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07. Dezember 2017

Zwei Chöre und ein Beatboxer

Intermezzo und Chorissimo sowie eine neue A-cappella-Formation traten in der Ihringer Neunlindenschule auf.

  1. Der Ihringer Pop- und Jazzchor Intermezzo begeisterte unter der Leitung seiner jungen Dirigentin Annika Endres das Publikum in der Aula der Neunlindenschule. Foto: Kai Kricheldorff

IHRINGEN. Mit einem umjubelten Chorkonzert in der Aula der Neunlindenschule hat sich der Ihringer Chor Intermezzo zurückgemeldet. Chorleiterin Annika Endres führte dabei die über 35 Sängerinnen und Sänger zu einer außergewöhnlichen musikalischen Gemeinschaftsleistung. Das Gastauftritt von Chorissimo Nimburg sowie eine als Überraschung angekündigte A-cappella-Einlage rundeten den Abend ab.

"Twist And Shout", ein alter Hit der Beatles, sang Intermezzo zum Auftakt. Bei "Rolling In The Deep" von Adele und "I´m All Over It” von Jamie Cullum stellte der Chor unter Beweis, dass er neuere und anspruchsvollere Stücke der Popmusik ebenso spritzig zu interpretieren versteht. Dabei ließ Intermezzo-Dirigentin Annika Endres ihr Talent als Arrangeurin aufblitzen.

Zum Schluss gab es eine Überraschung

Im letzten Konzertdrittel kam Intermezzo für ein zweites Set auf die Bühne, das mit "Viva La Vida" einsetzte. Mit diesem schwungvollen Song von "Coldplay" setzte der Chor das gleichnamige Motto des Abends gesanglich um. Für die Aufgeschlossenheit, auch Lieder außerhalb des Mainstreams ins Repertoire zu nehmen, stand die Komposition "Baum für Baum für Baum" des Berliner Songschreibers Johannes Meißner. Bei "Shakles" ließ Solistin Martina Guschker ihre an der Gospelmusik geschulte Stimme erklingen. Das von begeistertem Applaus getragene Finale bildete die hervorragende Interpretation der beiden Michael-Jackson-Songs "Beat It" und "Billie Jean". Mit seinen 20 Sängerinnen und Sängern ist Chorissimo Nimburg eine kompaktere Gesangsformation als der Ihringer Chor. Das erhöht die hörbare Transparenz und bringt die gesangliche Qualität der einzelnen Stimmen noch deutlicher zum Ausdruck. Vier Lieder sang der Chor unter Leitung von Adrian Goldner.

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Unter ihnen stachen das relaxte, fast wie ein Evergreen daher kommende "Haus am See" von Peter Fox sowie das aus den 1990er Jahren stammende "Catch Me" ("Hobart Paving") der britischen Gruppe Saint Etienne heraus. Die Zugabe, eine Hommage an alle "Multi-Tasking"-Frauen, war das großartige "Lady Madonna" von John Lennon und Paul McCartney.

Die angekündigte Überraschung stellte sich als eine aus vier Sängern und drei Sängerinnen bestehende, neu gegründete A-cappella-Formation heraus. Ihr gehören Annika Endres und Adrian Goldner, also die Dirigenten beider Chöre, an. Der erste offizielle Auftritt war sehr überzeugend. Ausgefeilt, präzise und mitreißend sang das Septett drei Stücke und gab als Zugabe eine erstaunliche Unplugged-Version des Songs "Lindisfarne" von James Blake. Ihren Auftritt wie auch den von Intermezzo begleitete Beatboxer Johannes Jäck, der Perkussionsrhythmen mit Stimme, Atmung und Rachen-/Nasen-Geräuschen imitiert und so dem Chorgesang einen federnden Rhythmusteppich unterlegt. Frenetisch feierte das Publikum seine beiden kurzen Soli.

Geschmeidig moderierte Edgar Mitternacht das Programm und Intermezzo-Chef Wolfgang Danzeisen dankte am Ende dem Chor, seiner Dirigentin und den Gästen aus Nimburg für die Gestaltung des herausragenden Musikabends.

Autor: Kai Kricheldorff