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09. August 2016 17:35 Uhr

Einladung ins Freizeithaus Gersbach

Belohnung für angehende Schreiner

Weil sie sich an einem Bettenprojekt fürs Freizeitheim Gersbach beteiligt haben, durften Schüler der Einjährigen Berufsfachschule Holz vier Tage kostenlos im Selbstversorgerhaus verbringen.

  1. Schüler der Einjährigen Berufsfachschule Holz der Gewerbeschule lernten sich im Freizeithaus Gersbach kennen. Foto: Werner Störk 

SCHOPFHEIM (BZ). Projekt-Kooperationen mit externen Einrichtungen gehören zur Tradition der Einjährigen Berufsfachschule Holz der Gewerbeschule Schopfheim. Immer geprägt von einem starken regionalen Bezug, arbeiteten die Schüler bereits im Harz und auf der Schwäbischen Alb. Aktuell besteht nun seit fast einem Jahr eine solche Kooperation mit dem Evangelischen Freizeithaus Gersbach. Viele Schüler blühten dabei regelrecht auf.

Mit diesen externen Projekten folgen die Schüler der Einjährigen Berufsfachschule Holz der Tradition der Waldschulheime: Die Aufenthalte sollten den angehenden Schreinern einen unmittelbaren Bezug zu ihrem wichtigsten Werkstoff herstellen, zum Holz, und damit auch zum Wald als Rohstofflieferant und Wirtschafts- aber eben auch als schützenswerten Lebensraum.

Und in diesem Projekt konnten die Schüler die Früchte ihrer Arbeit in einer besonders angenehmen Form ernten: Für ihr beispielhaftes Engagement wurden sie für vier Tage und Nächte bei freier Kost und Logis in das auf 1015 Metern Höhe gelegene Selbstversorgerhaus in Gersbach eingeladen. Wie erlebnisreich sich dieses Projekt in der Realität weiter entwickelte, erlebten die 40 Schüler mit dem unter der Federführung von Dieter Rümmele und dem Lehrer-Team Matthias Asal, Rainer Eiche und Thomas Pöhlchen organisierten Begleitprogramm: So besuchten sie nicht nur die Fauststadt Staufen und folgten einer bauhistorischen Führung in Konstanz, sondern paddelten auch eine wettermäßig heiße Kanutour auf dem Rhein.

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Unter dem regionalen Bezug stand dann in der Wochenmitte der "Gersbach-Tag" mit einer Führung auf der Barockschanze (an der auch Roland Gutschalk, Abteilungsleiter Bau, Holz und Farbe, teilnahm) und dem Besuch der Chäschuchi. Zum Abendessen gab es dann noch ausgewählte Produkte der Gersbacher Fleischdirektvermarktung sowie eine feine Auswahl jener Käsesorten, deren Entstehung sie am Nachmittag erleben konnten. Dazu gab es – wie jeden Tag – echtes Bauernbrot und zu jedem Frühstück frische Brötchen aus dem Gersbacher Dorfladen: Wertschöpfung im ländlichen Raum – praxisnah und mit viel Genuss erlebt. Und jeden Tag Sonne pur samt einer grandiosen Panoramasicht auf die schweizerischen Zentralalpen – für viele, wie sie selbst sagen – sicherlich unvergesslich.

Dies gilt auch für das ungewohnte Zusammenleben und unmittelbare Erleben als Hausgemeinschaft im evangelischen Freizeithaus.

Wobei auch das gemeinsame Essen samt Tisch- und Küchendienst neben den Ausflügen ein wesentliches Element des gegenseitigen Kennenlernens der drei Werkstattgruppen war. Das zeigte sich deutlich beim abschließenden Feedback-Rundgespräch. Denn wie sehr die angehenden Schreiner und Schreinerinnen (unter der immer noch männlich dominierten Berufsgruppe waren immerhin schon sechs junge Frauen) auch die pädagogischen Ziele der Einjährigen Berufsfachschule Holz im Laufe des vergangenen Jahres angenommen und verinnerlicht haben, belegte eindrucksvoll die traditionelle Reflexionsrunde. In ihr äußern sich am Ende eines Schuljahres Schüler wie Lehrer, dieses Mal am nächtlichen Lagerfeuer, rückblickend über ihre persönlichen Erfahrungen im Unterricht.

Als Gast bei dieser Runde war es erstaunlich, wie selbstbewusst, konstruktiv und individuell differenziert dieses Erleben wirklich offen und ehrlich mit spürbar gegenseitigem Respekt ausgesprochen wurde. Und wie dabei Schule und Unterricht in Praxis und Theorie überwiegend positiv erlebt wurde.

Aussagen wie "Die Schule hat mir seit Jahren wieder Spaß gemacht" oder "Die Lehrer machen einen tollen Job" beziehungsweise "Das Klassenklima war echt cool" und "Ich habe mich jeden Tag auf die Werkstatt gefreut" waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dass diese Einschätzung sicher auch auf Gegenseitigkeit beruht, machte auch das Schlusswort von Klassenlehrer Thomas Pöhlchen an die Schüler deutlich: "Wir sind stolz auf Euch."

Autor: bz