In der Manege fürs Leben lernen

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Mo, 13. August 2018

Friesenheim

Im Rahmen des Friesenheimer Ferienprogramms haben 27 Kinder bei einem Zirkusprojekt mitgemacht und das Erlernte präsentiert.

FRIESENHEIM. Eine Woche Zirkusprojekt ist vorüber. 27 Kinder haben bei Zirkusdirektor Daniel Brauer und seinem Team vom Freiburger Projektzirkus "Zirkusfrog" eine artistische Ausbildung genossen. Am Freitagnachmittag beim Eltern- und Familienfest hieß es "Vorhang auf" und die jungen Artisten zeigten ihr Können. Dafür schenkte das Publikum einen Riesenapplaus.

Die traditionelle Zirkusmusik erschallt zur Eröffnung des Spektakels. Das Publikum klatscht im Rhythmus, der Zirkusdirektor erscheint in der Manege. Schwarzweiße Schuhe, Gehrock mit rotem Innenfutter. "Der Lohn des Künstlers ist der Applaus", bittet er um Vorschusslorbeeren. Doch die braucht es nicht: Noah tritt als Peppino auf und gibt mit schlauen Sprüchen den Spaßmacher ganz nach dem Motto: Werde ein Clown, werde ein Kind, Mange frei, das Spiel beginnt. "Alegría" von Cirque du Soleil erklingt und die Ringling Brothers and Sisters betreten die Manege. Am Horizontalreifen zeigen sie eine schwindelerregende Luftakrobatik. Eine ebensolche ist am Trapez zu sehen und am Tuch. Zwischendurch treten Zauberkünstler auf, die in die Welt der Illusion entführen. Das Publikum ist fasziniert von so viel Professionalität.

Dann sind wieder Spaßmacher dran. Clownerie gehört in die Manege wie die Luftkünstler und die Seiltänzer. Mit Schirm, Charm und Balance geht’s auf den silbernen Draht. Die Seiltänzer zeigen in der Manege, was sie während der Ferienwoche gelernt haben. Zwischendurch kommt Kathrin und zeigt als Queen of Pop, was der legendäre King of Pop Michael Jackson tänzerisch draufhatte. "Wir zeigen, wie man es richtig macht", sagen die Clowns und sorgen für Lacher im Publikum.

Hannah Strebig erklärt, wie die einzelnen Artisten zu ihren Auftritten kommen. "Wir durften alles an den beiden ersten Tagen durchprobieren, dann mussten wir uns für drei Disziplinen entscheiden und daraus wählte der Zirkusdirektor unseren Auftritt aus." Hannah ist froh, dass sie Luftzirkus am Tuch zeigen darf. "Das hat mir besonders Spaß gemacht", sagt sie. Spielerisch fürs Leben lernen: Zirkusprojekte sieht Daniel Brauer als die richtigen Methoden zur Förderung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen. Damit ließen sich Selbsteinschätzung stärken, Überwindungsängste abbauen, Selbstwertgefühl steigern. Zudem werde durch das Üben in der Gruppe die Teamfähigkeit gestärkt. Beim Freiburger Projektzirkus haben die Kinder die Möglichkeit, ohne Konkurrenzdruck und ohne Bewertung ihre ganz persönlichen Stärken kennenzulernen und einmal zu zeigen, welche Talente in ihnen stecken, wie Brauer betont.

Dass die Kinder stolz auf das Erlernte sind, ist bei der Aufführung nicht zu übersehen. So mancher Nachwuchsakrobat erkennt verborgene Talente. Der Zirkusdirektor und sein Team sind sich einig: Jonglage und Artistik fördern die Motorik, Clownerie die Mimik und Gestik sowie die Ausstrahlung der Kinder und Jugendlichen. Bewusst setzen Jenny Zinnecker und Daniel Brauer auf das Üben in Gruppen. Unterstützt werden sie von drei Juniortrainern, die derzeit ihre Ausbildung machen. Auch sie dürfen an diesem Nachmittag ihr Können präsentieren.