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05. Juli 2016

Rebpatenprojekt unterstützt Tumorbiologie

Auf 1800 ist die Zahl der Rebstöcke angewachsen, die im Rahmen des seit 2002 bestehenden Paten-Projekts";Ein Rebstock für die Forschung" von Weinliebhabern"gekauft" wurden.

  1. Rebpaten nahmen „ihre“ Weinstöcke auf dem Ihringer Blankenhornsberg in Augenschein. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch zeigte sich von der Aktion „Ein Rebstock für die Forschung" beeindruckt. Foto: Kai Kricheldorff

  2. Foto: Kai Kricheldorff

Der Erlös kommt der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie zugute, die damit unmittelbar die Krebsforschung unterstützt.

Beitrag von 100 Euro
Traditionell am ersten Freitagabend des Monats Juli wird im Staatsweingut Blankenhornsberg in Ihringen der neue Jahrgang des Patenweins vorgestellt. Dieses Mal war es ein 2015er. Extra aus Stuttgart angereist war dazu Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium.

Mit einem Beitrag von 100 Euro kann jedermann Rebpate werden und dafür 5 Jahre lang in den Genuss einer Flasche Spätburgunder der Sonderedition "Rebpaten" aus der Einzellage "Doktorgarten" kommen. Diese befindet sich direkt über dem Staatsweingut Blankenhornsberg in spektakulärer Landschaft. 60 Prozent der Beiträge kommen der Krebsforschung unmittelbar zugute. Allein in den letzten eineinhalb Jahren kamen 172 neue Rebpaten hinzu, so dass 10 320 Euro als Spende an die Fördergesellschaft überwiesen werden können, freute sich Bernhard Huber, der Leiter des Staatsweinguts. Im freien Verkauf des Spätburgunders aus dieser Lage wurden 869 Flaschen abgesetzt. Jeweils 1 Euro vom Verkaufspreis wurde ebenfalls gespendet, womit sich der Gesamtbetrag zugunsten der Fördergesellschaft Tumorbiologie auf knapp 11 200 Euro summiert.

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Klinik in ruhigerem Fahrwasser
Der Erlös aus dem diesjährigen Projekt fließt in die insgesamt 500 000 Euro mit ein, mit der die Fördergesellschaft das Tumorzentrum der Uniklinik Freiburg unterstützt, sagte Professor Dieter Marmé, der Vorsitzende der Fördergesellschaft. Die einstige Klinik für Tumorbiologie fuhr nach ihrer Insolvenz in rauer See, habe jetzt aber wieder friedliche Wasser unter den Kiel bekommen, so Marmé, der nicht verhehlte, dass die ungute Entwicklung der vergangenen Monate auch für die Fördergesellschaft manchmal ein Balanceakt gewesen sei. Unter dem neuen Dach der Universitätsklinik Freiburg aber könnten wichtige Forschungsvorhaben fortgesetzt werden und auch ihre Finanzierung durch die Fördergesellschaft sei gesichert, sagte der Vorsitzende.

Verfeinerte Methoden
Die Verfeinerung der Methoden zum Messen der Früherkennung von Tumorbildungen nannte Professor Jens Höppner eines der vorrangigen Forschungsvorhaben, die jetzt mit Unterstützung der Fördergesellschaft und damit auch des Rebpaten-Projekts angegangen werden. Höppner ist geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Freiburger Uniklinik.

Als eine exzellente Idee befand Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch das Projekt "Ein Rebstock für die Forschung". Es habe Vorbildcharakter. Die 1561 Patinnen und Paten seien Botschafter, sagte Gurr-Hirsch. Patenschaften und Kooperationen nannte sie "einen Schlüssel zum Erfolg in der heutigen Forschungskultur". Auf dem Blankenhornsberg traf die Staatssekretärin im Stuttgarter Landwirtschaftsministerium auch eine wichtige weinbaupolitische Aussage. Im Ministerium werde jetzt ein Konzept für die Steillagenförderung erarbeitet mit dem Ziel, eine gerechtere Ertragssituation für diejenigen Winzer zu erreichen, die diese Lagen bewirtschaften, kündigte sie an. Vor 4 Jahrzehnten war Gurr-Hirsch einmal Weinkönigin. Entsprechend gut kennt sie sich im Weinbau aus.

Wein sollte noch reifen
Den 2015er Rebpaten-Wein sollte man noch ein paar Jahre liegen lassen, riet Weingutsleiter Bernhard Huber. Die Trauben seien in der ersten Septemberwoche geerntet, auf der Maische vergoren und noch für 7 Tage mazeriert worden, verriet Kellermeister Philipp Isele bei der Verkostung. Den sonnendurchtränkten Spätnachmittag hatten zahlreiche Weinpaten zum Besuch auf dem Blankenhornsberg genutzt. Viele von ihnen gingen in den Weinberg, um aus nächster Nähe das Gedeihen ihre Rebstocke zu betrachten.

Kontakt und Information: http://www.foerdergesellschaft-tumorbiologie.de www.staatsweingut-freiburg.de

Autor: Kai Kricheldorff