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20. Juni 2012
Kampf um Dorfpokal und Landschaft
Neben der Holzhauser Dorfmeisterschaft gab es Naturführungen im "Neufeld".
MARCH-HOLZHAUSEN. Zum alljährlich vom SC Holzhausen veranstalteten Dorfturnier, das in diesem Jahr auf den Tag der Artenvielfalt fiel, informierte die BI "Lebenswerte March" über die Fauna und Flora im Gewann "Neufeld". Auf zwei naturkundlichen Rundgängen bekamen Bürger Gelegenheit, die teils streng geschützten Bewohner der Fläche entlang der Autobahn kennen zu lernen. Die Bürgerinitiative spricht sich sowohl gegen die vom Bund geplante Autobahnraststätte als auch gegen das von der Gemeinde March im "Neufeld" angestrebte Gewerbegebiet aus.
Der imposante Dorfpokal ist nach einem Zwischenstopp im Mitteldorf wieder bei der Mannschaft aus dem Unterdorf gelandet. Während die alten Herren Holzhausens sich auf dem Rasen unter sengender Sonne eindrucksvolle Fußballturniere lieferten, führten der Vogelexperte und Fachautor Viktor Wember und der Limnologe Michael Pfeiffer im Rahmen des GEO-Tages der Artenvielfalt ihre Gäste zu den tierischen Bewohnern des "Neufelds".
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Die Ausweisung des des "Neufelds" als Teil eines Grünzugs, so lautet die zentrale Forderung der BI "Lebenswerte March". Während der Naturführungen konnten die neugierigen Laien sowohl die streng geschützte Bachmuschel als auch den ebenfalls auf der Roten Liste stehenden Neuntöter sehen beziehungsweise hören. Über 20 Vogelarten hat Viktor Wember im "Neufeld" gezählt. Und auch der kleine Bach hinter dem Rasenplatz des SC wimmelt von Lebewesen. Neben Bachmuschel und Flusskrebs fischte Michael Pfeiffer Libellenlarven, Stichlinge, Köcherfliegen und Wasserasseln aus dem unscheinbaren Bachlauf.
Als "Türöffner in eine Welt, die vielen Bürgern nicht bekannt ist" versteht sich der Biologe mit dem Schwerpunkt Limnologie (Fließgewässerkunde). Ebenfalls als Türöffner sieht Hubert Heidiri, Vorsitzender der BI, das im "Neufeld" geplante Gewerbegebiet, als Türöffner jedoch für die allseits ungeliebte Rastanlage nämlich. "Die Argumente der Gemeinde gegen die Rastanlage werden wertlos, wenn auf derselben Fläche von Gemeindeseite ein Gewerbegebiet geplant ist", so Heidiri. Er und seine Mitstreiter hoffen auf eine erneute Begutachtung der entsprechenden Fläche durch die Naturschutzbehörde. Der Naturschutzaspekt würde, so die BI, auch im Gemeinderat noch nicht ausreichend diskutiert, da man dort wohl um das Gewerbegebiet bange. "Was mich betrübt ist, dass hier keine Diskussion geführt wird, wo March in 20 Jahren sein möchte", bedauert Heidiri den aus seiner Sicht gedankenlosen Umgang mit der begrenzten Ressource unverbaute Flächen.
Unterdessen hat die Gemeinde Protestunterschriften gegen die Rasthofplanung der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer übergeben. Diese bekundete Verständnis, erklärte aber, dass man das Planfeststellungsverfahren im Auftrag des Bundes wohl im September einleiten werde.
Autor: Julius Steckmeister



