In Hartheim soll eine neue Zirkusschule entstehen

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Fr, 20. Juli 2018

Hartheim

Robert Eisele will auf dem Bohrerhof in Feldkirch unterrichten .

HARTHEIM AM RHEIN. Mit einem Zelt fing alles an auf dem Bohrerhof in Feldkirch. Heute ist daraus eine erfolgreiche Gastronomieadresse geworden. Jetzt soll hier wieder ein Zelt aufgebaut werden. Ein Zirkuszelt für eine Schule für Artistik und Zirkuspädagogik. Mit Artistik hat man ebenfalls Erfahrung. Seit zwei Jahren heißt es "Vorhang auf, Manege frei" im Bohrers bei den Dinnershows in der Vorweihnachtszeit.

Vor einiger Zeit streckte Clown Robert Agusto, alias Robert Eisele, ein zertifizierter Zirkuspädagoge, seine rote Knollennase im Bohrerhof durch die Türe. Eisele, der in Badenweiler lebt, ist Tänzer, Schauspieler und Bewegungsdarsteller. Er war nach eigenen Angaben bislang in einem großen Zirkusprojekt in Müllheim tätig und möchte nun eine moderne Zirkusschule aufbauen. Bei seiner Standortsuche stieß er im Bohrerhof auf offene Ohren. Cirque Intense heißt das Unternehmen, das Eisele samt Mitgeschäftsführerin Kathryn Babeck und Start-up-Coach Stefan Ibing in der jüngsten Sitzung des Hartheimer Gemeinderats vorstellte.

Eisele und sein Team wollen jungen Erwachsenen mit Schulabschluss vor ihrer Berufswahl ein Orientierungsjahr anbieten. Absolventen aus ganz Deutschland könnten nach Hartheim kommen, um sich auszuprobieren bei Artistik, Theater, Tanz, Musik und Performance. Gedacht ist an 15 Teilnehmer, starten soll das Ganze im September, sieben Anmeldungen lägen bereits vor. 35 Wochenstunden soll unterrichtet werden, die Kosten für das Vollzeittraining belaufen sich pro Teilnehmer auf rund 450 Euro pro Monat. Spendengelder gibt es auch schon dafür, wobei das Projekt sich auf Dauer nach Eiseles Worten selbst tragen soll. Außerdem könnten Teilnehmer mit dem Erlernten, etwa Praxiswissen in Zirkuspädagogik, in Workshops Kindergruppen unterrichten und so bis zu 180 Euro monatlich dazuverdienen. Um eine Bleibe während des Orientierungsjahres müssten die Teilnehmer sich selbst kümmern. "In WGs oder vielleicht finden sich Haushalte mit leeren Kinderzimmern", meinte Eisele auf Nachfrage aus der Ratsrunde.

Ostermaier hofft auf ein Vorzeigeprojekt

Eisele zufolge erfreuen sich Varieté und Zirkus hierzulande wieder zunehmender Beliebtheit. Die Künstler kommen jedoch meist aus dem Ausland, aus Russland, Kanada oder Holland. Deutschlandweit gebe es nur vier Ausbildungsstellen für Zirkuspädagogik, eine davon in Freiburg.

Bürgermeister Stefan Ostermaier zeigte sich dem Projekt zugetan, er kann sich auch eine Kooperation vorstellen, und würde Jugendreferent Emmanuel Klöckner einbinden. Es könnte für Hartheim ein Vorzeigeprojekt werden: "Ich hoffe, dass es gelingt." Ostermaier betonte, dass die Vorstellung im Rat lediglich informativen Charakter habe. Noch zu klären seien jedoch die baurechtlichen Aspekte. Ein Zelt dürfe maximal für drei Monate aufgestellt werden. "Wir wollen sehen, ob eine Sondergenehmigung möglich ist, zumindest für das erste Jahr", so Ostermaier.

Infos zum Projekt gibt es im Internet unter http://www.cirque-intense.de