Informationen über Eurythmie

Karin Stöckl-Steinebrunner

Von Karin Stöckl-Steinebrunner

Fr, 07. September 2018

St. Blasien

Zwei Fachfrauen laden ein, Grundelemente der Eurythmie kennenzulernen.

ST. BLASIEN / GÖRWIHL (kss). Ute Kassner und Elke Schäpe, beide diplomierte Eurythmistinnen und Heileurythmistinnen, laden unter dem Motto "Bewegen – Hören – Schauen" ein zu einer Laut- und Toneurythmie-Veranstaltung mit dem Ziel, Grundelemente der Eurythmie kennenzulernen. Einmal bieten sie diese Veranstaltung an am Samstag, 15. September, von 15 bis 18 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen Christuskirche in St. Blasien, und am folgenden Samstag, 22. September, zwischen 9.30 Uhr und 12.30 Uhr im Pfarrsaal der Katholischen Kirche in Görwihl.

Elke Schäpe, seit 2003 mit einer freien Praxis im Dachsberger Ortsteil Urberg ansässig, möchte zusammen mit ihrer Kollegin Ute Kassner, mit der sie zeitweilig gemeinsam im Heil- und Erziehungsinstitut Sonnenhalde in Görwihl tätig war, der Eurythmie als Bewegungsmedizin mehr Bekanntheit verschaffen. "Körperarbeit mittels Yoga, Tai Chi oder Qigong sind mittlerweile in weiten Teilen der Bevölkerung angekommen, die Eurythmie und Heileurythmie dagegen fristen immer noch ein größtenteils unbekanntes Randdasein", erklärt Elke Schäpe. Das wolle sie gemeinsam mit ihrer Kollegin ändern, weiß sie doch, dass die von ihr angebotenen Übungen imstande sind, stärkend auf die Seelenkräfte des Menschen einzuwirken.

Ins Leben gerufen hat die Eurythmie Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie. Auf Anfrage einer Mutter gab er deren Tochter dem Vorbild antiker Statuen abgeschaute, harmonische Bewegungen an die Hand. Dazu kamen kraftvoll erdende Bewegungen nach dem Vorbild nordischer Barden.

Eurythmie unternimmt den Versuch, Sprache sichtbar zu machen. Anwendung findet sie im schulischen und medizinischen Bereich sowie als Bühnenkunst. Für jeden Buchstaben gibt es eine spezielle Geste, beispielsweise das sich öffnende Staunen für das "a". Die Konsonanten werden den vier Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft gruppenweise zugeordnet, außerdem von der Sprache ausgehend etwa Zisch- oder Gaumenlaute unterschieden. In den Formen unterscheiden sich zudem die sichtbare Welt auf der einen Seite und die geistige auf der anderen. Auch die Charakteristika dramatisch, lyrisch und episch finden Eingang in die Gestaltung der Bewegungen in der Eurythmie.

"Damit ist die Eurythmie am Menschen sichtbar gemachte Sprache", fasst Elke Schäpe zusammen. Die Ergebnisse von Untersuchungen, an denen sie selbst mitgewirkt hat, reichen indes noch viel weiter. Nicht nur, dass die Bewegungen des Kehlkopfes beim Sprechen Abbilder der Bewegungen in der Eurythmie darstellen, wurde ihr klar. Darüber hinaus hat sie etwa gemeinsam mit einem Zahnarzt die positive Wirkung der Heileurythmie sogar auf Zahnfehlstellungen erfahren können und zusammen mit dem Strömungsinstitut in Herrischried mittels Eurythmie den Schutz gegen schädliche Einflüsse des LED-Lichts auf den menschlichen Körper getestet.

Die Heileurythmie ist immer ganz speziell auf die zu behandelnde Person ausgerichtet. Mit der in den beiden genannten Veranstaltungen zum Kennenlernen angebotenen Eurythmie soll dagegen allgemein ein Gefühl für Körper und Seele entwickelt werden, sie fördert die Konzentrationsfähigkeit und das Raumgefühl, führt zu einer vertieften Atmung und damit zu einer Erwärmung und zu verstärkter Präsenz. Sie hilft aber auch bei der Lockerung von Blockaden oder fördert den natürlichen Schlafrhythmus. "Bei meiner Arbeit mit Flüchtlingskindern beispielsweise habe ich eine deutliche Entspannung feststellen können, eine allgemeine Stützung der Lebenskräfte", meint Elke Schäpe abschließend.

Info: Anmeldung per Telefon,Tel. 07672/481512, oder E-Mail unter e.schaepe@posteo.de. Parallel beginnt unter dem Titel "Stärkung der Lebenskräfte" am Montag, 10. September, ein Eurythmiekurs. Er findet statt in der Freien Waldorfschule Dachsberg, montags von 19 bis 20 Uhr.