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15. November 2017

Mehr Geld für Museumsbahn

15 000 Euro für den laufenden Betrieb werden zudem gebraucht / Fahrkarten werden nicht teurer.

  1. Für Sanierungen, wie sie etwa derzeit bei Wollbach laufen (unser Bild), gibt es Zuschüsse, für Anforderungen, die den laufenden Betrieb der Museumsbahn betreffen, etwa Weichenprüfungen, jedoch nicht. Foto: Markus Maier

KANDERN. Die 13 Kilometer lange Museumsbahnstrecke zwischen der Töpferstadt und dem Bahnhof Weil am Rhein-Haltingen ist nicht nur dem Betreiber, dem Zweckverband Kandertalbahn, eine Herzensangelegenheit. Einen besonderen Wirtschaftsfaktor stellt sie als Tourismusfaktor vor allem für die Töpferstadt dar. Und die muss im kommenden Jahr das erste Mal überhaupt für den laufenden Betrieb tiefer in die Tasche greifen, als das bisher der Fall war. Jahr für Jahr konnte der Haushaltsposten, der den Zuschuss an den Zweckverband ausweist, bei 26 500 Euro gehalten werden – jetzt müssen erstmals 15 000 Euro draufgestattelt werden.

Den Mehrausgaben stimmte der Verwaltungsausschuss des Kanderner Gemeinderates in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung am Montagabend im Rahmen der Haushaltsplanberatungen zu. In den 17 Jahren, in denen er die Geschäfte des Zweckverbandes führt, sei dies das erste Mal so notwendig, erläuterte Rainer Pach, seines Zeichens Hauptamtsleiter im Kanderner Rathaus, auf Nachfrage der Badischen Zeitung am Tag nach der Sitzung.

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Schon gegenüber den Verwaltungsausschuss-Mitgliedern hatte Pach deutlich gemacht, dass gemäß Satzung des Verbandes für alles was über die bisherigen 26 500 Euro pro Jahr (diese Zahl leitet sich noch ab aus der Umrechnung des aufzubringenden 50 000 Mark-Betrages früherer Jahre) die Stadt Kandern aufkommen muss. Das deshalb, weil die anderen Mitglieder des Zweckverbandes 1985 bei dessen Gründung einen einmaligen Zuschuss über 1000 Mark berappt haben – und satzungsgemäß festgehalten worden war, dass in den Folgejahren die laufenden Kosten aus dem Betrieb gedeckt werden müssen. Deshalb sei es auch nicht möglich, von den anderen Zweckverbandsmitgliedern – darunter etwa auch der Landkreis, die Stadt Lörrach, aber auch die Nachbargemeinden Bad Bellingen und Malsburg-Marzell – zusätzliche Beiträge zu erheben, hatte Pach schon im Verwaltungsausschuss erläutert. Eine entsprechende Anfrage hatte Verwaltungsausschussmitglied Max Sütterlin gestellt. Deshalb müsse die Stadt Kandern, die mit 51 Prozent im Zweckverband die Mehrheit hat, einspringen, so Pach. Von einer Erhöhung der Fahrkartenpreise riet Pach mit Blick auf das Familienerlebnis Museumsbahn ab. Die zusätzlichen Kosten fielen an etwa wegen gestiegener Anforderungen unter anderem auch im Umweltschutz etwa bei der Pflege von Grünstreifen an den Gleisen (Stichwort: Spritzen), aber auch wegen gestiegener Anforderungen etwa im technischen Bereich. So habe ein Eisenbähnler aufgehört, der bisher zum Beispiel zuständig gewesen sei für Weichenprüfungen und Überprüfungen der Anlagen an Bahnübergängen. Derlei Arbeiten müsse man nun eben vergeben, sagte Pach.

Auf eine weitere Anregung aus dem Verwaltungssauschuss von Kaja Wohlschlegel sagte Bürgermeister Christian Renkert – er ist gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbandes Kandertalbahn – zu, das Thema bei der nächsten Zweckverbandssitzung anzusprechen. Günter Lenke meint dazu, dass man hier indes wohl nur auf den guten Willen der anderen Mitglieder setzen könne.

Autor: Markus Maier