Crossmedialer Ansatz überzeugt die Jury

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 06. September 2018

Kenzingen

Broschüre der Kenzinger Gymnasiasten über jüdisches Leben wurde jetzt in Berlin ausgezeichnet .

KENZINGEN. Mit dem ersten Platz beim Rolf-Joseph-Preis wurden die AG Journalistisches Arbeiten und Mitglieder der Presse-AG des Gymnasiums Kenzingen für ihre Broschüre "Jüdisches Leben rund um das Gymnasium Kenzingen" (BZ vom 2. August) im Jüdischen Museum Berlin ausgezeichnet. Dazu gab es ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro. Das teilt die Presse-AG der Schule mit.

Im Jüdischen Museum Berlin wurden wie jedes Jahr die drei besten Projekte gekürt, die sich kreativ mit dem Thema Judentum auseinandersetzen. Dass dies in der heutigen Zeit besonders wichtig sei, sagte Schirmherr Albrecht Hoppe bei der Preisverleihung und stellte Bezüge zu aktuellen Ereignissen wie in Chemnitz her.

Nach dem traditionellen Gesang eines Rabbiners und einer hebräischen Instrumentaleinlage stellten die Preisträger ihre Projekte vor. Die Kenzinger Schülerinnen und Schüler erklärten die Motivation, den Aufbau und das Ziel ihrer Broschüre "Jüdisches Leben rund um das Gymnasium Kenzingen – damals und heute" in Form eines zehnminütigen Vortrages: Der crossmediale Ansatz des Projektergebnisses, welcher mit Hilfe von QR-Codes den Printbeitrag um historische Dokumente und Video- und Audiodateien erweitere, bringe die schrecklichen Ereignisse während der NS-Herrschaft in einen größeren Kontext und schaffe den Inhalten mehr Raum. Diese Art der Auseinandersetzung überzeugte die Jury am meisten. Bei der Bekanntgabe unterstrichen die Juroren außerdem den effektiven Aufbau der Interviews, der einen klaren roten Faden durch die Broschüre bilde.

Während ihres Aufenthalts in Berlin hatten die Preisträger auch die Möglichkeit, gemeinsam mit der Joseph-Gruppe, den Organisatoren des Wettbewerbs, einen jüdischen Gottesdienst in der Synagoge Pestalozzi zu besuchen und an einem Workshop zum Thema "Ein neues Land" teilzunehmen. Eine Führung durch die Jerusalem-Ausstellung des Jüdischen Museums ergänzte das Programm der Exkursion.

Info: Der Wettbewerb wurde zu Ehren des jüdischen Holocaustüberlebenden Rolf Joseph ins Leben gerufen, um Schüler dazu zu bewegen, sich mit jüdischer Geschichte auseinanderzusetzen. Die Kenzinger Schülergruppe um Lehrer Stefan Henninger stellt die Broschüre am 17. Oktober, 19.30 Uhr, im Gymnasium Kenzingen vor. Der aus Kippenheim deportierte Jude Kurt Salmon Maier, heute in Washington zu Hause, kommt zu einem Zeitzeugengespräch. Um Anmeldung per E-Mail an presse.ag@gymkenz.de wird gebeten.