Indianer sind echt cool

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Sa, 11. August 2018

Rust

Die Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt wurde von Lahr nach Rust verlegt.

RUST. Leben wie die Indianer: Unter diesem Motto verbrachten 49 Kinder zwei spannende Abenteuerwochen in und um das Schützenhaus. Organisiert und betreut haben vier Jugendsozialarbeiter der Jugendzentren von Rust und Kappel-Grafenhausen die Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ortenau.

"Indianer heißen wir – ahu, ahu, ahu! Wir zeigen euch mit Schild und Lanz’ den wilden Indianertanz ..." – und einen solchen haben die tanzfreudigen Kinder einstudiert, um damit den Elternnachmittag am Abschlussfreitag zu bereichern. In Kriegsbemalung sitzt der Nachwuchs da und schaut sich am Donnerstagnachmittag einen Film über das Leben der Indianer an. Ein Regenschauer sorgt für eine kalte Dusche und Abkühlung und veranlasst das Indoorprogramm.

Kaum hat der Regen aufgehört, stürmen die Ferienkinder wieder das Freigelände um das Schützenhaus, das Katja Linse vom Juze Rust als "idealen Ort für die Ferienbetreuung auserkoren hat". Seit zwei Jahren finden die AWO-Abenteuerwochen hier statt, zuvor 13 Jahre lang in Lahr auf dem Altvater. Das sei logistisch nicht so optimal gewesen, weil an den Awo-Abenteuerwochen nur Kinder aus Rust und Kappel-Grafenhausen teilnehmen können.

Toni ist ein solches Ferienkind. Der Siebenjährige ist stolz auf das "Indianerzelt", das er mit seinen Freunden vom Stamm der Schnellen Falken aufgebaut hat. Das habe ihm besonders viel Spaß gemacht. "Wir haben Grünholz im Wald geholt", erklärt Toni und verweist stolz auf das Gerüst, das nur mit Naturmaterialien gebaut worden ist. "Die Stecken haben wir zusammengebunden mit starken Seilen", erklärt er und erzählt, dass aus Steinen Sitzgelegenheiten und ein Tisch gebaut wurden. "Dann sind nachts welche gekommen und haben uns alles kaputtgemacht", zeigt sich Toni enttäuscht.

Abenteuerwochen stehen immer unter einem Motto

Auch den Mooskühlschrank, den die Schnellen Falken gebaut haben, hätten diese Rabauken zerstört. "Das ist gemein", beklagt sich der Siebenjährige. Er will in den nächsten Sommerferien jedenfalls wieder an den AWO-Abenteuerwochen teilnehmen. Toni zeigt stolz sein Indianerarmband und seine Mokassins, die er aus Leder fabriziert hat.

Für den Hüttenbau ist Andreas Hummel vom Juze Kappel-Grafenhausen verantwortlich. "Wir brauchen einen Versammlungsort für unsere Indianerstämme", erklärt er. Und so haben sich die Schlauen Indianer, der Stamm der Häuptlinge, die Blauen Adler und die Winnetous ein Indianerhaus gebaut. Darin hat Andreas Hummel Schnitzen angeboten. Tolle Objekte sind dabei entstanden. Holzmesser, Löffel, Kleiderhaken, Rennautos und vieles mehr.

"Wir geben unseren Abenteuerwochen immer ein Motto", erklärt Katja Linse. Entsprechend sind auch die Angebote für die Kinder ausgewählt. Indianerspiele, Schmuck, wie ihn die Indianer tragen, Kriegsbemalung und auch Spiele in der Natur. Das Naturzentrum Rheinauen engagierte sich auch und stellte Wildkatzen und Samtpfötchen vor, Bockel der Biber steht auf der Angebotsliste wie auch eine Schatzsuche im Auenwald. Auch am Lagerfeuer kann man Popcorn machen und so erlebten die Kinder spannende zwei Wochen und lebten wie die Indianer. Eingeleitet haben Katja Linse und ihr Team die Mahlzeiten mit einem Indianerritual.

Vier hauptamtliche und neun ehrenamtliche Betreuer sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Tagesprogramms, das von 8 bis 17 Uhr angesetzt ist. "Der Betreuungsschlüssel ist gut", sagt Katja Linse. Gut finden Maxi (zehn Jahre), Max (sieben Jahre) und Tim (neun Jahre), dass auch Indianer Fußball spielen können. Alle drei finden den Hüttenbau "echt cool" – ebenso die Herstellung von Indianerschuhen und den Bau eines Marterpfahls. Nächstes Jahr wollen sie wieder dabei sein, auch wenn die Hitze schon enorm war. Aber für Abkühlung sorgten die Betreuer. Ein Palettenwasserbecken und ein Rasensprenger bereiteten Wasserspaß und zum Abschluss öffnete auch Petrus die Schleusen.