An unserem Stand herrschte reges Interesse", sagte Otto Körner vom Ingenieurbüro Arcus. Häufig seien die Baulandpreise angesprochen worden sowie bezahlbarer Wohnraum. "Etliche wollen ein Gebäude kaufen, was aber vom Markt nicht bedient wird. Dabei sehen die Leute in der Stadt viele leer stehende Häuser, die nicht genutzt werden", so Körner. Thema waren hier auch die Radwege, bei denen die Verbindung in die Ortsteile ausgebaut werden soll. "Wir werden das entsprechend prüfen", so Gerhard Hopfinger vom Stadtbauamt.

Stadtverwaltung: Überrascht zeigte sich Hauptamtsleiter Horst Vetter: "95 Prozent finden, dass wir uns in der Stadt gut um Familien mit Kindern kümmern." Thema an seinem Stand sei auch der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten der Kindertagesstätten gewesen. "Außerdem wollten viele wissen, wieso man in Behla eine zentrale Kita baut", so Vetter.

Bildung: Im Bereich der Schulen galt das Interesse vorrangig den Baumaßnahmen und der Tagesgestaltung an der Lucian-Reich-Schule: "Wir gehen mit der Gestaltung vom üblichen Klassenkonzept weg", sagte Architekt Jochen Spies.

Nahverkehr: "Es kam zum Ausdruck, dass für viele die Dauer einfach wichtig ist. Geht es mit dem Auto schneller, nehmen sie nicht den Bus", sagte Sabine Preiser vom Straßenverkehrsamt des Landkreises.

Stadtkasse: Hier konnten sich die Besucher an einem Fragebogen über die Investitionen und mögliche Ausrichtungen der Stadtkasse äußern: "Viele Bürger haben sich beteiligt. Das müssen wir jetzt erst auswerten", so Stadt-Kämmerer Michael Binninger.

Carsharing und Alter: Beide Bereiche konnten den Abend nutzen, um generell über die Art ihres Angebots zu informieren: "Ich war überrascht, wie viele uns gar nicht kennen", sagte Maren Koffler von der Beratungsstelle.

Wie es weitergeht: Die Ergebnisse der Veranstaltung werden von Translake zusammengefasst und dem Gemeinderat als Bericht vorgelegt. Bürgermeister Michael Kollmeier spricht bereits von einer Fortsetzung: "Wenn ich von einem ersten Zukunftsdialog spreche, soll es auch einen zweiten und dritten geben." Mit der Veranstaltung solle ein langer Dialog in Gang gebracht werden.