Bürgermeisterwahl

Johann Albrecht ist mit knapp 40 Prozent Sieger des ersten Wahlgangs

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Mo, 16. April 2018 um 11:01 Uhr

Malsburg-Marzell

Keinem der vier Bürgermeisterkandidaten in Malsburg-Marzell bescherte der erste eine absolute Mehrzeit, deshalb braucht es nun einen zweiten, der am 29. April ansteht.

Alles andere wäre eine riesige Überraschung gewesen – doch die blieb bei der Bürgermeisterwahl in Malsburg-Marzell aus. Die 1211 Wahlberechtigten, von denen kaum zwei Drittel, nämlich 65,6 Prozent ihre Stimme abgaben, bescherte keinem der vier ernst zu nehmenden Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit. Zwar ging Johann Albrecht mit 39,8 Prozent der gültigen Stimmen als Sieger aus dem Wahlgang hervor. Gleichwohl muss er nun noch einmal in zwei Wochen antreten. Im zweiten Wahlgang reicht dann die relative Mehrheit.

Vier ernst zunehmende Kandidaten

Die Konstellation von vier ernst zu nehmenden Kandidaten, die allesamt einen soliden Wahlkampf geführt haben und damit bei den Bürgern punkteten, ließ kaum etwas anderes erwarten. Die absolute Mehrheit, die im ersten Wahlgang für den Einzug ins Rathaus notwendig gewesen wäre, hat keiner von ihnen erreicht. Deutlich absetzen konnte sich gleichwohl Johann Albrecht, der mit den knapp 40 Prozent der Stimmen die Liste anführt. Albrecht ist denn auch mit dem Ergebnis "sehr zufrieden" und sei nun sehr gespannt auf den zweiten Wahlgang. "Noch ist nichts entschieden und ich darf mir nicht zu sicher sein", erklärt er. Zwar habe er damit gerechnet, dass es eine zweite Runde geben werde, da alle vier Kandidaten wählbar gewesen seien, wie er den Wahlkampf nun gestalten werde, stehe noch nicht fest."Weder überrascht noch enttäuscht" sei Martin Vollmer, der mit 25 Prozent das zweitbeste Ergebnis einfuhr. Er habe das so erwartet. Auch wenn Albrecht "einen satten Vorsprung" habe, wolle er sehen, "ob da nicht noch was zu drehen ist".

Motivation und Enttäuschung

Mario Singer hingegen macht keinen Hehl daraus, dass er mit seinem Abschneiden nicht zufrieden ist. Nur jeder fünfte Wähler hatte ihm die Stimme gegeben. "Ich habe eine kleine Pflanze gesetzt, die muss jetzt rasch zum Baum werden", umschreibt er das, was er in den nächsten zwei Wochen vorhat, um sein größtes Manko, den im Vergleich zu seinen Mitbewerbern geringeren Bekanntheitsgrad auszugleichen. "Meine Vision für Malsburg-Marzell ist noch nicht bei jedem angekommen, das zu ändern, dafür werde ich kämpfen", erklärt er zuversichtlich.

Enttäuscht ist Andreas Wiesner. "Ich habe mir mehr erwartet, vor allem angesichts des Aufwands, den ich mit dem Wahlkampf betrieben habe", kommentiert er das Ergebnis. Er habe das aber nicht in der Hand. Ob Wiesner auch zum zweiten Wahlgang antritt, steht noch nicht fest. "Ich werde mir das heute Nacht ganz genau überlegen und morgen eine Entscheidung fällen", erklärte er am Sonntagabend. Enttäuscht war nicht zuletzt auch Bürgermeister Gerd Schweinlin, wie er bei der Bekanntgabe des Endergebnisses im Bürgerhaus Edenbach erklärte. Er hätte sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung gewünscht und nicht zuletzt eine Entscheidung im ersten Wahlgang – "aber so ist es eben nicht gekommen", meinte er lakonisch zum Ergebnis.

26 Stimmen hat im übrigen Andrea Thiel, die in der Gemeinde für das Hauptamt, Sozialamt und das Standesamt zuständig ist, erhalten. Zwei Stimmen bekam Manfred Wetzel, jeweils eine Stimme ging an Bernd Hanke, Manuel Bigalke, André Hintenaus und auch an Bürgermeister Gerd Schweinlin.
Bürgermeisterwahl

Der zweite Wahlgang findet am 29. April statt. Bis Mittwoch, 18. April, haben die bisherigen Bewerber die Möglichkeit, ihre Kandidatur zurückzuziehen. Zudem können neue Bewerber bis zu diesem Zeitpunkt den Hut in den Ring werfen.

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