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23. Juni 2010
Immobilienpreise stagnieren auf hohem Niveau
"Immobilienkompass" der Zeitschrift "Capital": Wohnungen sind eine sichere Anlage, aber die Werte steigen nicht mehr so stark.
Gute Aussichten auf ein sicheres Investment hat, wer sein Geld in ein Haus oder eine Wohnung in Freiburg steckt. Das besagt zumindest der neue, nunmehr vierte "Immobilienkompass" des Wirtschaftsmagazins Capital. Allerdings sei Freiburg schon jetzt so teuer als Standort, dass die Stadt in puncto Wertzuwachspotenzial etwas zurückfalle. So schneiden denn auch bei der erstmals vorgenommenen Standort-Gesamtbeurteilung Heidelberg, Karlsruhe und Baden-Baden besser ab als Freiburg.
Der "Immobilienkompass", der insgesamt 120 deutsche Städte unter die Lupe nimmt, liefert für Freiburg eine Reihe zur Genüge bekannter Standortinfos (etwa die wachsende Einwohnerzahl und den Jobzuwachs der vergangenen Jahre), beinhaltet aber auch Überraschungen. Dazu gehört, dass der Stadtteil Haslach darin gewissermaßen als Geheimtipp für Investoren gehandelt wird. Die nahe gelegene "Hochhaussiedlung Weingarten" sei zwar zweifelsohne weder bei Käufern noch Mietern sonderlich gefragt, Alt-Haslach hingegen biete vielversprechende Wertentwicklungsperspektiven – nicht zuletzt wegen der geplanten Bebauung der Gutleutmatten. Die könne tendenziell zu einem Anziehen der Immobilienpreise auch in der Umgebung führen, wie Capital andeutet. Derzeit würden die Hauspreise dort für typische Eigenheime bei 280 000 bis 360 000 Euro liegen – Schnäppchenniveau für Freiburger Verhältnisse.Werbung
Noch viel deutlicher als Aufstiegskandidat wird in der Marktübersicht Ebnet hervorgehoben. Für die derzeitigen Hauspreise (340 000 bis 550 000 Euro) ist laut Capital ein Zuwachs von zwei bis fünf Prozent in den kommenden zwölf Monaten zu erwarten. Ausdrücklich wird die Steinhalde als Stadtteil-Toplage aufgeführt.
So viel Fantasie ist für die Immobilienmarkt-Dickschiffe unter den Stadtteilen, die Wiehre und Herdern, bei den Hauspreisen nicht mehr drin. Dort sind die Preise schon jetzt viel höher: 500 000 bis 1,8 Millionen Euro in der Wiehre, 400 000 bis 1,4 Millionen Euro in Herdern. Bei den Preisen für Eigentumswohnungen werden im "Immobilienkompass" allerdings deutliche Steigerungen für beide Viertel vorhergesagt: In der Wiehre soll es binnen Jahresfrist von derzeit 2400 bis 4600 Euro je Quadratmeter um zwei bis fünf Prozent nach oben gehen, in Herdern soll das jetzige Niveau von 2600 bis 4800 Euro je Quadratmeter sogar um mehr als fünf Prozent steigen.
Was Capital am Standort Freiburg vor allem bekrittelt, ist das geringe Angebot. Der Markt sei teilweise wie leer gefegt.
Um Gottes Willen nicht zu ernst nehmen soll man indes laut Hugo Sprenker den Report des Wirtschaftsmagazins. Sprenker ist seit rund drei Jahrzehnten Immobilienmakler und -sachverständiger in Freiburg und amtiert derzeit als Vizepräsident und Bundesschatzmeister des Deutschen Immobilienverbands IVD. Die Erhebung von Capital, in die Auskünfte der Eigentümervereinigung "Haus und Grund" sowie die von fünf Freiburger Maklerbüros eingeflossen sind, könne zwar als grobe Orientierung für Investoren dienen, ersetze aber in keinem Fall eine fachmännische Beratung. Künftig werde sich der Immobilienmarkt – und das gelte auch für den eigentlich sehr soliden Freiburger Markt – immer mehr auseinander entwickeln, so dass eine weise Standortauswahl zunehmend wichtiger für den Investitionserfolg werde. Gerade Eigennutzer dürften sich dabei aber nicht einseitig von möglichen Wertentwicklungschancen und Marktbewertungen leiten lassen. "Man sollte schließlich da wohnen, wo die Leute nett sind", so Sprenkers diesbezüglicher Ratschlag.
Autor: Holger Schindler
