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25. Mai 2009

Veränderungen im Rat bewirken

Junge Kandidatinnen und Kandidaten wollen vor allem Erst- und Jungwähler bei der Gemeinderatswahl motivieren.

KIRCHZARTEN. Die Jugend will etwas bewegen: An einem lauen Sommerabend fanden sich die Jungkandidaten für den Kirchzartener Gemeinderat zur Podiumsdiskussion im Garten des Schülerhauses Dreisamtal ein.

In kleiner Runde kam jeder Kandidat zu Wort und konnte seine ganz eigenen Vorstellungen zur bevorstehenden Kommunalwahl darstellen. Die Veranstaltung ging von der Grundidee aus, dass die "verkrustete" Parteiendemokratie nicht mehr im Stande sei, sich selbst zu verändern und somit müsse der Bewusstseinswandel von den Bürgern ausgehen. Den Anfang dafür könne man am besten auf lokaler Ebene leisten.

Der Kehler Bürgermeister im Ruhestand, Ulrich Mentz, betonte in seiner Eingangsrede, dass es notwendig sei, vor allem Erst-und Jungwähler zwischen 18 und 30 Jahren zu motivieren, zur Wahl zu gehen. "Die Motivation zu wählen, liegt in dem Vertrauen, gemeinsam etwas zu erreichen", sagte Mentz und dieses Vertrauen könne am besten auf kommunaler Ebene hergestellt werden.

Die anwesenden fünf Kirchzartener Kandidaten sind alle unter 25 und damit bestens dafür geeignet, die Interessen der Jugendlichen in Kirchzarten im Gemeinderat zu vertreten. Sie betonen eingangs, dass ihre Parteizugehörigkeit bei diesem Gespräch nur zweitrangig sei.

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Der 22-jährige Jungkandidat Maximilian Johannes (Freie Wähler), bezeichnete den Gemeinderat als ein "Stück Politik, die mich direkt betrifft" und so möchte er gerne zum "Sprachrohr der Jugend" im Gemeinderat werden. Damit wäre den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, "auf gleicher Augenhöhe" ihre Forderungen anzubringen.

Auch der Abiturientin Moana Engesser (SPD) liegt es am Herzen, dass die Kirchzartener Jugend im Gemeinderat vertreten ist, damit man so eine "Plattform für verschiedene Generationen" schafft und "Konflikte vorbeugt".

In Kirchzarten mehr Mülleimer anzubringen, ist dem 19-jährigen Kandidaten Jan Kühn (SPD) ein wichtiges Anliegen. Zudem sieht er den Gemeinderat als die Institution an, die am nächsten am Bürger dran und am weitesten von der Parteipolitik entfernt sei. "Wir Jugendlichen bringen einen frischen Wind in den Gemeinderat, wir haben andere Blickwinkel und neue Ideen".

Joscha Brandhorst (Bündnis 90/Die Grünen), der bereits zum zweiten Mal für den Gemeinderat kandidiert, meint, dass von der Jugend eine Kraft ausgehe, die einiges verändern könne. Außerdem möchte er die Jugendlichen in den Fokus rücken, den Dialog mit ihnen suchen und sich so für ihre Interessen einsetzen.

Sein Mitstreiter Jonas Engesser (Bündnis 90/Die Grünen) spricht davon, den "starren Gemeinderat aufzubrechen".

Alle Kandidaten vertreten trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit ähnliche Interessen und so sind sie sich einig, dass sie gemeinsam als "jugendliche Kraft" Veränderungen im Kirchzartener Gemeinderat bewirken können.

Das Projekt "Jugend wählt die Politik" wird unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) und dem Landesjugendring (LJR). Alle Beiträge sind unter http://www.badische-zeitung.de zu finden.

Autor: Winnie Rudolf