Inspiriert für die eigene Kunst

Helmut Rothermel

Von Helmut Rothermel

Mo, 15. Februar 2016

Waldkirch

Kollnauer Grundschüler besuchen die Ausstellung von Petra Blocksdorf im Georg-Scholz-Haus / Besichtigung, Interview, Workshop.

WALDKIRCH. Im Georg-Scholz-Haus sind zur Zeit Werke der Freiburger Künstlerin Petra Blocksdorf zu sehen. 18 Drittklässler aus Kollnau besuchten mit ihrer Lehrerin Christel Austing die Ausstellung, mit anschließendem Workshop. Die Künstlerin war selbst anwesend und die Schüler konnten ihr ganz direkt Fragen stellen.

Seit Anfang 2015 gibt es eine Kooperation zwischen dem Georg-Scholz-Haus und Elztäler Schulen. Die Workshops mit Führung und künstlerischem Gestalten richten sich an Schüler aller Schularten ab Klasse drei und werden von Brüni Zinger, Helga Bauer, Marianne Schuricht und Ulrike Schräder geleitet. Sie erklärten, Kinder und Jugendliche altersgerecht mit zeitgenössischer Kunst in Kontakt zu bringen, sei das Ziel, sowie das Haus für neue Besuchergruppen zu öffnen.

Der Besuch der aktuellen Ausstellung begann für die Schüler mit einer kleinen Ortsbestimmung, wobei Volker Lindemann vom Kunstforum das Haus vorstellte. Dann wurden im großen Saal im Erdgeschoss einige Bilder mit Landschaften, Pflanzen und Tieren näher unter die Lupe genommen. Mit viel Interesse und großer Offenheit begegneten die Kinder der auf den ersten Blick nicht sehr eingängigen, den Betrachter fordernden Kunst.

Während auf Tierfotografien oder auch gemalten Tierpostern eine naturgetreue Abbildung mit möglichst vielen Details zu sehen ist, zeichnet die Bilder von Blocksdorf gerade das "Weglassen" aus. Wenige warme Farbtöne verwendend, malt sie ihre Tiere ohne Fell, manchmal ohne Augen und nur Teile des Körpers abbildend. Dazu meinte ein Schüler, dass es bei den betrachteten Bildern nicht auf die Genauigkeit der Darstellung ankomme, sondern auf das, was der Betrachter für sich wiederfindet. Eine sehr genaue Beschreibung der Intention der Künstlerin. "So viel Offenheit hatten wir erhofft, aber keinesfalls erwartet", meinte Helga Bauer.

Im nächsten Programmpunkt wurde anhand einiger Bilder eines Märchens und eines Zeitungsartikels über das Verhältnis von Mensch und Tier gesprochen. Während in dem von Helga Bauer vorgelesenen Märchen "Tomte und der Fuchs" ein harmonisches Miteinander möglich ist, werden den Menschen störende Tiere in der Wirklichkeit verfolgt und auch ausgerottet.

Im Anschluss hatten die sehr gut vorbereiteten Kinder Gelegenheit, in einem Interview vieles über die Künstlerin und ihre Arbeit zu erfahren. So berichtete Blocksdorf, das sie mit selbst hergestellten Eitemperafarben arbeite. Sie erklärte, wie man die Farben mischt, und zeigte den Aufbau einer Leinwand auf einem Keilrahmen. Jeder solle die Bilder so betrachten, wie er mag und das für ihn selbst Wichtige herauslesen. Sie male, angeregt durch das Elternhaus, schon seit über 40 Jahren und ohne Kunst wäre ihr Leben um einiges ärmer. Sie erklärte, wie man Künstler werden kann, welche Malervorbilder sie habe und wie sie in ihrem Atelier in Freiburg arbeitet. Als Hochschullehrerin bildet sie zukünftige Kunstlehrer aus und hat etwa 50 Studenten.

Nach dem Interview trugen die Kinder als Dank zwei Gedichte vor und machten sich dann mit großer Begeisterung selbst an die Arbeit. Eine Gruppe malte mit Farb- und Wachsstiften vorgezeichnete Tierumrisse aus, während die andere Gruppe Tiere aus Ton modellierte. Die schönen Ergebnisse werden bei der Finissage am 21. Februar zu sehen sein.